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Delitzsch Rabutzer Flüster-Rasenmäher weckt Interesse in Amerika
Region Delitzsch Rabutzer Flüster-Rasenmäher weckt Interesse in Amerika
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22:05 06.07.2015
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Rabutz

Der Rasenmäher soll noch in dieser Woche wieder laufen. Davon geht zumindest der Leiter des Jugendprojektzentrums in Rabutz, Elk Messerschmidt, aus. "Bevor wir am 19. Juli zur Weltausstellung Jugend Wissenschaft und Technik nach Brüssel reisen, soll der Rasen im Außengelände schon noch mal gemäht werden", sagte der 74-Jährige. Alle drei Autos waren Prototypen, die von den Kindern und Jugendlichen in Rabutz entwickelt und gebaut wurden.

"Nachdem bekannt wurde, dass wir alle Fahrzeuge wieder aufbauen wollen, gab es zahlreiche Angebote, uns zu unterstützen", teilte Messerschmidt mit und bedankte sich für die schnellen, so nicht erwarteten Angebote. Insgesamt entstand ein Sachschaden in Höhe von über 6000 Euro. Am meisten hatte sich Messerschmidt nicht über die Höhe des Schadens Sorgen gemacht, sondern viel mehr darüber, wie seine Schützlinge diesen Rückschlag in ihrer Arbeit wegstecken, ob sie sich überhaupt noch einmal an die Arbeit machen, um von vorn anzufangen. Seine Sorge war unbegründet, wie sich jetzt herausstellte. Alle hätten sofort zugesagt mit anzupacken, die Fahrzeuge wieder flott zu machen. Sebastian Geisler, jetzt Schüler mit dem Abi in der Tasche, kündigte an, sich um die elektronische Steuerung der Elektrofahrzeuge zu kümmern. Er ist einer der Entwickler, die sich bei den sächsischen Konstruktionswettbewerben in der Vergangenheit mit Lorbeeren schmücken konnten. "Wir konzentrieren uns derzeit hauptsächlich und vor allem auf den Rasentraktor, der muss so schnell wie möglich wieder laufen", so Messerschmidt. Wie er mitteilte, hätten auch schon amerikanische Unternehmen Interesse an dem Gerät gezeigt, das von außen wie ein Serien-Rasenmäher mit Benzinmotor aussieht. "Die sind nur an unser Lösung interessiert", sagte Messerschmidt. Die vielen Ideen, die in dem Fahrzeug stecken, sollen aber am Ende jener Firma aus der Region zugute kommen, die das Projektzentrum von Anfang an unterstützt hat und das auch weiterhin tun möchte. Die Serienproduktion stehe unmittelbar bevor, hieß es. Die Projektgruppe aus Rabutz habe es schließlich mit der Umrüstung und der Nutzung von Sonnenstrom geschafft, den Rasenmäher so leise und trotzdem so leistungsstark zu machen, dass er problemlos selbst am Sonntagnachmittag eingesetzt werden könne, verriet der Zentrums-Chef. "Deshalb ist das Interesse groß, ihn schnell wieder hinzubekommen", so Messerschmidt.

Beim genauen Begutachten der Fahrzeuge stellte sich heraus, dass die Fahrwerke und auch die Elektromotoren dem Feuer stand gehalten haben. "Versichert waren die Autos nicht, weil es derzeit keine Assekuranz gibt, die solche Eigenbauten versichern", klärte Messerschmidt und ist mit Partnern dabei, hier etwas auf den Weg zu bringen.

Nach der Weltausstellung in Brüssel, auf der die Rabutzer mit einem Neun-Meter-Stand vertreten sein werden, ist der nächste wichtige Termin für sie der 31. August. Dann erhält das Projektzentrum die Zertifizierung als Forschungsgarage - als zweite Einrichtung in Deutschland.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 07.07.2015
Ditmar Wohlgemuth

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