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Delitzsch Raserei stört die beschauliche Ruhe im Krostitzer Ortsteil Kupsal
Region Delitzsch Raserei stört die beschauliche Ruhe im Krostitzer Ortsteil Kupsal
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06:05 05.09.2017
Ilka Bunge und ihr Sohn Alexander genießen das ruhige Landleben auf ihrem Bauernhof, den die Familie mit der Vermietung von Ferienwohnungen umgenutzt hat. Quelle: Thomas Steingen
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Kupsal

Was ist eigentlich los auf dem Land? Was wird geredet im Dorf? Was bewegt die Menschen? Die LVZ-Serie „Unterwegs in“ ... zeigt es.

Ganze 74 Seelen zählt der kleine Ort Kupsal in der Gemeinde Krostitz. Wobei sich männliche und weibliche Einwohner zahlenmäßig in etwa die Waage halten. Etwas abseits von Hauptverkehrswegen stören im Normalfall nur hin und wieder die über das Dorf fliegenden Flugzeuge die beschauliche Ruhe. Und diese mache es aus, warum die Kupsaler hier und nicht woanders wohnen, schätzt Frank Bork. Der 57-Jährige ist hier aufgewachsen und – nachdem er sich ein Haus gebaut hat – hängengeblieben. „Ich bin zufrieden, wohne gern hier und der Hofladen der Familie Bischoff ist ein Gewinn für den Ort“, erzählt er.

Geschwindigkeitsmessungen gefordert

Ganz so ruhig, wie es für den Besucher erscheinen mag, sei es in Kupsal aber nicht, schränkt Heidrun Bischoff ein, die mit ihrer Familie an einer der beiden Ortsdurchfahrtsstraßen wohnt. „In jüngster Zeit rasen viele Auto durch den Ort“, berichtet die 62-Jährige. Sie ist nicht die einzige, der diese Entwicklung negativ aufstößt. Beschwerden haben mittlerweile auch den Krostitzer Gemeinderat erreicht, sodass sich Bürgermeister Wolfgang Frauendorf (CDU) um Geschwindigkeitsmessungen bemühen will, weil offenbar viele in den Hauptverkehrszeiten früh und nachmittags den Weg durch Kupsal als Abkürzung zwischen Bad Düben und dem BMW-Werk in Leipzig wählen und dabei oft zu schnell durchs Dorf fahren.

Weil sie aus der Landwirtschaft stammen, lieben Heidrun und ihr Mann Rudolf, der seit seiner Kindheit in Kupsal ansässig ist, das Leben auf dem Land. „Für uns war das naheliegend. Hier habe ich meinen Garten und kann entspannen.“ Der besondere Reiz ist für die studierte Landwirtin, dass auf ihrem Anwesen auch ihr Sohn Thomas und Tochter Kristina mit ihren Familien leben. So hat sie Kinder und Enkel um sich, was Heidrun Bischoff sehr schätzt. Zudem ist sie die Chefin im Hofladen. In ihm wird von Oktober bis Ostern Fleisch vermarktet, das der Familienbetrieb produziert.

Ferienwohnungen auf dem Bauernhof

Auch Steffen Bunges Wurzeln stecken in Kupsaler Erde. Mit seiner Frau Ilka hat sich der 47-Jährige auf dem Hof seiner Familie seine Existenz aufgebaut. „Es hat sich einfach so ergeben“, erinnert sich Ilka Bunge. „Außer das Wohnhaus stand nach der Wende fast alles leer.“ 1999 errichtete die Familie auf dem Gut die erste Ferienwohnung. Später baute sie noch Nebengebäude aus, sodass sie heute auf ihrem Hof, der zu einem Schmuckstück geworden ist, mehrere Ferienwohnungen vermieten kann. Schade findet Ilka Bunge, dass das kleine Kupsal in der Gemeinde doch etwas vernachlässigt werde.

Von Thomas Steingen

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