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Delitzsch Preise für Häuser und Wohnungen steigen in Delitzsch
Region Delitzsch Preise für Häuser und Wohnungen steigen in Delitzsch
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11:00 26.11.2018
Auf dem Immobilienmarkt in Delitzsch und Umgebung ist die Nachfrage derzeit höher als das Angebot. Quelle: Wolfgang Sens
Delitzsch

Gute Nachrichten für Kaufinteressenten von Häusern, schlechte für potenzielle Wohnungskäufer: Die Preise für Häuser in Delitzsch sind 2018 zwar im Vergleich zum Vorjahr angestiegen, doch fiel diese Steigerung eher gemäßigt aus. Nur bei den Wohnungen gab es einen deutlicheren Aufschwung. Zu diesem Ergebnis kommt der Preisatlas des technologiegestützten und bundesweit tätigen Maklerunternehmens Homeday, das 2015 gegründet wurde.

Für Wohnungsmieter hat sich dagegen relativ wenig geändert. Wer in Delitzsch im Vorjahr eine Wohnung mietete, zahlte nach Angaben der Internetplattform im Schnitt 5,60 pro Quadratmeter. Damit sind die Quadratmeterpreise laut Unternehmen innerhalb eines Jahres mit einer Veränderung um 2,9 Prozent angestiegen.

Zweifel an den von Homeday verwendeten Zahlen

Im Vergleich der Region, die neben dem Großraum Leipzig auch den Landkreis Nordsachsen und Teile des Muldentalkreises (Altkreis Döbeln) abdeckt, zeichnet den Häusermarkt in Delitzsch eine eher niedrige Dynamik aus. Hier sind die Marktpreise für Häuser laut Homeday im Vorjahresvergleich um 3,2 Prozent gestiegen. Beachtlicher ging es da schon bei den Eigentumswohnungen zu. Hier verzeichnete der Markt genau wie in Eilenburg eine Steigerung um 9,2 Prozent (siehe Kasten). Nur in den Städten Torgau und Leipzig war der Preisanstieg bei Wohnungen noch höher als in Delitzsch.

Dies ist eine Entwicklung, die der in Delitzsch ansässige Immobilienmakler Roland Wenzlaff nur zum Teil bestätigen kann. Zwar beobachte auch er ein verstärktes Interesse von Leuten aus Delitzsch und den benachbarten Städten und Gemeinden an Immobilien in Delitzsch, doch die durch Homeday verwendeten Zahlen seien „offensichtlich nur Angebots- und keine Kaufpreise“, sagt Wenzlaff. So komme die Steigerung für Delitzsch zustande.

Dies sei üblich für Internet-Plattformen, da es ihnen aus Datenschutzgründen gar nicht möglich ist, Kaufpreise zu ermitteln und Statistiken zu erstellen. So werden laut dem Makler beispielsweise für den Lindenweg 9 in Delitzsch sieben verschiedene Kaufpreise von 2014 bis 2017 in der Homeday-Galerie angezeigt. „Glaubt wirklich jemand, dass dieses Objekt in so kurzer Zeit siebenmal den Besitzer gewechselt hat?“, hinterfragt Wenzlaff.

Immobilienmakler: Rat vor Ort einholen

„Allein zehn Verkaufsfälle, die ich in der Innenstadt von Delitzsch in den letzten drei Jahren begleitet habe, sind überhaupt nicht aufgeführt“, sagt der Immobilienhändler. Hinzu komme, dass bei den Hauspreisen Einfamilien- und Mehrfamilienhäuser in einen Topf geworfen werden, obwohl für so unterschiedliche Haustypen auch völlig andere Quadratmeterpreise erzielt werden. Für Wenzlaff wäre es sinnvoll, sich zu fragen, welches Ziel dieses Unternehmen verfolgt. Er empfiehlt daher, sich Vorort zu informieren und gegebenenfalls einen der zahlreich in Delitzsch tätigen Fachleute anzusprechen.

Es sei zwar korrekt, dass die Immobilienpreise steigen, aber nicht in diesem Maß, sagt Wenzlaff. Der Makler beobachte die gleiche Entwicklung wie vor 25 Jahren: „Wenn im Raum Leipzig die Preise explodieren, wollen mehr Menschen nach Delitzsch ziehen.“ Dadurch und aufgrund der weiterhin günstigen Finanzierungsmöglichkeiten inklusive des seit diesem Jahr gewährten Baukindergeldes sei „die Nachfrage derzeit weitaus höher als das Angebot.“

Wer jedoch das passende Objekt für sich gefunden hat, dieses auch nicht zu teuer ist und das eigene Budget nicht übersteigt, rät Wenzlaff dennoch zum Kauf. Und noch ein weiterer Rat: Vor der Haussuche mit der Bank oder einem Finanzierungsberater sprechen und das Budget einschätzen, denn nichts sei ärgerlicher, als dass passende Haus zu finden und die Bank sagt dann „nein“.

Von Mathias Schönknecht

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