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Radefelder SV gewinnt Hallen-Fußballturnier

Radefelder SV gewinnt Hallen-Fußballturnier

Radefeld. Noch enger geht’s nicht: Mit nur einem Törchen Vorsprung gewann der gastgebende Radefelder SV 90 am Sonnabend das Hallen-Fußballturnier in der Radefelder Sporthalle vor dem TSV Rackwitz.

. Nach Punkten und dem Torverhältnis lagen die Teams am Ende gleichauf. Ausschlaggebend: Die Truppe von Coach Kai-Uwe Ziegler hatte im Laufe ihrer fünf Partien einmal mehr getroffen als die Kicker aus dem Alu-Dörfchen. Auf Rang drei landete der TSV 1893 Leipzig Wahren, gefolgt von der SG Zschortau, dem SV Zwochau und dem an diesem Tag glücklosen SV 90 Lissa. Insgesamt 150 Zuschauer hatten die sechs Truppen angefeuert. Der Turnierorganisator Gerald Holz auf der Heide war zufrieden: „Wir haben das gesehen, was attraktiven Hallenfußball ausmacht – nämlich schöne und torreiche Spiele.“

Entscheidung im letzten Spiel

Das ist eine Geschichte, die nur der (Hallen-)Fußball schreibt: Vor der abschließenden Partie zwischen Radefeld und Zschortau stand der TSV Rackwitz quasi schon als Turniersieger fest. Denn die Truppe von Mannschaftsleiter Matthias Röhrborn hatte sich einen respektablen Vorsprung gegenüber den Gastgebern herausgearbeitet. Dennoch spekulierte das Publikum: „Mit fünf Toren können die es noch packen“. Doch daran glaubte vor dem Anpfiff kaum ein Radefelder. Auch Trainer Kai-Uwe Ziegler hatte seine Zweifel. „Darüber brauchen wir nicht spekulieren“, entgegnete er denjenigen, die ihn auf die (geringen) noch vorhandenen Siegchancen ansprachen.

Über die folgenden ersten beiden Tore seiner Jungs freute sich Ziegler. Ab Tor Nummer drei wurde auch er nervös. Die Spannung, die beim Wettbewerb im Modus „Jeder gegen jeden“ schon beinahe gänzlich abgeklungen war, durchströmte urplötzlich wieder die Halle. Am Eingang wurde es eng, auf dem Parkett zunehmend hektischer. Plötzlich verbrüderten sich am Spielfeldrang die Ortsrivalen Zschortau und Rackwitz. Letztere hatten im Glauben des sicheren Triumphes schon mit dem Feiern angefangen. Nun peitschten sie die SG-Mannen verbal nach vorn. In der Hoffnung, dass diese letzte Kraftreserven freisetzen können. Doch das gelang nicht. Nachdem Marcel Feske zum fünften Mal für die 90er eingenetzt hatte, ertönte die Schluss-Sirene. Das Spiel war vorbei. Der Turniersieger stand – nach mehrmaligem Durchrechnen – fest. „Das war eine ordentliche Leitung“, analysierte der Trainer, der den Sieg sogleich den Fans als Neujahrsgeschenk widmete. Einen allzu hohen Stellenwert hatte der Wettbewerb für Ziegler allerdings nicht. „Hallenfußball hin oder her. Wir wollen in dieser Saison den Klassenerhalt in der Bezirksklasse schaffen. Alles andere steht hintenan“, kommentierte er. Ein weiteres wichtiges Ziel hatten seine Jungs unterdessen schon beim Buden-Kick erreicht – Verletzungsfreiheit.

 

Verletzungspech beim TSV Rackwitz

Mit diesem Glück war der geschlagene TSV Rackwitz nicht gesegnet. Denn im abschließenden Spiel gegen Wahren renkte sich Stürmer Peter Thiele bei einem Sturz die Schulter aus. Der Neuzugang aus Bad Düben, der erstmalig für den Kreisligisten auflief, konnte daraufhin nicht weiterspielen. Mit schmerzverzerrtem Gesicht wurde er ins Krankenhaus nach Schkeuditz gefahren. Dort renkte man ihm das Gelenk schließlich wieder ein. „Peter geht es wieder gut“, sagte Mannschaftsleiter Röhrborn gestern. Derweil saß die Enttäuschung über den verpassten Sieg tief: „Wir haben gut gespielt und wegen einem einzigen Tor verloren. Das ist ärgerlich.“ War da vermutlich mehr als Glück für Radefeld im Spiel? „Nein. Zschortau kann man nichts vorwerfen. Und Radefeld hat es mit sensationellem Engagement eben doch noch gepackt“, sagte Röhrborn.

