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Delitzsch Rauchen und Drogen - Delitzscher Schüler gehen cool mit dem Thema um
Region Delitzsch Rauchen und Drogen - Delitzscher Schüler gehen cool mit dem Thema um
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14:03 19.05.2015
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Delitzsch

Delitzscher sind da keine Ausnahme. "Grundsätzlich sind junge Leute heute risikobereiter als früher. Der Spaßfaktor wird in der heutigen Gesellschaft groß geschrieben. Delitzsch steht da Leipzig in nichts nach", sagt Cornelia Engelhardt von der Suchtberatung des Behindertenzentrums Delitzsch. Zu ihr kommen Menschen, die mit ihrem Konsumverhalten bei Drogen nicht mehr klar kommen, Schüler sind dabei allerdings die Ausnahme. "Da fehlt quasi noch ein Stück Geschichte", drückt es Engelhardt aus. Die Problemlage bei jugendlichen Drogenkonsumenten sei anfangs noch nicht so hoch und der Leidensdruck geringer, sodass meistens erst mal versucht wird, die Probleme innerhalb der Familie abzufangen. Doch es müssen ja nicht immer gleich härtere Drogen sein. Auch das Rauchen ist nach wie vor ein Problem bei Kindern und Jugendlichen. Laut dem Drogen- und Suchtbericht der Bundesregierung aus diesem Jahr ist der Tabakkonsum Jugendlicher im letzten Jahrzehnt zwar gesunken, aber immer noch ein großes Thema. Allerdings sind die letzten Zahlen auch schon ein paar Jahre alt. Am Ehrenberg-Gymnasium startet in einer fünften Klasse gerade ein Projekt mit dem Titel "Be Smart - Don't Start", organisiert von der Lehrerin Christine Amenda. Das Ziel: Jugendliche vom Rauchen abzuhalten. "Vor einigen Jahren bin ich auf die Problematik aufmerksam geworden, weil ich in einer sechsten Klasse eine Raucherin hatte", erklärt Lehrerin Amenda ihre Beweggründe, bei dem bundesweiten Projekt mitzumachen. Zwar dürften die Schüler am Gymnasium eh nicht rauchen, außerhalb der Schulzeit könne man das aber natürlich nicht kontrollieren.

Auch Sabine Haupt hat jahrelang mit verschiedenen Klassen an dem Projekt teilgenommen. Sie ist Lehrerin und die Leiterin der Gesundheitsförderung an der Oberschule Delitzsch-Nord. Für sie hatte das Programm sehr positive Auswirkungen auf die Schüler. "Es gab vor allem ein steigendes Selbstbewusstsein, Nein zu sagen", hat Haupt festgestellt. Klar sei aber auch: "Sobald das Projekt endet, hört auch das Interesse der Schüler daran auf." Die Jugendlichen seien eben vielen wechselhaften Eindrücken ausgesetzt. In den unteren Klassen sei Rauchen allerdings auch eine seltenes Phänomen, ab der achten Klasse gebe es dagegen meistens drei bis vier Schüler pro Klasse, die zur Zigarette greifen würden.

Aber wie ist die Situation eigentlich bei Drogen? Christine Amenda vom Gymnasium macht sich da keine Illusionen. Drogen seien bei Jugendlichen natürlich allgemein ein Thema, am Gymnasium habe es aber keine konkreten Fälle gegeben.

Ähnlich sieht das Sabine Haupt von der Oberschule. Sie redet viel mit den Schülern über das Thema Drogen. Ein wachsendes Problem ist in ihren Augen Cannabis. Chrystal, eine aufputschende Droge, die sich laut Polizeiberichten besonders in Sachsen weiter verbreiten soll, sei nach ihren Erfahrungen dagegen noch kein Thema. Laut Sabine Haupt sind sich die Schüler durchaus darüber bewusst, dass Drogen ein Problem sind. Ein Anzeichen dafür: Der Schülerrat hat bei dem Thema von sich aus mehr Prävention gefordert.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 30.12.2014
Lucas Grothe

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