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Prozessauftakt um mutmaßliche Vergewaltigung in Bad Dübener Pflegeheim

Altenpfleger vor Gericht Prozessauftakt um mutmaßliche Vergewaltigung in Bad Dübener Pflegeheim

Am ersten von zwei Verhandlungstagen um eine mutmaßliche Vergewaltigung an einer Patientin eines Pflegeheims zeigt sich der Angeklagte schweigsam. Das Opfer selbst kann aufgrund physischer und psychischer Probleme nicht vor Gericht erscheinen.

Der Angeklagte Michael F. mit Rechtsanwalt Malte Heise am Amtsgericht Leipzig.

Quelle: Dirk Knofe

Bad Düben. Vorsätzliche Vergewaltigung in Tateinheit mit Körperverletzung – so lautet der Vorwurf gegen Michael F., dessen Fall seit Freitag am Amtsgericht Leipzig verhandelt wird. Der 31-jährige Kranken- und Gesundheitspfleger soll sich am 23. Dezember 2016 in einem Pflegeheim in Bad Düben an der 77-jährigen Patientin Magdalena P. vergangen haben.

Seit Hirnblutung auf Rollstuhl angewiesen

Seit einer Hirnblutung in Folge eines Schlaganfalls ist Magdalena P. auf den Rollstuhl angewiesen. Der Angeklagte soll sie am Abend des Vorweihnachtstages zunächst unplanmäßig gewaschen und ihr anschließend den Beischlaf angeboten haben. Laut der Erklärung von Verteidiger Malte Heise habe F. „ihr Schweigen als Zustimmung interpretiert“ und in Folge dessen versucht, sie zu penetrieren. Er sei dabei nicht erfolgreich gewesen, außerdem soll der Harnkatheter, an den Magdalena P. angeschlossen war, solche Schmerzen verursacht haben, dass sie ihn aufforderte, von ihr abzulassen. Am Folgetag habe er versucht, sich bei ihr zu entschuldigen.

Dieser Darstellung widersprechen die polizeilichen Protokolle der Vernehmung des Opfers. So soll Magdalena P. dem mutmaßlichen Vergewaltiger von Anfang an zunächst verbalen, danach körperlichen Widerstand geleistet haben. Am nächsten Tag „wollte er wissen, ob es ihr gefallen hat“, sagte eine Eilenburger Polizistin, die als Zeugin auftrat. Auch sei die Penetration, im Gegensatz zur Darstellung der Verteidigung, kurzzeitig erfolgreich gewesen.

Tag der Tat noch immer unklar

Magdalena P. ist aufgrund körperlicher Probleme „inzwischen in einem Zustand, der eine Vernehmung vor Gericht unmöglich macht“, teilte die Vorsitzende Richterin Ute Fritsch mit, weshalb die Aussagen des Opfers nur aus zweiter Hand wiedergegeben werden konnten. Eine Stationshilfe der Einrichtung – ebenfalls als Zeugin geladen – bescheinigte P. leichte Demenz, „aber auch klare Momente“. Sie sei bei der Vernehmung „zeitlich desorientiert“ gewesen, bis Verhandlungsschluss konnte nicht endgültig geklärt werden, ob sich die Tat am 22., 23. oder 24. Dezember ereignet hatte. Magdalena P. hatte sich erst am 1. Weihnachtstag an die Pflegekräfte gewandt.

Die Verteidigung beschrieb Michael F. als Mensch mit einem „freudlosen und unglücklichen Leben“, der in der Schule gemobbt und bereits stationär sowie ambulant wegen Depressionen behandelt wurde. Versuche, eine Beziehung mit Frauen seines Alters aufzubauen, scheiterten. „Glückliche Momente erlebte er nur im Kontakt mit Patienten.“ Bereits im November 2015 – ein Jahr nach seiner Anstellung – soll er zwei Patientinnen angeboten haben, sie zu küssen, was er vor seinem Chef bestritt. Dennoch erlebte er in Bad Düben „so etwas wie eine Liebesbeziehung“ mit einer 80-jährigen Patientin, mit der er sexuellen Kontakt hatte und von der er auch Liebesbriefe erhielt. Der Angeklagte zeigte sich während der Verhandlung schweigsam und überwiegend geistesabwesend.

Das Verfahren wurde noch nicht abgeschlossen. Für kommenden Montag ist der zweite und voraussichtlich letzte Verhandlungstag angesetzt.

Von Christian Neffe

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