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Delitzsch Rackwitzer Senior stemmt sich gegen Abriss von Wohnblöcken
Region Delitzsch Rackwitzer Senior stemmt sich gegen Abriss von Wohnblöcken
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06:00 11.06.2018
Die Blöcke der Loberstraße 6a-d und 8a-d und der Buschenauer Straße sollen 2019 abgerissen werden. Viele der Wohnungen sind bereits unbewohnt, da ihre Mieter in andere Wohnblöcke umgeleitet wurden. Quelle: Foto: Mathias Schönknecht
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Rackwitz

Jeweils ein Neubaublock an der Buschenauer Straße und an der Loberstraße sollen in den kommenden Monaten weichen. Die Mieter sind sich dessen schon seit längerem bewusst, wurden in andere Eingänge umgeleitet. Doch in Zeiten, in denen in beinah allen deutschen Großstädten – wie auch in Leipzig – Wohnungen rar geworden sind, hält ein Senior aus Rackwitz dagegen.

Seine Begründung: „In Leipzig fehlen über 40 000 Wohnungen – und hier reißen wir sie ab.“ Von Rackwitz bis zum Leipziger Markt oder Bayrischen Bahnhof, also Standorten, an denen auch die Universität ihre Institute hat, brauche man mit der S-Bahn weniger als 15 Minuten, argumentiert der Rackwitzer. Von Wohnvierteln am Rand von Leipzig wie Paunsdorf oder Grünau, die derzeit zudem eine Art Renaissance erleben, brauche man länger. Demnach seien die Wohnungen im Westen von Rackwitz selbst für Studenten geeignet. „Die Wohnungen hier sind obendrein erschwinglich.“ Daher fordert der Senior, dass das Geld, das für den Abriss verwendet werden würde, lieber für die Sanierung genutzt werden sollte.

Gemeinde kann Sanierung nicht bezahlen

Der Rackwitzer Bürgermeister Steffen Schwalbe (parteilos) kann sich dagegen nicht vorstellen, dass die 80 Wohnungen, um die es sich bei dem Abriss handelt, und die bis zum Jahr 2021 zusätzlich altersbedingt leerfallenden 51 Wohnungen, neu besetzt werden können. Denn: „Derzeit stehen schon etwa 110 Wohnungen im Gebiet leer. Das würde einen Zuzug von über 350 Einwohnern auf einen Schlag allein im Neubaugebiet bedeuten.“ Zudem sei der Abriss bereits im November 2016 durch den Gemeinderat beschlossen worden und die Vorbereitungen befinden sich in den letzten Zügen. Zuvor wurde die Nachfragesituation und die wirtschaftlichen Aspekte ausgiebig beleuchtet, sagt Schwalbe. Dazu hatte die Kommune ein wohnungswirtschaftliches Konzept (WoWiKo) vom Leipziger Stadtplanungsbüro erarbeiten lassen. Darin wurde der Zustand der Häuser und Wohnungen, das Alter der Mieter, die Sanierungs- beziehungsweise Abrisskosten analysiert. Danach habe man sich für den Abriss entschieden. „Ich glaube an viel, aber nicht, dass die Blöcke durch Zuzug aus Leipzig aufgefüllt werden können“, so der Rackwitzer Bürgermeister.

„Für die Sanierung der Wohnungen erhalten wir keine Fördermittel, diese haben wir aus der Miete zu finanzieren.“ Der Abriss hingegen werde vom Freistaat Sachsen bezuschusst, ergänzt Schwalbe. Die Sanierung der 161 Wohnungen würde zirka 3,2 Millionen Euro kosten und „wäre bei der Haushaltslage nicht zu finanzieren“.

Von mhs

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