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Rapper aus Nordsachsen erheben Vorwürfe gegen RTL-Show „Supertalent“

Fernsehen Rapper aus Nordsachsen erheben Vorwürfe gegen RTL-Show „Supertalent“

Rico Laue aus Eilenburg und Sebastian Wendler aus Delitzsch traten zusammen als „Neuzeitkinder“ bei der Castingshow „Das Supertalent“ auf und wurden nach 40 Sekunden rausgebuzzert. Nun erheben die beiden RTL-Kandidaten schwere Vorwürfe gegen die Produktionsfirma.

Rico Laue, 32, aus Eilenburg und Sebastian Wendler, 26, aus Delitzsch (von links) sind zusammen „Neuzeitkinder“.
 

Quelle: Mathias Schönknecht

Eilenburg.  Neuzeitkinder – so nennen die Musiker Rico Laue aus Eilenburg und Sebastian Wendler aus Delitzsch ihr Duo. Und ihre Musikrichtung beschreiben sie selbst als Sprechgesang. Am vergangenen Samstagabend traten sie bei der RTL-Sendung „Das Supertalent“ auf, wurden aber nach 40 Sekunden von den Juroren um Dieter Bohlen unterbrochen. Nun erheben die beiden schwere Vorwürfe gegen die Produktionsfirma UFA Show & Factual. Diese entgegnet auf Anfrage dieser Zeitung: „Wir können ja die Enttäuschung der Kandidaten verstehen, die nicht weitergekommen sind, doch die Vorwürfe sind völlig haltlos!“

Für Rico Laue alias AL-pha und Sebastian Wendler alias Basse sollte die Sendung die Möglichkeit sein, sich erstmals einem breiten Publikum zu präsentieren. Die beiden Kandidaten waren überzeugt: „Wir könnten das schaffen.“ Doch es kam anders. Nach 40 Sekunden wurden die beiden Nordsachsen rausgebuzzert. Dieter Bohlen verneinte das Weiterkommen als Erster, die anderen beiden Jury-Mitglieder Bruce Darnell und Victoria Swarovski folgten kurz darauf.

„Die haben uns verarscht“

„Ich muss mein Gesicht wahren“, sagt Rico Laue nach dem Auftritt. „Die haben uns von Anfang an verarscht“, so der 32-jährige. Dabei hatte alles so gut angefangen: Beim offenen Casting im April in Leipzig stellten sich Laue und Wendler einer Jury der Produktionsfirma UFA Show & Factual vor. „Wir wurden extrem gut angefüttert. Der Sender macht das dann aber so, dass sie uns Worte in den Mund legen, die wir niemals so gesagt hätten. Wir werden dargestellt als hochnäsige über­kan­di­delte Typen, obwohl wir nur gesagt haben: ,Wir wissen, was wir können, und wir könnten es schaffen’“, sagt Rico Laue.

Doch der Vorwurf reicht noch weiter: Nachdem die beiden die erste Casting-Runde bewältigt hatten, hätten sie vor laufender Kamera SMS an Freunde verschicken sollen; sinngemäß: Hier schaut mal, ich bin eine Runde weiter. „Dabei ist das nur Script. Alles, was dort passiert, ist Drehbuch, da ist nichts echt“, ergänzt Laue. In die nächste Runde sollten sie ausdrücklich auf Wunsch des Senders als Neuzeitkinder mit dem Outfit von ihrem ersten Casting kommen, inklusive der Sonnenbrillen, sagen die Sprechgesang-Künstler.

„Weder werden Texte vorgegeben, noch Gespräche fingiert. Auch die Wahl des Outfits und der Accessoires liegt bei den Bewerbern selbst“, erklärte dagegen UFA Show & Factual.

Lied sollte zwei Minuten lang gezeigt werden

Für ihr Lied „Wie die Zugvögel“ hätten Laue und Wendler mit der Zusage, sie könnten es mindestens zwei Minuten in der Sendung präsentieren, die Rechte an Sony Music abgetreten. Nun vermuten sie, dass ein anderer Künstler ihren Song weiterverwendet. Laue und Wendler gehen sogar davon aus, dass es Kalkül war, den Auftritt nach wenigen Sekunden zu beenden, um das Lied nicht bekannter zu machen. Die Kölner Produktionsfirma relativiert: „Das stimmt nicht. Die beiden Sänger haben einer Ausstrahlung ihres Werks bei ,Das Supertalent’ zugestimmt. Eine weitere Rechteabtretung gibt und gab es nicht und wurde seitens des Senders oder der Produktionsfirma auch nicht gefordert oder gewünscht.“

Laue und Wendler kritisieren den Sender scharf

Rico Laue und Sebastian Wendler fühlen sich dennoch vom Sender massiv hintergangen. „Uns ging es nur darum, endlich Gehör zu finden, und dass endlich verstanden wird, was wir wirklich wollen. Ohne dass es mit Vorurteilen einhergeht, nur weil wir so auftreten wie wir auftreten.“ Laue und Wendler sehen sich bewusst in das Klischee der Ostdeutschen gedrängt.

„Uns ist ein solches Klischee nicht bekannt. Die Teilnehmer zeigen sich auf der Bühne so, wie sie es möchten und für richtig halten. Dabei haben alle Mitbewerber die gleiche Chance, ihren Auftritt vorzubereiten und sich auf der Bühne zu präsentieren. Dass der Bühnenauftritt durch eine Jury bewertet wird, ist allen Teilnehmern vorab bekannt. Offensichtlich ist das Urteil im Fall der beiden Teilnehmer nicht wie erwartet ausgefallen“, schließt die Produktionsfirma UFA Show & Factual ihre Ausführungen ab.

Von Mathias Schönknecht

Der Auftritt des Rapduos Neuzeitkinder bei Dieter Bohlen:


 

 

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