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Delitzsch Rackwitzer Ortsteil Lemsel muss noch Jahre auf Rad- und Fußweg zum See warten
Region Delitzsch Rackwitzer Ortsteil Lemsel muss noch Jahre auf Rad- und Fußweg zum See warten
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06:00 15.02.2017
Charlotte (24) und Kay Nartschik (32) stehen gemeinsam mit ihrem einjährigen Sohn Theo in Lemsel an der Stelle, wo sie sich den Beginn eines ausgebauten Rad- und Fußweg zum Schladitzer See wünschen. Quelle: Alexander Prautzsch
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Lemsel

Viel ist in den zurückliegenden Jahren an den Seen in der Bergbaufolgelandschaft der Delitzscher Region geschehen. Und die Mehrzahl der Orte, die in ihrer Nähe liegen, haben mittlerweile auch Wege, auf denen Fußgänger und Radfahrer sicher zu den Gewässern gelangen. Nicht so der Rackwitzer Ortsteil Lemsel, er wird auf einen Rad-/Fußweg zum Schladitzer See noch einige Jahre warten müssen.

Und so ist des einen Freud, des anderen Leid. „Während die Autofahrer seit Wochen über die gesperrte Kreisstraße 7429 zwischen Lemsel und dem Kreisverkehr Altschladitz schimpfen – ich auch – , ist es bei herrlichem Winterwetter eine Freude, diese Straße als Fußweg zum See benutzen zu können“, sagt Gemeinderat Edmund Boegel (CDU), der dieses Erlebnis zum Anlass nimmt, auf ein vor vielen Jahren in Aussicht gestelltes Vorhaben wieder aufmerksam zu machen.

Hoffen seit 20 Jahren

Seit nunmehr schon 20 Jahren bemühen sich die Einwohner von Lemsel, um einen Rad- und Fußweg zum Schladitzer See. Momentan ist der See nur über starkbefahrene Straßen, K 7429, die zum Kreisel nach Altschladitz führt, und die S 8 nach Wolteritz erreichbar. „Für Fußgänger, gar noch mit Kindern, sind diese risikobehaftet. So bleiben außer bei Straßensperrungen nur die Benutzung des Autos und die Hoffnung, dass doch einmal der geplante Weg gebaut wird“, so Edmund Boegel weiter.

Seit 1996 sitzt er im Ortschaftsrat von Lemsel und seit 2006 im Gemeinderat von Rackwitz. Schon 1997 wäre ein solcher Weg Thema gewesen. Hoffnung keimte, als im Zuge der Renaturierungspläne der Lausitzer- und Mitteldeutschen Bergbauverwaltungsgesellschaft (LMBV) zum Lober ein solcher Weg aufgenommen wurde. In der Stellungnahme zum Planfeststellungsverfahren hatte der Ortschaftsrat seinerzeit von Lemsel bis Wolteritz einen den alten Loberlauf folgenden Wirtschaftsweg gefordert. „Zum Zwecke der Erholung und für eine gewünschte touristische Nutzung des Auengebietes ist dieser Weg als befestigter Rad- und Fußweg ... auszubauen und in das Wegekonzept am Schladitzer See einzubinden“, heißt es in der Stellungnahme. Zwischenzeitlich ist der Weg auch im Radwegekonzept des Landkreises aufgenommen worden. Nur an der Realisierung hapert es, denn seit zwölf Jahren passiere nichts, klagt Boegel.

Planungen 2015 neu aufgenommen

Die LMBV teilt nun auf Anfrage mit, dass die in der Vergangenheit geplante Wegebaumaßnahme, die den Ort Lemsel mit dem Schladitzer See verbinden soll, wieder ad acta gelegt worden sei , weil bis zum heutigen Zeitpunkt die Gewässerachse des renaturierten Lobers nicht bekannt sei. „Im Rahmen des geplanten Gewässerausbaus wird durch die LMBV ein sogenannter Gewässerunterhaltungsweg (allerdings ohne Versiegelung) errichtet werden. Das damit verbundene wasserrechtliche Verfahren wurde 2015 wieder aufgenommen. Aufgrund der gesetzlich vorgeschriebenen Verfahrens-, Fristen- und Prüfschritte bis zu einem gültigem Planfeststellungsbeschluss ist hier mit einer Wegebaumaßnahme nicht vor 2023 zu rechnen“, schreibt die LMBV.

Edmund Boegel könnte mit einem solchen Weg leben: „Er muss nicht asphaltiert, aber ganzjährig benutzbar sein. Wichtig ist, dass er irgendwann gebaut wird.“ Das wasserrechtliche Verfahren habe Vorrang, sagt Bürgermeister Steffen Schwalbe (parteilos). „Zudem bewegen wir uns in einer Auenlandschaft, also in einem naturnahen Raum, deshalb braucht der Weg nicht unbedingt asphaltiert sein.“

Von Thomas Steingen

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