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Delitzsch Rackwitz startet Service-Offensive für 383 Kommunalwohnungen
Region Delitzsch Rackwitz startet Service-Offensive für 383 Kommunalwohnungen
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13:00 01.05.2016
Vor allem im Neubaugebiet hat die Gemeinde Rackwitz zahlreiche eigene Wohnungen. Deren Verwaltung ändert sich zum nächsten Jahreswechsel. Quelle: Wolfgang Sens
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Rackwitz

Ein kürzerer Draht zu den Mietern, mehr wöchentliche Sprechzeiten, intensive Betreuung bei Sanierungsmaßnahmen: Die Gemeinde Rackwitz will bei der Verwaltung ihrer 383 kommunalen Wohnungen neue Maßstäbe setzen. Am 1. Januar 2017 soll die Service-Offensive starten. Zu diesem Zeitpunkt trennen sich die Wege der Gemeinde und des bisherigen Verwalters, der Wohnungsbaugesellschaft (WBG) Bad Düben.

„Die WBG hat den Vertrag mit uns fristgerecht zum Jahresende gekündigt“, teilte Bürgermeister Steffen Schwalbe (parteilos) am Donnerstagabend mit. Die Information ging zunächst in nicht öffentlicher Runde an die Gemeinderäte, soll aber kein Geheimnis bleiben. Die Geschäftsführung des Wohnungsunternehmens habe im Vorfeld der Kündigung das persönliche Gespräch gesucht und finanzielle wie personelle Gründe für die Trennung dargelegt. Damit geht eine Ära zu Ende: 18 Jahre lang währte die Zusammenarbeit zwischen den Rackwitzern und Dübenern. „Sie haben uns über diese Zeit hinweg treu begleitet“, honorierte Steffen Schwalbe. Allerdings war die Art und Weise der Kooperation erst vor wenigen Monaten hinterfragt worden. Seit Januar ist eine Vertragsänderung in Kraft, die unter anderem eine stärkere WBG-Personalpräsenz in Rackwitz regelte. Im Gegenzug erhöhte die Gemeinde die Zahlungen an die WBG um 22 Prozent, als Reaktion auf gestiegene Betriebs- und Personalkosten.

Rackwitz nutzt passende Gelegenheit

Offenkundig ging dieser Deal für die Dübener nicht auf. Und Rackwitz packt die Gelegenheit beim Schopfe: Die Gemeinde holt die Aufgabe ins Rathaus zurück. Das neue Gesicht der Wohnungsverwaltung ist schon gefunden: Angela Sommer, derzeit noch als Elternzeitvertretung in der Finanzverwaltung, wechselt zum 1. August auf den neuen Posten, wird sich zunächst in die Aktenberge einarbeiten, Mietergespräche begleiten und zum nächsten Jahreswechsel dann das Ruder übernehmen.

„Es wird in nächster Zeit wichtiger denn je sein, eine enge Verbindung zu unseren Mietern zu haben“, betont der Bürgermeister. Die Gemeinde hat sich vorgenommen, jedes Jahr einen Wohnblock umfassend zu sanieren. Eine Herausforderung für alle, die in den Gebäuden leben. „Das geht nur mit umfassender Betreuung.“ Es gilt, den erheblichen Investitionsstau aufzuarbeiten. Schon jetzt könne die Gemeinde die Nachfrage potenzieller Neubürger nach Wohnraum nicht befriedigen, weil es an sanierten, kurzfristig vermietbaren Quartieren fehle. Hinzu kommen eventuelle Umzüge innerhalb des Neubaugebietes, falls mittelfristig die Entscheidung für einen weiteren Abriss fällt. Das gerade in Arbeit befindliche Wohnungswirtschaftliche Konzept soll den Weg weisen. Nicht zuletzt müsse es möglich sein, so Schwalbe, dass auch mal samstags Wohnungsbesichtigungen stattfinden. Immerhin hat Rackwitz in den nächsten Jahren viel vor. Die Gemeinde, die lange Zeit auf Schrumpfkurs war, will sich als Alternativwohnort zum nahen Leipzig etablieren und vor allem mit jungen Familien wieder wachsen.

Den kaufmännischen Part der Wohnungsverwaltung, wie etwa Betriebskostenabrechnungen, will Rackwitz allerdings weiterhin auslagern. Darum soll sich ein Profi-Unternehmen aus der Region kümmern.

Von Kay Würker

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