Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Delitzsch Rackwitzer sollen persönliche Belastung durch Schienenverkehrslärm schildern
Region Delitzsch Rackwitzer sollen persönliche Belastung durch Schienenverkehrslärm schildern
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:00 16.07.2017
Die Aluminiumwände in Zschortau behindern zwar den Blick, halten aber auch den Lärm von Gleisen ab. In Höhe des Bahnsteiges haben sie Sichtfenster. Quelle: Manuel Niemann
Anzeige
Rackwitz/Zschortau

„Schön ist anders“, eine Passantin, gefragt nach den Schallschutzwänden die die Bahnstrecke flankieren, die sich durch Zschortau zieht, winkt gleich ab. Bereits bevor die DB Netz AG diese errichtete, um die Bürger zu entlasten, standen sie als Sichtbarrieren in der Kritik. Die Maßnahme ist Teil der Lärmsanierung an den Schienenwegen des Bundes, die die Deutsche Bahn auch auf der Strecke 6411 von Trebnitz nach Leipzig betreibt. Bis 2020 möchte die Bahn den Schienenverkehrslärm in Deutschland halbieren. Die Lärmsanierung in Zschortau ist eine freiwillige Maßnahme, in die rund 2,3 Millionen Euro aus Mitteln des Bundes flossen.

Lärmaufkommen an Schienennetz des Bundes wird erfasst

Während die Bahn hier bereits die Lärmsanierung vorantreibt, blickt das Eisenbahn-Bundesamt (EBA) auf den Status Quo: Bis 2018 kartographiert es den bestehenden Lärm und setzt so die EU-Umgebungslärmrichtlinie um. In mehreren Schritten erfasst es das Lärmaufkommen an den Haupteisenbahnstrecken und in Ballungszentren. Ziel ist es, so einen Lärmaktionsplan aufzustellen, mit dem die bestehende Situation bewertet werden kann, neuralgische Punkte gefunden und langfristig Strategien zur Lärmminderung gewonnen werden können. Allerdings erwächst aus dem Aktionsplan noch kein Rechtsanspruch auf die Durchsetzung von Maßnahmen. Er dient der Information der Bürger und als Planungsgrundlage für die Gemeinden. Alle fünf Jahre soll er aktualisiert werden.

Bürgerbeteiligung ist gefragt

Hierzu greift das EBA auch auf die Stimmen der Einwohner zurück. Bis zum 25. August läuft die erste Phase dieser Öffentlichkeitsbeteiligung, die Bürger, Lärmschutzvereinigungen, aber auch Kommunen oder andere Einrichtungen, die von Schienenlärm betroffen sind, einbezieht. Auch die Rackwitzer Bürger wurden von ihrer Gemeinde dazu aufgerufen, ihre persönliche Belastung durch Schienenverkehrslärm in der Befragung zu schildern. Über eine Auswahl ist auch möglich, Lärmminderungsmaßnahmen vorzuschlagen.

Das EBA hat hierzu die Plattform www.laermaktionsplanung-schiene.de im Internet eingerichtet. Dort ist eine Beteiligung online möglich. Beiträge können aber auch per Post an die Redaktion Lärmplanung, Postfach 601230 in 14412 Potsdam eingesandt werden. Die Beiträge werden ausgewertet und veröffentlicht.

Von Manuel Niemann

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Das Ferienlager im Schullandheim Reibitz steht dieses Mal ganz im Zeichen der Kunst. Die 30 Kinder, die dort ihre Ferien verbringen, nutzen nicht nur die Freizeitangebote wie Boot fahren, Kerzen ziehen oder Körbe flechten, sondern spielen in diesem Jahr auch Shakespeare. Ihre Spielleiterin ist dabei die 30-jährige Lynne Eichhorst vom BAFF Theater Delitzsch.

15.07.2017

Wussten Sie, dass Delitzsch beim Fahrradklimatest fast so gut abgeschnitten hat wie das fürs Radeln so berühmte Münster? Und die Chancen stehen gut, dass Delitzsch in Zukunft an Münster vorbeizieht. Die LVZ hat sich umgesehen und ist der Frage nachgegangen, wie radlerfreundlich die Stadt ist.

11.04.2018

Ein 49-Jähriger ist am Donnerstag auf der Fahrt von Wiedemar nach Kölsa (Kreis Nordsachsen) aus bisher ungeklärter Ursache mit seinem Mobilkran von der Straße abgekommen. Der entstandene Schaden wird laut Polizei auf etwa 60.000 Euro geschätzt.

14.07.2017
Anzeige