Zschortaus Blamage und Zwochaus Taktik

Nach zwei Siegen und drei Niederlagen stand die SG Zschortau auf Rang vier. „Mehr war nicht drin“, kommentierte Trainer Walter Wojna, der seinen in der Halle größtenteils unerfahrenen Jungs mit der Teilnahme „ein bisschen Bewegung nach den Feiertagen“ gönnen wollte. Er wusste: „Spielerisch waren wir nicht gut. Da waren uns Radefeld und Rackwitz weit voraus.“ Einen unrühmlichen – fast schon blamablen – Schlusspunkt setzten seine Mannen mit der abschließenden 0:5-Pleite gegen Radefeld. „In dieser Partie war unsere Chancenverwertung katastrophal“, schimpfte Wojna. Zurecht! Denn die auf dem grünen Rasen oft glänzenden Schützen Tobias Gohla und Sebastian Wünsch versemmelten ihre vorhandenen Möglichkeiten reihenweise.

Noch schlechter verlief das Turnier für Zwochau. Die Mannschaft von Coach Detlef Heinrichs verschlief den Auftakt gegen Radefeld (2:3-Niederlage) und patzte später auch gegen Wahren (2:3), Zschortau (1:2) und Rackwitz (1:3). Balsam für die gescholtenen Seelen gab es zum Abschied mit einem 5:0-Sieg gegen Lissa. „Das war heute gar nichts“, sagte der Zwochauer André Ferdini. Schlechte Laune hatte innerhalb der Truppe aber niemand. Nach dem Wettbewerb war zudem von einem taktischen Schachzug die Rede. Nach dem Motto: Wenn wir jetzt schlecht spielen, werden wir bei der Hallenkreismeisterschaft der A-Liga (23. Januar) unterschätzt. Kann zum Erfolg führen – muss aber nicht.

Kinderfehler beim B-Ligisten

Dass sich die am höchsten spielende Mannschaft (Bezirksklasse-Team Radefeld) durchsetzte, war über weite Strecken nicht abzusehen. Dass das am niedrigsten spielende Team Lissa (Kreisliga B) verliert, wurde hingegen schon frühzeitig deutlich. Die Truppe von Trainer Andreas Sander wurde ausnahmslos durchgereicht, verlor gegen Rackwitz (0:4), Radefeld (0:2), Wahren (2:4), Zschortau (0:5) und Zwochau (0:5). „Wir haben zu Beginn jeweils ganz gut mitgehalten und sind dann immer wieder eingebrochen“, kommentierte Tino Glöckner. Der Vereins-Präsident kritisierte vor allem die häufigen Missgeschicke ohne Einfluss des Gegners: „Das waren zum Teil ganz böse Kinderfehler.“

 

Turnierverlauf

TSV Rackwitz – SV 90 Lissa 4:0

SG Zschortau – TSV Wahren 3:4

Radefelder SV – SV Zwochau 3:2

TSV Rackwitz – SG Zschortau 2:0

SV 90 Lissa – Radefelder SV 0:2

TSV Wahren – SV Zwochau 3:2

TSV Rackwitz – Radefelder SV 1:1

SG Zschortau – SV Zwochau 2:1

SV 90 Lissa – TSV Wahren 2:4

TSV Rackwitz – SV Zwochau 3:1

TSV Wahren – Radefelder SV 0:1

SV 90 Lissa – SG Zschortau 0:5

TSV Rackwitz – TSV Wahren 1:0

SV 90 Lissa – SV Zwochau 0:5

SG Zschortau – Radefelder SV 0:5

Endstand

Verein Tore  Pkt.

1. Radefelder SV 90 +9   13

2. TSV Rackwitz +9   13

3. TSV Leipzig-Wahren +2    9

4. SG Zschortau –2    6

5. SV Zwochau 0    3

6. SV 90 Lissa –18    0

 

Torschützen

Name (Verein) Tore

1. René Voigt (SV Zwochau) 6

2. Marcel Feske (Radefelder SV) 5

3. Tobias Gohla (SG Zschortau) 4

4. Oliver Kretzschmar (Wahren) 3

Für den Turniersieger Radefelder SV 90 spielten: Marius Keller, Martin Gründling, Marco Schädlich, Patrick Ebisch, Sebastian Hintzsch, Hannes Schlottag, Horst Goldstein, Philipp Sobek, Marcel Feske; für den punktgleichen TSV Rackwitz liefen auf: Steven Kellert, Tobias Hess, Tony Barthelmann, Patrick Ackermann, Bastian Kuhn, Sebastian Haut, Tobias Engster, Peter Thiele, Jens Losse, Christoph Biber, Markus Mund.

Daniel Kaiser

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