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Radler-Ärger auf dem Friedhof: Stadt öffnet nach heftiger Kritik Eingangstor

Radler-Ärger auf dem Friedhof: Stadt öffnet nach heftiger Kritik Eingangstor

Sie kam wie ein Blitz aus heiterem Himmel, die Schließung des Tores, durch das man direkt zur Trauerhalle auf dem Delitzscher Friedhof gelangt. Hiesige Trauergäste standen in der vergangenen Woche verwundert mit Blumen vor dem Tor, ortsfremde, die den Haupteingang genutzt hatten, fragten: "Gibt es hier eine Trauerhalle.

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Das Tor ist wieder offen.

Quelle: Wolfgang Sens

" Und Besucher, die zu den Gräbern im westlichen Teil des Friedhofes wollten, mussten den längeren, weniger gut ausgebauten Weg über das Haupttor nehmen. Auf einem Schild am Tor war zu lesen, warum die Stadtverwaltung zu dieser Maßnahme greift.

Die Reaktionen darauf waren heftig, was Anrufe in der Redaktion und in der Stadtverwaltung verdeutlichten. "Ich habe Probleme mit dem Laufen und bin immer vorn reingefahren, um das Grab an der Westmauer zu pflegen. Und ich war froh, dass ich mit dem Rad dorthin fahren konnte", erzählte Ilse Erber aus der Gutenbergstraße. Nun musste sie den Umweg über das Haupttor nehmen, was ihr sehr schwer falle, berichtete die 83-Jährige und forderte eine andere Lösung. Auch unser Leser Werner Kunze hält die Schließung des Tores für eine ungeeignete Reaktion, weil auch weiterhin mit dem Rad durch den Friedhof gefahren würde. Sein Vorschlag ist, an allen drei Toren Schilder mit der Aufforderung "Radfahrer absteigen!" anzubringen. "Das muss aber kontrolliert und Verstöße müssen geahndet werden", sagt er.

Genau das will die Stadtverwaltung jetzt tun. Weil das widerrechtliche Radfahren auf dem Friedhof zunehme, sei die Verwaltung aufgefordert gewesen, zu handeln. Deshalb habe man nach wirkungsvollen Maßnahmen gesucht, um das Radfahren zu unterbinden. "Die Schließung des Tores war ein Versuch und sollte auch keine dauerhafte Lösung sein", argumentiert Bürgermeister Thorsten Schöne (parteilos). Beabsichtigt war, den Besucherstrom im Sichtbereich der Friedhofsverwaltung vorbeizuführen, um Personen, die gegen des Radfahrverbot verstießen, ansprechen zu können. "Wir wollen aber die Bürgermeinung nicht ignorieren oder Dinge durchdrücken, gegen die eine Mehrheit ist", so Schöne.

Weil das Interesse an diesem Thema sehr groß ist, entschloss sich Schöne am Freitagmittag nach einer Beratung mit der Friedhofsverwaltung und dem Ordnungsamt, das geschlossene Tor am Wirtschaftsweg zur Trauerhalle wieder zu öffnen. Außerdem kündigte der Bürgermeister weitere Schritte an. Demnach sollen in den nächsten Tagen die Vollzugsbediensteten der Stadt auf dem Friedhof intensive Kontrollen durchführen und Unbelehrbare abstrafen. Außerdem lässt die Stadt die Beschilderung an den Friedhofstoren überarbeiten. Vorgesehen ist eine deutlichere Kennzeichnung, die ins Auge sticht und die auf Verbote wie Radfahren und das Mitführen von Hunden hinweist. "Und auch die Konsequenzen bei Verstößen wollen wir deutlicher hervorheben", sagt Schöne. Die Stadt will nun beobachten, ob das Wirkung zeigt.

Die Sensibilität für das Thema findet der Bürgermeister gut, aber es gebe dazu in der Bevölkerung auch einen Interessenswiderspruch. Radfahren gehöre nicht auf einen Friedhof, sagt eine Rentnerin, die gerade ein Grab pflegt. Dass das Tor am ersten Eingang geschlossen war, findet sie nicht gut, richtig sei aber, dass endlich einmal durchgegriffen werde, damit auch der Letzte begreife, dass es so nicht gehe. "Mit dem Rad durch den Friedhof fahren, das ist pietätlos", sagt auch Renate Ohme, die mit zwei Frauen im Gespräch ist. Aus der Erfahrung berichten diese, dass sie, wenn sie Radfahrer darauf ansprechen, nur dumme Sprüche ernten würden. Ob die Schließung des Tores die geeignete Maßnahme war, darüber sind sie sich nicht einig, begrüßen aber, dass nun reagiert wird. Hierzu brennt Renate Ohme noch etwas anderes auf den Nägeln: "An den Wegen auf dem Friedhof sollte auch etwas getan werden."

Aus der Leipziger Volkszeitung vom ..

Thomas Steingen

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