Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Delitzsch Regionale Initiative Delitzsch ist Geschichte
Region Delitzsch Regionale Initiative Delitzsch ist Geschichte
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:18 21.11.2016
Rettung in Sicht? Zur Übernahme des Spielzeuglandes sollen bereits Gespräche laufen, um das soziale Projekt fortführen zu können. Quelle: Christine Jacob
Anzeige
DELITZSCH

Die Stimmung ist gedrückt. Das Lächeln fällt den Mitarbeitern der Regionalen Initiative Delitzsch (RID) schwer. Von Tag zu Tag wird das Aus für den krisengeschüttelten Verein felsenfester. „Es tut schon weh nach 13 Jahren, die wir hier gearbeitet haben. Und es wird mit jedem Tag deutlicher, dass es vorbei ist“, schildert RID-Vizevorsitzende Daniela May. Nun steht vor allem die Frage, was aus jenen Projekten der RID wird, die sich gerade bei Sozialschwachen als wichtige Stütze etabliert hatten.

Am Dienstag ist die letzte vom Arbeitsamt geförderte Maßnahme des Bildungsvereins ausgelaufen, der Menschen wieder für den Arbeitsmarkt fit machen wollte. Die nächsten Tage wird es immer und immer stiller werden im Sitz in der Schulstraße 23, wo der Verein seit Jahresbeginn untergebracht war, weil die Westschule wiederum als Ausweichquartier für die Sanierung der Nord-Oberschule gebraucht wird. Seine Auflösung hatte der Verein bereits Mitte Oktober im Rahmen einer außerordentlichen Mitgliederversammlung beschlossen. 13 Menschen verlieren ihren Job. Die RID war in finanzielle Schwierigkeiten geraten, weil geförderte Maßnahmen und damit die großen Einnahmequellen weggebrochen sind. Der Verein zog die Notbremse, um nicht Insolvenzverschleppung vorgeworfen zu bekommen. Am 1. Januar 2017 wird die einjährige Liquidationsphase des Vereins beginnen.

Delitzscher Spielzeugland in der Schwebe

In diesen Tagen beginnen die Mitarbeiter, ihre Überstunden abzubauen, nehmen die restlichen Urlaubstage. Daher kann der Vereinssitz in der Schulstraße nicht mehr in allen Bereichen laufen wie bisher gewohnt. Die Öffnungszeiten des Spielzeuglands werden ab sofort von mehreren Tagen die Woche auf Dienstag und Donnerstag jeweils von 11 bis 15 Uhr reduziert. Nach einer gründlichen Aufbereitung durch die RID wurde und wird von dort aus Spielzeug an Kinder in bedürftigen Familien weitergereicht – kontrolliert wird die Herausgabe unter anderem durch ein Punktesystem. Die Regale sind voll. Gesellschafts- und Brettspiele, Puppen, Kinderbücher, Filme und auch Kuscheltiere und Kleidung liegen in den Regalen. 200 Familien zählt die RID-Kundendatei fürs Spielzeugland. „Es ist hier noch vieles zu holen“, betont Daniela May, „gerade vor Weihnachten sollten die bedürftigen Familien sich melden, um ihren Kindern eine schöne Bescherung zu machen.“ Denn: In Betrieb gehalten werden kann das Spielzeugland nur noch bis 8. Dezember. Dann ist auch dieses Projekt Geschichte – vorerst jedenfalls. Es sollen bereits Gespräche zu einer möglichen Übernahme laufen, damit das karitative Spielzeugland bestehen bleibt.

Bücherwand soll weiter existieren

So verhält es sich auch mit der Bücherwand. Auch in diesem Fall gibt es wiederum andere Engagierte, die am Fortbestand arbeiten wollen. Kostenlos, anonym und ohne jegliche Formalitäten konnten von dort Bücher ausgeliehen werden. Hunderte Bücher vom Kinderbuch über die Werke der Weltliteratur und so mancher Unterhaltungsliteratur bis hin zum Sachbuch sammelten sich in den Regalen. Auch in der Alten Stadtgärtnerei im Chronist-Lehmann-Weg wurde von der RID eine Freiluft-Bibliothek etabliert. Das Areal wird bekanntlich Bestandteil eines neuen Baugebiets. Die Bücherwand in der Schulstraße kann vorerst noch von Montag bis Freitag 8 bis 15 Uhr besucht werden.

Von Christine Jacob

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Einen Abend lang eingesperrt sein. Knapp 20 Delitzscher haben das freiwillig mit sich machen lassen – einfach nur aus Liebe zum gedruckten Wort. Die Delitzscher Buchhandlung hat damit eine erfolgreiche Premiere gefeiert, die nach Wiederholung schreit.

17.11.2016

Der ehemalige ärztliche Direktor und medizinische Geschäftsführer der Kreiskrankenhaus Delitzsch GmbH ist im Alter von 71 Jahren an einer schweren Erkrankung verstorben. Die Mitarbeiter und die Geschäftsführung der Kliniken Delitzsch und Eilenburg trauern mit der Familie des Verstorbenen.

17.11.2016

Viele Hinweise erhielt Delitzschs Oberbürgermeister Manfred Wilde (parteilos), als er im Oktober zum Bürgerdialog ins Wohngebiet Sandmark kam. Einige Anregungen der Bürger will die Stadt jetzt umsetzen. Unter anderem ist geplant, 2017 einen Fußweg von der Sandmark bis zum Wohngebiet Werbener Teich zu bauen.

19.11.2016
Anzeige