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Privatinvestor sichert sich Gelände der ehemaligen Delitzscher Bauunion

Versteigerung Privatinvestor sichert sich Gelände der ehemaligen Delitzscher Bauunion

Das ehemalige Grundstück der Delitzscher Bauunion, 29 904 Quadratmeter groß, ist für 670 200 Euro an den Deutsch-Syrer Khaled Khalifa gegangen. Der ist Geschäftsführer der MaSa Service- und Verwaltungs GmbH. Zu seinen Plänen äußert er sich noch nicht.

Die Industriebrache in der Schkeuditzer Straße, das Gelände der ehemaligen Bauunion hat ein privater Investor ersteigert.

Quelle: Thomas Steingen

Delitzsch. 670 200 Euro zum Ersten, zum Zweiten, zum Dritten. Versteigert! Zwei Grundstücke der ehemaligen Delitzscher Bauunion (Schkeuditzer Straße / Kyhnaer Weg) gingen für genau diesen Preis über den Versteigerungs-Tresen des Leipziger Amtsgerichtes. Das Grundstück ist 29 904 Quadratmeter groß. Der Verkehrswert wurde auf 172 000 Euro festgesetzt. Die Wertermittlung beruht auf der fiktiven Annahme, dass die derzeit vorhandenen Gebäude abgerissen werden und die Fläche für die Errichtung von Einfamilienhäusern erschlossen wird, teilt dazu das Amtsgericht Leipzig auf Anfrage mit. Ob genau das jedoch passiert, ist eigentlich völlig offen. Denn laut Amtsgericht sei das „nicht Gegenstand des Versteigerungsverfahrens“, was der neue Besitzer tatsächlich damit vorhat. Ersteigert hat das Gelände Khaled Khalifa, Geschäftsführer der MaSa Service- und Verwaltungs GmbH, mit Sitz im Lützener Ortsteil Zorbau. Der Deutsch-Syrer wohnt in der Gemeinde Rackwitz.

Noch unklar, was der Investor vor hat

Die LVZ hat ihn erreicht. „Ich weiß, was ich damit vorhabe, möchte aber noch nicht darüber sprechen. Ich will erst mit der Stadt Delitzsch reden“, so Khalifa. Das werde jedoch ein, zwei Monate dauern. Die LVZ hat den Firmensitz des Unternehmens aufgesucht. Auf dem Gewerbegebiet in Lützen war jedoch niemand anzutreffen. Auf dem Gelände steht eine Halle, stapeln sich Europaletten. In der Bayerischen Straße 21 deutet auch nichts auf eine MaSa GmbH hin. Auf einem Plakat steht vielmehr AGH – Trade GmbH. Der Blick auf den Firmensitz wirkt alles andere als vertrauenserweckend. Khalifa tritt in der Region Leipzig-Halle als millionenschwerer Investor auf, hat mehrere Objekte ersteigert. Unter anderem 2015 die Hochhaus-Scheibe B in Halle-Neustadt. Und er kündigte danach große Pläne an. Am Dienstag schrieb die Mitteldeutsche Zeitung dazu: Tatsächlich ist aber wenig passiert, zumindest wenig Sichtbares. Dass auch im Hintergrund nicht viel vorangeht, ist Andreas Schachtschneiders Sorge. Das CDU-Landtagsmitglied ist Vorsitzender des Halle-Neustadt-Vereins und blickt besorgt auf Scheibe B. „Man hat den Eindruck, er hat sich damit übernommen“, sagt er. Von anderen privaten Scheibenbesitzern lägen bereits Fördermittelanträge vor, nicht von Khalifa. „Da ruht still der See“, so Schachtschneider. Khalifa interessiert sich stattdessen neben Delitzsch auch für die alte Brauerei in Halle-Glaucha, die er zu einem Wohn- und Geschäftskomplex sanieren will.

Schlimme Befürchtungen in Delitzsch

In der Stadt Delitzsch sorgt das alles für schlimmste Befürchtungen. Für die Stadt war der Kämmerer beauftragt, bis zu einer bestimmten Summe mitzubieten. Um das Gelände zu erwerben, um die Pläne von der Wohnbebauung umsetzen zu können. Denn die vom Dreieck Schkeuditzer Straße – Kyhnaer Weg – Windmühlenweg eingeschlossene Fläche soll städtebaulich neu ausgerichtet werden. So sieht es der Stadtratsbeschluss zur Aufstellung des Bebauungsplanes „Schulze-Delitzsch-Siedlung, Schkeuditzer Straße“ vor. Das Gelände der ehemaligen Bauunion nimmt fast das gesamte Gebiet ein. „Begeisterung sieht bei mir anders aus. Ich hätte mir einen Bauträger mit klaren Ansagen und dem Bekenntnis zu einem Wohngebiet gewünscht“, sagte der Delitzscher Oberbürgermeister Manfred Wilde (parteilos). Nun bleibe abzuwarten, was der neue Besitzer vorhabe. An einem Gespräch sei auch die Stadt Delitzsch sehr interessiert. Denn Sanktionsmöglichkeiten habe die Stadt fast keine. Leider und wie erwähnt, richten sich die Pläne eines Investors nicht nach öffentlichem Bau- und Planungsrecht und liegen vielmehr in seinem Ermessen.

Bis Oktober muss Kaufpreis überwiesen sein

Im öffentlichen Termin wurden beide Grundstücke (im Wege eines Gesamtgebotes) für 670 200 Euro versteigert. Entsprechend der gesetzlichen Regelungen ist das Eigentum bereits mit Erteilung des Zuschlags am 20. Juli auf den neuen Besitzer übergegangen. Bis zum 18. Oktober muss der Kaufpreis überwiesen sein. Passiert das nicht, sei grundsätzlich ein erneutes Versteigerungsverfahren denkbar.

Von Frank Pfütze

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