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Delitzsch Radler in Delitzsch sehen Rot, wenn kein Auto kommt
Region Delitzsch Radler in Delitzsch sehen Rot, wenn kein Auto kommt
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14:26 19.05.2015
José Tonderaist aus Delitzsch ist passionierter Fahrradfahrer. Wenn er Pech hat, muss er - wie hier an der Dübener Straße - lange auf Grün warten. Quelle: Wolfgang Sens

Umweltfreundlichen Pedalrittern den Weg zu bahnen, darum geht es. Doch an so mancher Kreuzung lauert ein fast unsichtbarer Widersacher: Induktionsschleifen im Fahrbahnbelag. Sie sollen anrollende Fahrzeuge registrieren und Ampeln bei Bedarf auf Grün schalten. Auf Fahrräder reagiert die Elektronik in der Regel nicht. Und so wird aus manchem Rucki-zucki-Strampler unfreiwillig ein ratloser Radler.

Auch die Delitzscherin Anke Fährmann hat das schon erlebt. Wo sich Dübener und Albert-Böhme-Straße kreuzen, sei sie regelmäßig auf motorisierte Unterstützung angewiesen. "Öfter stehe ich dort abends auf dem Weg in Richtung Karl-Marx-Straße und erhalte kein Grün", berichtet sie. Und erinnert sich an eine Familienradtour vor ein paar Monaten: "Da standen wir alle zusammen an dieser Kreuzung und warteten und warteten. Bis irgendwann ein Auto kam."

Ursache der Radler-Ignoranz ist die technische Lösung an sich. "Bei Radfahrern gibt es Probleme, denn die Induktionsschleifen erfassen nur metallische Teile", erklärt Ingelore Ueding von der Firma Elektro Beck in Hessen, die Induktionsschleifen herstellt. "Wenn ein Auto darüber rollt, verändert sich das elektromagnetische Feld. Bei Fahrrädern funktioniert das nicht. Da nützt es auch nichts, die Empfindlichkeit höher einzustellen." Drahteseln mangelt es schlicht an Länge und Magnetismus. "Insbesondere Fahrräder mit nicht magnetischem Alu- oder Carbonrahmen haben keine Chance, wahrgenommen zu werden", bestätigt Roland Knaubel, Geschäftsführer der Elektroanlagen Delitzsch GmbH. "Auch in der Gruppe können Räder physikalisch nichts ausrichten, weil sie nicht miteinander verbunden sind."

Dabei sind Induktionsschleifen in der Verkehrstechnik durchaus beliebt. In Delitzsch gibt es außer an der Dübener Straße beispielsweise auch am Roßplatz sowie an der Kreuzung von Bitterfelder und Securiusstraße eine solche Lösung. "Es stellt sich allerdings tatsächlich die Frage, ob sich diese Art der Detektion für die Zukunft bewährt. Zumal es durch Verschiebungen im Asphalt auch immer wieder Funktionsstörungen bei Induktionsschleifen gibt", sagt Bürgermeister Thorsten Schöne (parteilos) auf LVZ-Nachfrage. Und kündigt eine technische Änderung an der Bitterfelder Straße an: Im Zuge des bevorstehenden Ausbaus soll statt einer Kontaktschleife eine Kamera installiert werden.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom ..
Von Kay Würker

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