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Priester - Dank vieler zugezogener Familien stimmt die Mischung zwischen Jung und Alt

Unterwegs in ... Priester - Dank vieler zugezogener Familien stimmt die Mischung zwischen Jung und Alt

Den Krostitzer Ortsteil Priester prägen seine großen Dreiseitenhöfe, in denen oftmals mehrere Generationen zusammenleben. Den Kontrast dazu bilden die beiden Neubaugebiete. Durch die zugezogenen Einwohner stimmt die Mischung zwischen Jung und Alt. Immer mehr junge Priesteraner wollen in dem Dorf dauerhaft sesshaft werden.

Dirk Mansfeld (links) und Bernhard Rosche am Staubecken von Priester. Ursprünglich als Güllebecken gedacht, ist es heute ein Angelgewässer. Hier findet zum Dorffest auch der Bootswettbewerb statt.
 

Quelle: Thomas Steingen

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Ganze 203 Einwohner zählte der Krostitzer Ortsteil Priester per 1. September. Priester, das 1997 in Krostitz eingemeindet worden ist, war nach der Wende im Altersdurchschnitt die jüngste Gemeinde im Altkreis Delitzsch. Und auch heute ist die Bevölkerung im Ort gut gemischt, gibt es viele junge Menschen. Das verdankt Priester auch den beiden nach 1990 entstandenen neuen Wohngebieten. „Die Zugezogenen haben dem Ort gut getan. Mit ihnen ist mehr Leben ins Dorf gekommen“, sagt Gemeinderat Bernhard Rosche (CDU). Er lebt in einem der für die Dorfanlage typischen Dreiseitenhöfe, denn früher war Priester landwirtschaftlich geprägt. Allerdings spiele die Landwirtschaft heute so gut wie keine Rolle mehr, berichtet Dirk Mansfeld, dessen Familie zu den Ur-Priesteranern zählt. Sein Vater Wolfgang ist einer der ältesten Einwohner, die hier auch geboren sind. Lediglich Carsten Holzweißig nutze einen der Höfe noch landwirtschaftlich, so Mansfeld.

Große Grundstücke

Die Unterhaltung der Höfe sei wegen ihrer Größe und der damit verbunden Kosten für manche allerdings ein Problem, erklärt Rosche. „Aber in Priester bedeutet der Begriff Großfamilie noch etwas. Nicht selten leben vier Generationen in einem Hof. Das ist die Grundlage, dass es weitergeht.“ Und Priester sei ein Dorf, in dem man 95 Prozent der Einwohner kenne. „Man grüßt sich und findet zueinander.“

So funktioniert das dörfliche Leben. „Es finden sich immer ein paar Leute, die die Sache in die Hand nehmen“, schildert Bernhard Rosche, seien es die Dorffeste der Feuerwehr oder die Konzerte in der sanierten Kirche, auf die die Priesteraner stolz sind. Und zum Weihnachtsingen vor dem Feuerwehrdepot treffen sich all jene zwanglos, die mitsingen möchten.

Junge Leute bleiben im Ort

Der 80-jährige Wolfgang Mansfeld wünscht sich allerdings, dass sich die Zugezogenen etwas mehr in das Dorfleben einbringen könnten. Froh ist er, dass heute wieder junge Leute, wie etwa seine Enkel, in Priester wohnen möchten. „Das war nicht immer so“, erinnert er sich und denkt an die 1950er-Jahre zurück. Respekt zollt er der jungen Krostitzer Familie, die sich derzeit einen Dreiseitenhof ausbaut. „Vor ihnen liegt noch viel Arbeit“, weiß der Senior, der sein Grundstück vor Jahren ausgebaut hat und dort mit Kindern und Enkelkindern glücklich ist. Die 2003 eröffnete Pension führt mittlerweile seine Schwiegertochter. Stolz zeigt er seine Weinstöcke im Garten, die er aus einem einzigen Zweig gezogen hat. Ein Weinstock ist sogar mit einem Baum verwachsen und reicht mehrere Meter in die Höhe.

Offene Wünsche

Natürlich gibt es auch in Priester Wünsche. Der Dorfteich trocknet immer mehr aus. Dabei fehlt es im Ort nicht an Wasser. Es müsste aber investiert werden, um es in den Teich zu leiten. Der Ausbau des Kirchweges als kürzeste Strecke nach Kupsal ist für Bernhard Rosche ein offener Wunsch.

Von Thomas Steingen

Krostitz 51.461588 12.453108
Krostitz
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