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Delitzsch Rackwitz startet Projekt Zukunft
Region Delitzsch Rackwitz startet Projekt Zukunft
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18:28 15.03.2011
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Rackwitz

Die Kreiszeitung stellt in einer Serie die wirtschaftliche und soziale Situation in Rackwitz vor und beleuchtet die geplanten Veränderungen.

Integriertes Stadtentwicklungskonzept (Insek) heißt das 120 Seiten starke Planwerk, das die Grundlage für künftige Gemeinderats- und Verwaltungsentscheidungen liefern soll. Ratsmitglieder und Rathaus haben gemeinsam mit externen Fachleuten an dem Papier gearbeitet, im Mai 2010 wurde es offiziell beschlossen (wir berichteten). Seitdem war davon außerhalb der Rathausmauern nicht viel zu hören, die Vorbereitungen für die Umsetzung liefen. Doch nun beginnt das Insek auch öffentlich wahrnehmbar zu werden. Vorausgesetzt, die Sächsische Aufbaubank gewährt die beantragten rund 436 000 Euro Fördermittel, soll das Rackwitzer Neubaugebiet bereits zum Jahresende 140 Wohnungen weniger haben.

Was nach Kahlschlag klingt, hat einen demografischen wie ökonomischen Hintergrund. Rackwitz verzeichnet, wie andere Gemeinden dieser Größe auch, seit 1990 eine tendenziell rückläufige Bevölkerungsentwicklung. Lebten zur Zeit der deutsch-deutschen Wiedervereinigung noch knapp 6000 Menschen auf dem heutigen Gemeindegebiet, waren es laut Statistischem Landesamt Ende 2009 noch etwa 5000. Ursachen sind das Ungleichgewicht von Sterbefällen und Geburten sowie die Zahl der Fortzüge, die regelmäßig über der Zahl der Zuzüge liegt. Zwar prognostiziert das Statistische Landesamt für die nächsten Jahre eine gegensätzliche Entwicklung, rechnet im Jahr 2020 mit etwa 5360 Rackwitzern. Die Bertelsmann-Stiftung stellt aber eine negative Prognose, sagt unter Berücksichtigung des Arbeitsmarktes lediglich rund 4620 Einwohner voraus. Und schon jetzt hat die Gemeinde eine Wohnungsleerstandsquote von 16,6 Prozent. Hinzu kommt ein steter Anstieg des Durchschnittsalters.

Insofern steht Rackwitz vor zwei wesentlichen Aufgaben: Zum einen muss sich die Gemeinde strukturell an die demografischen Veränderungen anpassen, zum anderen muss sie neue Stärken ausbilden. Beides spielt im Insek eine Rolle. Das Gesamtkonzept basiert auf Bestandsanalysen und Prognosen in fünf Teilbereichen: Wohnen, Wirtschaft, soziale Infrastruktur, Verkehr und Umwelt sowie Städtebau und Denkmalpflege. Daraus abgeleitet werden als Strategie drei Schlüsselmaßnahmen. Die umfangreichste ist der Stadtumbau im Ortsteil Rackwitz in einem abgesteckten Gebiet, das sich westlich der Bahnlinie und nördlich der Leipziger Straße erstreckt und neben Plattenbauten auch Teile der historischen Ortsmitte sowie die Eisenbahnsiedlung der 1950er- und 1960er-Jahre umfasst. Der Leerstand im Umbaugebiet: rund 34 Prozent. In drei Entwicklungsstufen soll der Bestand an Quartieren reduziert und das Wohnumfeld aufgewertet werden.

Die zweite Schlüsselmaßnahme forciert eine weitere Belebung des Gewerbedreiecks Rackwitz–Lemsel–Zschortau. Fachleute halten eine Vollauslastung der Areale für realistisch, setzen dafür aber eine stärkere Standortkooperation voraus. Die dritte Maßnahme widmet sich unter der Überschrift „Seegemeinde Rackwitz“ dem touristischen Potenzial der Gewässerlandschaft.

Kay Wuerker

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