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Delitzsch Rackwitz und Wiedemar planen Reitweg vom Schladitzer See nach Zwochau
Region Delitzsch Rackwitz und Wiedemar planen Reitweg vom Schladitzer See nach Zwochau
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10:51 27.02.2018
Reiter mit ihren Pferden wie hier am Biedermeierstrand sind mittlerweile am Schladitzer See keine Seltenheit mehr. Quelle: Montage: Wolfgang Sens
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Die Tagebauseen in der Delitzscher Region sind nicht nur für Sonnenanbeter, Wanderer, Radfahrer oder Skater beliebte Orte der Freizeitgestaltung. Auch Reiter fühlen sich im Umfeld der Gewässer zunehmend wohl, haben sich doch in den vergangenen Jahren Stück für Stück Reiterhöfe angesiedelt. Was einerseits zu begrüßen ist, birgt andererseits auch Konflikte in sich, beispielsweise was die Hinterlassenschaften der Vierbeiner auf Rad- und Wanderwegen betrifft. Ein Problem, mit dem die Gemeinde Löbnitz am Seelhausener See schon seit Längerem zu tun hat. Aber auch die Anrainergemeinden am Schladitzer See haben mittlerweile mit derartigen Sorgen zu kämpfen. „Mit Verboten allein ist dem nicht beizukommen“, sagt Seenkoordinator Eckhard Müller, man müsse auch den Reitern etwas anbieten. Deshalb beschäftigt ihn seit zwei Jahren ein Reitweg, der vom Schladitzer See bis nach Zwochau führen soll. Dieser ist eine Maßnahme, die in der Reitwegekonzeption enthalten ist, die der Tourismusverband Sächsisches Burgen- und Heideland entwickelt hat.

Baubeginn 2018 geplant

Müllers Untersuchungen haben ergeben, dass rund um den Schladitzer See ein zunehmendes Interesse für Pferdetourismus herrscht. Dafür sprechen Pferdehöfe und -pensionen am See, in Hayna, Wolteritz oder Zwochau. Ziel ist es, das wilde Reiten im Seengebiet zu unterbinden. Um das Projekt Reitweg voranzubringen, braucht es eine Vereinbarung zwischen den Anrainerkommunen. „Mit Wiedemar sind wir uns einig“, sagt der Rackwitzer Bürgermeister Steffen Schwalbe (parteilos). Die Stadt Schkeuditz muss aber noch mit ins Boot, weil ihr große Flächen am See gehören. „Auch die LMBV muss zustimmen“, so der Seenkoordinator. Noch in diesem Jahr soll die Planung des Weges stehen, 2018 ist die Realisierung angedacht.

Überschaubare Kosten

Laut Müller sind die geschätzten Baukosten mit rund 30 000 Euro überschaubar, weil die Trasse lediglich freigeschnitten wird. Möglich ist auch eine 80-prozentige Förderung über das Leader-Programm im Delitzscher Land. Allerdings drängelt etwas die Zeit, denn der ersten Aufruf für diese Fördermittel ist bereits verstrichen. „Bisher fehlten die Vereinbarung und der genaue Plan“, begründet Müller. Ist die Vereinbarung von den drei Kommunen unterzeichnet, würde Wiedemar die Beantragung der Fördermittel übernehmen.

Für den rund zehn Kilometer langen Reitweg ist eine separate Trasse auf nicht asphaltierten Wegen vorgesehen. Sie soll, wo es möglich ist, neben bestehenden Wegen verlaufen. Beginnend an der Grand Tamino Ranch am südlichen Zipfel des Schladitzer Sees soll der Weg südlich um den See herum zum Haynaer Strand führen, wo eine Pferdetränke errichtet werden soll. Nach Norden erfolgt eine Anbindung an Wolteritz und im Westen ans Schaufelrad. Von dort soll er über Feldwege zu den beiden Pferdehöfen in der Ortslage Zwochau weiterführen. Das Vogelschutzgebiet am Werbeliner See werde umgangen, so die Vorstellung des Seenkoordinators. Zu einem späteren Zeitpunkt sei auch die Anbindung und Fortführung eines Reitweges in Richtung Delitzsch nach Kertitz und Schenkenberg denkbar.

Anbindung an öffentlichen Nahverkehr

Derzeit arbeitet Eckhard Müller zudem an einer Liste mit Maßnahmen, die im Zeitraum 2018 bis 2022 umgesetzt werden können. Dann greift das neue Verwaltungsabkommen zwischen Bund und Ländern. Damit steht in Sachsen wieder Geld für die Bergbaufolgelandschaft, die sogenannten Paragraf-4-Maßnahmen, zur Verfügung. Themen seien unter anderem die Weiterentwicklung des Sportstrandes an der Schladitzer Bucht mit Anbindung an den Öffentlichen Personen Nahverkehr und die Abwasserentsorgung und die Stromversorgung am Biedermeierstrand.

Von Thomas Steingen

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