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Delitzsch Raus aus der Nische: Delitzscher Bauernläden im Aufwind
Region Delitzsch Raus aus der Nische: Delitzscher Bauernläden im Aufwind
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00:33 29.10.2015
Das Angebot im Hofladen der Firma Lienig wächst immer weiter, die Kunden kommen nicht nur aus der näheren Umgebung der Loberstadt. Quelle: Alexander Prautzsch
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Döbernitz/Badrina

Es galt der Anspruch, regionale Produkte, die eben nicht in jedem Supermarktregal zu finden sind, bei einer festen Adresse bekommen können. "Wir hatten im Nachgang sogar einen Interessenten, der genau diesen Handel aufziehen wollte, weil die Resonanz so gut war", berichtet die Delitzscher Wirtschaftsförderin Ricarda Steinbach im Rückblick auf LVZ-Anfrage. Die Pläne hätten sich aber leider zerschlagen. Dafür wächst und gedeiht der Gedanke nun Stück für Stück andernorts und nicht minder erfolgreich.

"Wir haben unseren Hofladen nach und nach erweitert, weil die Nachfrage deutlich da war und ungebrochen ist", berichtet Andrea Lienig vom Kartoffelhof Lienig in Döbernitz. Wo anfangs in erster Linie die eigenen Kartoffeln und Futtermittel vom Hof verkauft wurden, kam vor allen in den letzten zwei Jahren ein Baustein nach dem anderen dazu. Marmelade regionaler Produzenten aus Nordsachsen und der Umgebung folgten zum Beispiel Kekse aus Laußig, dann noch Wels aus Jesewitz und jetzt als neuestes Angebot auch Milch und Milchprodukte aus Bennewitz. Die Leute würden gerne frische, individuelle Produkte kaufen. Bei jedem neuen Angebot setze erst ein regelrechter Ansturm ein, dann pendle sich ein dauerhaftes Niveau ein. Auch ein Direktvermarkter mit Fleisch vom Sattelschwein steht regelmäßig vor dem Hofladen. "Wir suchen jetzt noch einen Bäcker, der ebenfalls frische Waren bei uns anbietet, dann wäre die Sache rund", plant Andrea Lienig. Auffällig sei, dass die Kunden zunehmend bewusster einkaufen würden und bereit seien, dafür auch mehr zu zahlen.

Das hat auch Bärbel Westphal vom Bauernlädchen in Badrina beobachtet: "Die Frischmilch aus Bennewitz ist zwar teurer als die im Supermarkt, aber sie ist ein Renner." Um die 1,30 Euro für den Liter und damit für den Milchbauern einen akzeptablen Preis muss man für solche Milch hinlegen. Das schrecke aber die bewussten Käufer nicht, so Westphal. "Es ist nämlich die Art Milch, die nicht schlecht wird, sondern aus der man noch Quark oder Dickmilch machen und genießen kann. Es ist eben echte Milch", betont die Händlerin. Vor allem aus Leipzig und Umgebung kommen viele Kunden. Ergänzt wird die reichhaltige Palette in Badrina unter anderem von Obst und Säften aus Pohritzsch, Fleischwaren, Honig aus Brinnis, Eiern und Marmelade aus eigener Produktion des nur 24 Hektar kleinen landwirtschaftlichen Betriebs. "Es sind die Zeit und die Ruhe wie in früheren Zeiten, die die Kunden oft loben", berichtet Bärbel Westphal. Regionales Einkaufen bedeute, da sind sich die beiden Pionierinnen einig, auch Einkaufen wie anno dazumal - mit direkter Bedienung über die kleine Ladentheke, an der noch ein Schwätzchen gehalten werden kann. Wobei das Bauernlädchen auch liefert.

"Ich selbst bin Fan des regionalen Einkaufens, wenn es bislang auch damit verbunden ist, etwas mehr Aufwand mit Reisen von Hof zu Hof zu betreiben", sagt Ricarda Steinbach, "und ich beobachte, dass immer mehr so denken." Dass das regionale Einkaufen aus der Nische kommt, belegt auch der Weg, den die Ökokiste Leipzig nun geht. Das bisherige Liefergeschäft vom Lobacher Bio-Hof in Kreuma soll nun auch noch durch einen Hofladen ergänzt werden.

Christine Jacob

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