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Radioaktiver Müll aus Sachsen - Minister droht mit Konsequenzen

Radioaktiver Müll aus Sachsen - Minister droht mit Konsequenzen

Eisenhüttenstadt/Dresden. Der aus Sachsen nach Brandenburg gelieferte radioaktiv belastete Abfall-Brennstoff ist nach ersten Erkenntnissen der Behörden weitgehend ungefährlich.

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Die Mechanisch Biologische Abfallbehandlungsanlage (MBA) Cröbern (Archivfoto)

Quelle: André Kempner

Wahrscheinlich handele es sich bei dem für eine Papierfabrik in Eisenhüttenstadt bestimmten Material um medizinischen Abfall mit nur sehr geringer Strahlung, sagte ein Sprecher des Brandenburger Arbeitsministeriums am Freitag in Potsdam. Nach Angaben des Tüv Rheinland sollte der Fund noch im Laufe des Tages von Experten untersucht werden.

Sachsens Umweltminister Frank Kupfer (CDU) kündigte indes harte Konsequenzen an. „Wir müssen schauen, ob die Abfallbeseitigungsanlage Cröbern oder die Kreiswerke Delitzsch gegen gesetzliche Auflagen verstoßen haben. Wenn das der Fall ist, dann muss mit aller Härte dagegen vorgegangen werden und dann steht für mich die Frage, dass auch eine Betriebserlaubnis entzogen werden kann“, sagte der Minister dem MDR-Sachsenspiegel.

Der Müll war von einer Behandlungsanlage in Cröbern bei Leipzig zunächst an die Kreiswerke Delitzsch geliefert worden, wo er zu Brennstoff verarbeitet und dann am Dienstag nach Eisenhüttenstadt gebracht wurde. Das sächsische Umweltministerium hatte den Fall am Donnerstag gemeldet.

Die Landesdirektion Leipzig soll nun bis Mitte kommender Woche untersuchen, wie und warum radioaktiv belasteter Müll nach Brandenburg geliefert werden konnte. „„Das Maß ist voll. Ich habe keine Lust mehr, mir andauernd irgendwelche Vorhaltungen gefallen zu lassen, bloß weil dort vermeidliche Sachen nicht richtig gelaufen sind. (...) Ich habe die Nase voll jetzt“, sagte Kupfer im Sachsenspiegel weiter.

Bereits 2008 hatte es nach Angaben des MDR in Cröbern einen Vorfall mit leicht radioaktivem Abfall aus Italien gegeben. Danach sagte der Betreiber zu, den Müll mit Detektoren kontrollieren zu wollen.

Die jetzige Lieferung sei überhaupt nur aufgefallen, weil ein Gerät zur Messung radioaktiver Belastung „äußerst fein eingestellt“ sei und sofort Alarm geschlagen habe, sagte ein Ministeriumssprecher. Eine Gesundheitsgefahr habe wohl nie bestanden. Leicht strahlender medizinischer Abfall sei eigentlich „Alltag“.

„Die Belastung ist bei einer von sechs Ladungen festgestellt worden - und auch dort nur punktuell“, sagte der Geschäftsführer der Kreiswerke Delitzsch, Heinz Böhmer, der Nachrichtenagentur dpa. Der betroffene Anhänger sei daraufhin isoliert abgestellt worden. Messungen in den eigenen Anlagen hätten keine auffälligen Werte ergeben, sagte er. Es werde auch weiterhin Brennstoff ausgeliefert.

Fälle wie diesen gebe es immer wieder mal, betonte auch Bernd Beyer, der Geschäftsführer der Westsächsischen Entsorgungs- und Verwertungsgesellschaft, die die Anlage in Cröbern betreibt. Häufigste Ursache sei radioaktives Jod aus klinischer Verwendung, das in den Hausmüll gelange. Die nach Delitzsch gelieferten Wertstoffe stammten aus Hausmüll aus der Region, der anders als beispielsweise Schrott nicht routinemäßig auf Strahlung untersucht werden müsse.

dpa/Michael Frömmert/Frank Pfütze/Matthias Roth

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