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Delitzsch Prost! Schönwölkauer Politik ist alles andere als trocken
Region Delitzsch Prost! Schönwölkauer Politik ist alles andere als trocken
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15:00 11.07.2016
Es darf auch Alkohol getrunken werden in der Schönwölkauer Politik – es gibt Ur-Krostitzer Bier und ansonsten Alkoholfreies aus dem Hause Ileburger. Quelle: Marius Graf - Fotolia
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WÖLKAU

Acht öffentliche Tagesordnungspunkte. Drei nicht öffentliche Tagesordnungspunkte. Ein Haus verkauft, einen Brandschutzbedarfsplan geändert, eine Bürgerfragestunde abgehalten. Drei Flaschen Bier, zwei Flaschen Wasser medium, eine Flasche Wasser aktiv, eine Flasche Limo. Das ist die Bilanz des letzten Schönwölkauer Gemeinderats. Während die Politik in anderen Orten meist ganz trocken oder auf Wasser beschränkt bleibt, darf in Schönwölkau auch Bier getrunken werden.

Politik dank lockerer Zunge?

Die Getränkewahl in der kommunalen Politikdient „dient der Gemütlichkeit und Kommunikation“, findet Bürgermeister Volker Tiefensee (CDU) . Und er weicht daher nicht von dem ab, was er irgendwann mal angefangen hat. Seit Gründung 1995 steht Tiefensee der Gemeinde Schönwölkau als Bürgermeister vor, seit 1990 hatte er den Posten im damals noch eigenständigen Badrina inne, seit 2009 macht er ihn ehrenamtlich. So oder so. Getränke mitzubringen, wenn der Ortschafts- oder Gemeinderat nicht in einem Gasthaus tagt, ist ihm und seinen Leuten zur Selbstverständlichkeit geworden. „Das mache ich seit eh und je so“, sagt der 59-Jährige. In den Gaststätten kommt jeder selbst für seine Verpflegung auf, wenn sich die politischen Köpfe heiß geredet werden. In möglichst allen Ortsteilen hält Tiefensee immer im Wechsel die Gemeinderäte ab – nicht alle haben sie noch eine Gaststätte, dann kommt der große Bürgermeister mit den Kästen. Volker Tiefensee finanziert das aus seiner Aufwandsentschädigung und damit aus dem eigenen Portemonnaie. Zur Wahl stehen Ur-Krostitzer Bier, zwei Wassersorten von Ileburger – einmal sanft perlend mit mittlerer Kohlensäure und einmal aktiv sprudelnd mit viel Kohlensäure –, zudem die „Fresh ACE mit Folsäure“-Limo von Ileburger. Ganz bewusst setzt Tiefensee auch da auf Lokales. Und die Gäste dürfen gerne zugreifen, die Getränke sind nicht nur für Politiker bestimmt.

„Im Gemeinderat trinke ich selbst nur Alkoholfreies“, betont Volker Tiefensee, „wenn ich danach noch Zeit habe, greife ich auch zu einem Bier.“ In den Ortschaftsräten trinkt der Bürgermeister auch gleich mal in der Sitzung ein Bierchen mit. Nicht zu viel – danach fährt er ja mitunter mit dem Rad heim. Ansonsten läuft Tiefensee oder holt sich ein Taxi. Insgesamt habe das Angebot von Getränken positiven Einfluss auf die Ratssitzungen, weil die Runde vertrauter statt steif wird.

Auch in anderen Kommunen darf zur Flasche gegriffen werden. In Krostitz zum Beispiel stehen auf dem Tisch des Gemeinderats alkoholfreie Getränke. In Delitzsch bekommt der Stadtrat Wasser. Dieses wird aus der Stadtkasse finanziert. Die Gäste – abgesehen von der Presse – haben keine Getränke auf den Plätzen stehen.

Von Christine Jacob

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