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Protestaktionen gegen Kürzungen in Delitzsch, Eilenburg und Bad Düben

Protestaktionen gegen Kürzungen in Delitzsch, Eilenburg und Bad Düben

 


Kreisgebiet. Der Landkreis protestiert gegen die geplanten Kürzungen in der Jugendarbeit. Freie Träger und Verbände organisierten gestern in Delitzsch, Eilenburg und Bad Düben Aktionen und sammelten Unterschriften.

Mitveranstalter Matthias Mittmann vom Delitzscher Jugendcafè Quo Vadis sprach gestern von einem „großen Erfolg“ der Aktion auf dem Roßplatz, weil sehr viele Bürger, sehr großes Interesse gezeigt hätten. „Es ist schlimm, was passiert. Liebe Leute, werdet wach!“, schmetterte Mittmann durchs Mikrofon. Er sei guter Hoffnung, dass die Aktionen dazu beitragen, die Landesregierung zum Umdenken zu bewegen. Mehrere Hundert Stimmen seien zusammen gekommen.

Auch auf dem Eilenburger Markt sammelten gestern Sozialarbeiter und Jugendliche Unterschriften. An die 300 kamen zusammen. „Die Menschen sind gut informiert. Die meisten wussten aus Zeitung und Radio Bescheid“, erzählte Heike Fromm vom Familienzentrum der Arbeiterwohlfahrt. Oberbürgermeister Hubertus Wacker (SPD), Fraktionsvorsitzender Rainer Weihmann, ebenfalls von den Sozialdemokraten, sowie der Landtagsabgeordnete Thomas Kind und Kreistagsfrakionschef Michael Friedrich von der Partei Die Linke kamen dazu. Wacker wies auf die allgemeinen Sparzwänge hin. Aber es könne nicht pauschal gekürzt werden. Die Politiker des Freistaates müssten sich der Aufgabe stellen, Schwerpunkte zu setzen. „Präventive Jugendarbeit spart immer noch Geld dem gegenüber, was ausgegeben werden müsste, wenn sie wegfällt“, betonte Torsten Pötzsch, vom Facharbeitskreis Kinder- und Jugendarbeit.

Auf dem Marktplatz in Bad Düben übten gestern Vertreter des Awo-Jugendhauses Poly mit lauter Musik, Plakaten und einem „Frustessen“ Protest aus. Denn dem Jugendhaus in der Kurstadt droht das Aus. „Das betrifft bei uns zwei Fachkräfte und weitere Mitarbeiter, die mit Fördergeld bezahlt werden“, sagte Kathrin Enders, Geschäftsführerin des Awo-Kreisverbandes. 1200 Unterschriften wurden gegen die Kürzungen gesammelt. Bürgermeisterin Astrid Münster (FWG) kritisierte die sächsische Landesregierung. Diese hätte auf ein „kostspieliges sächsisches Haus bei den Olympischen Spielen lieber verzichten sollen, anstatt im Jugendbereich zu kürzen“, erklärte sie. „Wenn das Land die Finanzmittel nicht gibt, muss es der Landkreis tun.“  

Frank Pfütze

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