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Rackwitzer sollen persönliche Belastung durch Schienenverkehrslärm schildern

Bürgerbeteiligung Rackwitzer sollen persönliche Belastung durch Schienenverkehrslärm schildern

Das Leben in Schienennähe bedeutet nicht nur Mobilität, sondern auch Lärm. Lärm, der krank machen kann. Um die Situation vor Ort zu erfassen, stellt das Eisenbahn-Bundesamt ab 2018 alle fünf Jahre einen Lärmaktionsplan auf. Dazu zeichnet es eine Karte des bestehenden Lärms und befragt hierzu die Bürger.

Die Aluminiumwände in Zschortau behindern zwar den Blick, halten aber auch den Lärm von Gleisen ab. In Höhe des Bahnsteiges haben sie Sichtfenster.

Quelle: Manuel Niemann

Rackwitz/Zschortau. „Schön ist anders“, eine Passantin, gefragt nach den Schallschutzwänden die die Bahnstrecke flankieren, die sich durch Zschortau zieht, winkt gleich ab. Bereits bevor die DB Netz AG diese errichtete, um die Bürger zu entlasten, standen sie als Sichtbarrieren in der Kritik. Die Maßnahme ist Teil der Lärmsanierung an den Schienenwegen des Bundes, die die Deutsche Bahn auch auf der Strecke 6411 von Trebnitz nach Leipzig betreibt. Bis 2020 möchte die Bahn den Schienenverkehrslärm in Deutschland halbieren. Die Lärmsanierung in Zschortau ist eine freiwillige Maßnahme, in die rund 2,3 Millionen Euro aus Mitteln des Bundes flossen.

Lärmaufkommen an Schienennetz des Bundes wird erfasst

Während die Bahn hier bereits die Lärmsanierung vorantreibt, blickt das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) auf den Status Quo: Bis 2018 kartographiert es den bestehenden Lärm und setzt so die EU-Umgebungslärmrichtlinie um. In mehreren Schritten erfasst es das Lärmaufkommen an den Haupteisenbahnstrecken und in Ballungszentren. Ziel ist es, so einen Lärmaktionsplan aufzustellen, mit dem die bestehende Situation bewertet werden kann, neuralgische Punkte gefunden und langfristig Strategien zur Lärmminderung gewonnen werden können. Allerdings erwächst aus dem Aktionsplan noch kein Rechtsanspruch auf die Durchsetzung von Maßnahmen. Er dient der Information der Bürger und als Planungsgrundlage für die Gemeinden. Alle fünf Jahre soll er aktualisiert werden.

Bürgerbeteiligung ist gefragt

Hierzu greift das EBA auch auf die Stimmen der Einwohner zurück. Bis zum 25. August läuft die erste Phase dieser Öffentlichkeitsbeteiligung, die Bürger, Lärmschutzvereinigungen, aber auch Kommunen oder andere Einrichtungen, die von Schienenlärm betroffen sind, einbezieht. Auch die Rackwitzer Bürger wurden von ihrer Gemeinde dazu aufgerufen, ihre persönliche Belastung durch Schienenverkehrslärm in der Befragung zu schildern. Über eine Auswahl ist auch möglich, Lärmminderungsmaßnahmen vorzuschlagen.

Das EBA hat hierzu die Plattform www.laermaktionsplanung-schiene.de im Internet eingerichtet. Dort ist eine Beteiligung online möglich. Beiträge können aber auch per Post an die Redaktion Lärmplanung, Postfach 601230 in 14412 Potsdam eingesandt werden. Die Beiträge werden ausgewertet und veröffentlicht.

Von Manuel Niemann

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