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Rackwitz arbeitet an Konzept für Hochwasserschutz

Gemeindeverwaltung Rackwitz arbeitet an Konzept für Hochwasserschutz

Braune Fluten, die sich über die Felder in den Ort ergießen; der Lober, der über die Ufer tritt: Solche Szenarien wollen die Rackwitzer nicht mehr haben. Ein Hochwasserschutzkonzept soll Abhilfe schaffen. Allerdings sind für die Realisierung des Papiers noch einige Hürden zu überwinden.

Dieses Bild bot sich in Podelwitz im September 2014.

Quelle: privat

Rackwitz. Braune Fluten, die sich über die Felder in den Ort ergießen; der Lober, der über die Ufer tritt: Solche Szenarien wollen die Rackwitzer nicht mehr haben. Noch in unangenehmer Erinnerung ist der Starkregen, der im September 2014 mehrere Straßen und Privatgrundstücke in Rackwitz und Podelwitz überschwemmte und auch den Keller der Grundschule und die Bahnunterführung in der Leipziger Straße unter Wasser setzte. Ein Hochwasserschutzkonzept soll Abhilfe schaffen. Vor einem Jahr wurden dafür erste Pflöcke eingeschlagen. Was ist aus dem Vorhaben geworden?

Um im Bild zu bleiben: Die Vorbereitungen sind im Fluss, doch für die Umsetzung sind die Dämme noch nicht gebrochen. Zwar liegt das Konzept längst vor, erstellt von der Kubens Ingenieurgesellschaft aus Leipzig. Allerdings fehlen noch die Finanzierung und behördliche Genehmigungen. Bürgermeister Steffen Schwalbe (parteilos) warnt deshalb vor überhöhten Erwartungen. „Das Projekt braucht Zeit, denn es ist sehr komplex. Es gibt keine einfache Lösung.“ Immerhin: Zumindest die grobe Richtung scheint gegeben. Der Lober zwischen Rackwitz und Zschölkau, zu DDR-Zeiten begradigt, soll zurück in seinen ursprünglichen, mäandrierenden Verlauf. Dadurch sollen Retentionsräume geschaffen werden, die im Fall der Fälle überschüssige Wassermassen auffangen. „Wir gehen auf diese Weise die Ursachen des Hochwassers an, statt uns auf rein technische Lösungen wie Wälle zu verlassen“, erklärt Schwalbe. Diese Variante braucht allerdings Platz. Unter anderem Grünflächen, die derzeit für die Heugewinnung genutzt werden, müssten einbezogen werden. „Die in Betracht kommenden Grundstücke haben verschiedene Eigentümer, private wie kommunale. Wir müssen in nächster Zeit viele Gespräche führen. Es gilt, alle an einen Tisch zu holen“, so der Bürgermeister.

Auch die Gemeinde Krostitz muss ins Anti-Flut-Boot. Und die Kirche – ihr gehört ein einst als Obstplantage genutztes Areal zwischen Podelwitz und Rackwitz, das fürs Gesamtkonzept relevant ist. Insbesondere der dazugehörige Wasserspeicher. Ein rund 5000 Kubikmeter fassendes Becken, wo im Moment noch Bäume durch die zerschlissene Abdichtfolie sprießen. Im Ernstfall könnte es als wertvolle Reserve dienen. So weit ist man aber noch nicht. „Nachdem das Konzept vorliegt, wäre der Planungsauftrag der nächste Schritt. Zuvor gibt es noch Nachbesserungsbedarf“, sagt Steffen Schwalbe. Die Gemeindeverwaltung sei dazu in engem Kontakt mit der Wasserbehörde. Vor allem gehe es darum, das Flutschutzvorhaben an die Bedingungen einer neuen europäischen Förderrichtlinie anzupassen, die die Renaturierung von Flussläufen relativ hoch bezuschussen soll. Das Problem: Die Richtlinie ist noch nicht verabschiedet, erst im Laufe des nächsten Jahres wird Klartext erwartet.

Ohne Fördermittel aber funktioniere es nicht. Die Umsetzung des Hochwasserschutzkonzeptes koste insgesamt eine sechsstellige Summe im unteren Bereich. Zu viel für Rackwitz. Schon in das Konzept an sich investierte die Kommune rund 13600 Euro, um eine möglichst fundierte Grundlage zu haben. Mit Förderung bräuchte die Gemeinde für die Realisierung nur einen vergleichsweise kleinen Eigenmittelanteil beisteuern. Der soll im Haushaltsplan 2016 bereits eingepreist werden.

Von Kay Würker

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Rackwitz
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