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Rackwitzer Bürgermeister will Wohnungsmarkt aufwerten

Interview Rackwitzer Bürgermeister will Wohnungsmarkt aufwerten

Bürgermeister Steffen Schwalbe, seit einem Jahr im Amt, sieht in der Gemeinde Rackwitz viel Entwicklungspotenzial. Die Kommune brauche sich nicht zu verstecken, könne vom zuzugsstarken Leipziger Speckgürtel profitieren. Dafür sei allerdings vor Ort noch einiges zu tun, sagt der 29-Jährige im LVZ-Interview.

Steffen Schwalbe in seinem Büro im Obergeschoss des Rackwitzer Rathauses.

Quelle: Kay Würker

Rackwitz. Mit 29 Jahren ist Steffen Schwalbe (parteilos) der zweitjüngste Rathauschef in Sachsen – lediglich ein Amtskollege in der Oberlausitz ist noch jünger. Vor einem Jahr trat Schwalbe das Amt des Rackwitzer Bürgermeisters an, lenkt die Geschicke einer Gemeinde mit rund 5000 Einwohnern. Der ausgebildete Kommunalwirt hat seitdem einiges in Bewegung gesetzt, wurde aber auch gebremst.

Sind Sie zufrieden mit Ihrem ersten Amtsjahr?

Ja. Weil ich die Unterstützung des Gemeinderates habe. Die Zusammenarbeit funktioniert gut, wir sind auf Kurs. Insofern können wir etwas bewegen, haben im ersten Jahr vieles vorbereitet.

Worauf haben Sie in den ersten Monaten den Schwerpunkt gelegt?

Die kommunalen Wohnungen waren und sind ein wesentlicher Punkt. Dazu zählt die Sanierung von Wohnblöcken, wie wir sie als Pilotprojekt im Märchenweg begonnen haben. Ebenso die perspektivische Neuausrichtung der Wohnungsverwaltung und das in Kürze vorliegende Wohnungswirtschaftliche Konzept. Aber auch die Modernisierung der Grundschule in Zschortau ist ein Schwerpunkt. Und die Erschließung des zweiten Bauabschnittes im Wohngebiet Biesen.

Sie wollten auch eine Vereinsförderrichtlinie auf den Weg bringen.

Die ist in Vorbereitung. Ich denke, dass wir uns damit noch vor Jahresende im Gemeinderat beschäftigen werden. Wir werden in diesem Zusammenhang auch auf die Vereinsvorstände zugehen.

Hatten Sie als junger Bürgermeister das Gefühl, sich erst behaupten zu müssen?

Im Rathaus nicht. Ich habe ein gutes Team, das mich sehr unterstützt. Und auch der Umgang mit externen Gesprächspartnern ist angenehm. Wenngleich ich sicher manches anders angehe als langgediente Amtskollegen. Ich will vieles schnell erreichen und stoße dann mitunter auf Hürden und Widrigkeiten. Das ist wohl eine der wesentlichen Erfahrungen, die ich machen musste: dass es oft nicht so schnell geht wie gewünscht. Aber wichtig ist, mit Nachdruck dranzubleiben und einfach noch mal anzusetzen.

Vom Sachgebietsleiter in den Bürgermeisterstuhl: Wie hat das Ihren Rhythmus verändert?

Enorm. Meine Arbeitstage sind jetzt viel länger, die Zeit scheint schneller zu vergehen aufgrund der Dichte an Aufgaben. Es gibt jetzt viele Abendtermine, und ich bin nicht mehr der einzige, der in meinen Terminkalender etwas einträgt.

Hinzu kommt Ihre vergleichsweise starke Onlinepräsenz, zum Beispiel bei Facebook. Ist das der bevorzugte Weg, über den die Bürger mit Ihnen in Kontakt treten?

Ich möchte auf diesem Weg speziell die junge Generation erreichen, die nicht mehr zur Bekanntmachungstafel läuft. Ich möchte, dass sich auch die Jüngeren mit der Gemeindeentwicklung beschäftigen. Und tatsächlich bekomme ich über Facebook viele Rückmeldungen von Leuten bis etwa 35 Jahre und auch Anfragen. Die Kommunikation auf gedrucktem Wege gebe ich dadurch ja nicht auf.

Was haben Sie sich mit Blick auf die Gemeindeentwicklung noch vorgenommen?

Wünsche gibt es viele. Maßvolle Haushaltsführung ist dabei aber die Grundbedingung. Bei 700 000 Euro Schuldendienst pro Jahr müssen wir uns jeden Schritt genau überlegen. Sehr wichtig sind mir Investitionen in die kommunalen Wohnungen. Mietausfälle belasten den Haushalt, außerdem verursacht Leerstand laufende Kosten. Die Gemeinde soll stärker vom Leipziger Speckgürtel profitieren. Dazu gehört auch die Erschließung von Eigenheim-Baugebieten. Darüber hinaus stehen uns für nächstes Jahr Fördermittel zur Verfügung, mit denen wir die Grundschule Rackwitz ertüchtigen können.

Investiert wurde in den vergangenen Monaten verstärkt auch in Aufwertungen des Ortsbildes und in die Außenwirkung, bis hin zum Logo. Hat sich Rackwitz bisher unter Wert verkauft?

Die Gemeinde muss souveräner auftreten, ganz klar. Sie steht mittelbar auch in Konkurrenz zu anderen Kommunen. Wir sind durch Fluglärm benachteiligt, aber unterm Strich hat Rackwitz viele Vorzüge: die Verkehrsanbindung, die Nähe zur Natur, den Schladitzer See. Wir müssen uns also nicht verstecken. Wir können uns mit Stolz aufrichten und sagen: Das ist unser Rackwitz.

Interview: Kay Würker

Von Kay Würker

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