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Rackwitz will eine halbe Million Euro in den Flutschutz stecken

Hochwasser Rackwitz will eine halbe Million Euro in den Flutschutz stecken

Das Hochwasserschutzkonzept der Gemeinde Rackwitz nimmt Konturen an. Der Maßnahmenplan, seit eineinhalb Jahren in der Diskussion, wird nun bis zur Genehmigungsreife weiterentwickelt, um Fördermittel zu beantragen. Die kalkulierten Kosten für das Vorhaben liegen bei 550 000 Euro.

Der ausgediente und dicht umwucherte Wasserspeicher zwischen Podelwitz und Rackwitz wurde in das Flutschutzkonzept einbezogen.

Quelle: Kay Würker

Rackwitz. Mit den Bildern aus Süddeutschland wächst in Rackwitz wieder die Angst. Unbändige Fluten, die Teile der Gemeinde unter Wasser setzen, erlebte Rackwitz zuletzt massiv im September 2014. Ein Hochwasserschutzkonzept soll speziell die Ortsteile Rackwitz und Podelwitz vor künftigen Schäden bewahren. Der Maßnahmenplan beschäftigt die Gemeinde seit nunmehr rund eineinhalb Jahren. Doch es geht voran: Dieser Tage wird ein Ingenieurvertrag mit dem Büro Knoblich aus Zschepplin abgeschlossen. Die Landschaftsarchitekten sollen das komplexe Vorhaben bis zur Genehmigungsreife planen. Wert des Auftrages: rund 45 000 Euro. Der nächste Schritt ist die Beantragung von Fördermitteln. Die Gemeindeverwaltung setzt auf einen 90-prozentigen Zuschuss. „Nur so können wir die Finanzierung stemmen“, sagt Bürgermeister Steffen Schwalbe (parteilos).

Rund 550 000 Euro Kosten

Immerhin: In einer vorsichtigen Kostenkalkulation wird mit rund 550 000 Euro Gesamtausgaben gerechnet. Der Entwurf des Hochwasserschutzkonzeptes sieht dabei vor allem die Schaffung zusätzlicher Retentionsflächen vor. Der Lober, so der Plan, soll zwischen der Rackwitzer Ortslage Güntheritz und dem Krostitzer Ortsteil Zschölkau renaturiert werden. Im Moment verläuft das Flüsschen auf dieser Strecke recht geradlinig – künftig soll der Lauf zahlreiche Windungen haben, verbunden mit Überlaufflächen. Außerdem wird ein ehemaliger Wasserspeicher einbezogen. Das Regenreservoir zwischen Podelwitz und Rackwitz diente einst der Bewässerung einer Obstplantage, gehört aktuell der Kirche. Zwischen diesem Becken und dem nördlich verlaufenden Lober ist für den Notfall ein Überschwemmungsgebiet vorgesehen.

Eine weitere geplante Maßnahme konzentriert sich auf den Podelwitzer Graben zwischen Podelwitz und der südlich gelegenen Bundesstraße 184. Die Fließstrecke soll Retentionsmulden erhalten, von Sedimenten befreit und an den Ufern bepflanzt werden. Außerdem wird eine veränderte Bewirtschaftung der angrenzenden Agrarflächen angestrebt: „Die Saatgutrillen sollen längs zum Graben geführt werden, um den Graben weniger stark mit Oberflächenwasser zu belasten“, erklärt Bürgermeister Schwalbe. Nicht zuletzt rückt der Graben an der Ostseite der Wiederitzscher Straße am südlichen Podelwitzer Ortseingang in den Fokus. Auch dort geht es um intensivere Unterhaltung und die Schaffung von Retentionsmulden. Zusammengerechnet, sollen die Maßnahmen rund 38 500 Kubikmeter zusätzlichen Stauraum bringen. So viel, wie laut einer Studie für den effektiven Hochwasserschutz benötigt wird.

Kooperation mit Nachbarkommunen

Im Alleingang kann die Gemeinde Rackwitz solch ein Projekt nicht realisieren. Partner werden gebraucht, etwa jene Kommunen, auf deren Gemarkung der Lober Zuläufe hat. „Wir schließen deshalb Kooperationsvereinbarungen mit der Stadt Leipzig und der Gemeinde Krostitz ab“, berichtet Schwalbe. Zusammengearbeitet werde auch mit Landeigentümern und -pächtern – von der Kirche bis hin zum Landwirtschaftsunternehmen Saat-Gut Plaußig. Denn soll der Flutschutz nachhaltig sein, müssen alle Beteiligten in ein Boot.

Auch wegen der Fördermittel. „Mit unserem interkommunalen Ansatz steigen die Chancen, eine Förderung zu erhalten“, sagt Schwalbe. Über die Europäische Wasser-Rahmenrichtlinie, so die Hoffnung, soll etwa eine halbe Million Euro in den Rackwitzer Hochwasserschutz fließen. Ob das so klappt, ist noch nicht sicher. „Sobald die Genehmigungsplanung steht, werden wir den Antrag auf Fördermittel bei der Unteren Wasserbehörde einreichen.“ Alles Weitere liegt dann nicht mehr im Einflussbereich der Gemeinde.

Von Kay Würker

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