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Radklima in Delitzsch ist auf einem guten Weg

ADFC-Umfrage Radklima in Delitzsch ist auf einem guten Weg

Dem Fahrradklima auch in Delitzsch ist aktuell der Allgemeine Deutsche Fahrradclub (ADFC) auf der Spur, hat Stimmen der Radler in der Loberstadt gesammelt. Dabei ist schon viel in Sachen Rad- und Radfahrerfreundlichkeit in Delitzsch passiert. Am und im ADFC-Test könnte es trotzdem mal wieder hapern.

Auf der Sachsenstraße sind die Schutzstreifen noch recht neu und das Radfahren auch ziemlich entspannt möglich.

Quelle: Wolfgang Sens

DELITZSCH. Noch wälzen sie in Berlin Papier. Und sie wälzen etliche Online-Fragebögen. Tausende in Deutschland haben sich beteiligt. Ob es Delitzsch dieses Mal in den Fahrradklima-Test des Allgemeine Deutsche Fahrradclubs (ADFC) schafft, das ist noch ungewiss und befindet sich derzeit in der Prüfung. Die Umfrage lief seit September und bis zum vergangenen Mittwoch. Beim letzten Zwischenfazit waren es aber nur 37 der für eine Stadt Delitzscher Größe geforderten mindestens 50 Fragebögen.

Autofahrer fühlen sich animiert, Radfahrer fühlen sich drangsaliert

Bislang scheint die Stadt auf einem guten Weg in Sachen Verkehr im Allgemeinen. So lobt die Jury des Deutschen Nachhaltigkeitspreises, den Delitzsch vor einer Woche gewann: „Den Anforderungen einer zukunftsfähigen und modernen Stadtentwicklung wird Delitzsch auch mit einem integrierten Verkehrskonzept gerecht.“ Darüber hinaus wurde und wird gemäß des vor vier Jahren bestätigten Radverkehrskonzepts viel getan. Die Stadt ist inzwischen von einem dichten Radwegenetz durchzogen, das kontinuierlich im Zuge von Neu-Baumaßnahmen wie der Bitterfelder Straße wächst. Seit gut einer Woche hat die Pfortenstraße am Rande ihres Pflasters gesonderte und deutlich ebener gepflasterte Spuren für Pedaleure, um dem Durchschütteln ein Ende zu setzen. Nachgebessert wird und wurde mit Schutzstreifen zuletzt in Delitzsch auch auf Verkehrsadern wie der Eisenbahnstraße und seit Kurzem auch in der Sachsenstraße. Doch vor allem die sogenannten Schutzstreifen bergen derzeit das größte Konfliktpotenzial zwischen Radlern und Autofahrern in der Loberstadt. Die LVZ hat sich unter Leuten umgehört, die schon am ADFC-Test teilgenommen haben. Weiterführend zu all den anzukreuzenden Punkten führen sie ins Feld, dass die Schutzstreifen bei Autofahrern leider wenig bekannt sind. Beziehungsweise das subjektive Empfinden sich begegnender Autofahrer ist das, dass eben nicht genug Platz bleibt zum Beachten, wenn zwei Autos aneinander vorbeifahren wollen. Dank Schutzstreifen werde der Radverkehr zwar insgesamt besser wahrgenommen, heißt es beim ADFC. Allerdings bestehe die Gefahr, dass sich Pkw-Fahrer aus Platznot – realer oder subjektiv empfundener – ans Überfahren der Streifen gewöhnen. Dann wird der eigentliche Mindestabstand von 1,50 Meter zwischen Auto und Radler unterschritten. Zudem werden Schutzstreifen oft zugeparkt – zahlreiche Verstöße wurden in der Bitterfelder Straße bereits gezählt.

Delitzsch soll noch mehr Wege bekommen

Es soll sich weiter was tun für die, die in Delitzsch gerne auf zwei Rädern unterwegs sind. Radspuren soll zum Beispiel die Staatsstraße 4 auf Stadtgebiet in Richtung Leipzig bekommen. Der Ausbau des Torgischen Radweges bringt ebenfalls Vorteile. Und für den ADFC-Test besteht Hoffnung auf Delitzscher Beteiligung: „Je mehr Menschen mitmachen, umso stärker wird das Thema innerhalb der Behörden wahrgenommen. Möglicherweise gibt es auch positive Verbesserungen, die lobend erwähnt werden könnten, womit die engagierten Verantwortlichen bestärkt werden könnten“, betont etwa Katja Meier, verkehrspolitische Sprecherin der Grünen-Landtagsfraktion. So ist das Papier also nicht nur geduldig. Die offiziellen Ergebnisse der Umfrage vom ADFC soll es im Frühjahr geben.

Von Christine Jacob

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