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Delitzsch Reibitzer Dorfbewohner wollen einen Heimbeirat
Region Delitzsch Reibitzer Dorfbewohner wollen einen Heimbeirat
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00:22 09.02.2018
Das Heim für unbegleitete minderjährige Ausländer in Reibitz. In ihrer Freizeit können sich die Bewohner sportlich betätigen. Quelle: Wolfgang Sens
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Löbnitz

Der Reibitzer Gemeinderat Eberhardt Erhardt (Mandat der SPD) fühlt sich unzureichend über das Flüchtlingsheim im Dorf, das für unbegleitete minderjährige Ausländer (UMA) eingerichtet wurde, informiert. Er regte die Bildung eines Heimbeirates an, in dem sowohl der Gemeinderat als auch Reibitzer Bürger vertreten sein sollten.

Zukunftspläne für das Heim

Seine Auffassung, und wie er darstellte auch die weiterer Reibitzer Einwohner, äußerte er während der Gemeinderatssitzung öffentlich. Als Grund nannte er einen Beitrag in dieser Zeitung, der sich auf ein Gespräch zum Thema Flüchtlingsheim mit Heiko Wittig, SPD-Gemeinderat und Vorstandsmitglied des Soziokulturellen Zentrum Delitzsch, dem Trägerverein des UMA-Heimes, bezog. Darin wurde unter anderem über die Zukunft der Einrichtung gesprochen.

Drei Varianten für die Nachnutzung

Für Eberhadt Erhardt sei es nicht hinzunehmen, dass der Gemeinderat nicht vorab über Pläne unterrichtet worden sei. Es fehle ihm an einer „kompletten Information“. Er wisse von einer vagen Zukunftsplanung und auch den drei Vorzugsvarianten. Wie Beispiel einem Mutter-Kind-Heim, einem deutschen Kinderheim und auch einem Heim für sogenannte schwererziehbare Kinder. Wohin die Entwicklung aber tatsächlich ginge, sei bislang nicht erkennbar. Und auch die Reibitzer fühlen sich auf diesem Weg nicht mitgenommen.

Wittig: Wir haben keinen Ärger

Heiko Wittig (SPD) zeigte sich indes überrascht von der Äußerung seines Amtskollegen. Von einer negativen Diskussion habe er bislang nichts gehört. „Wir haben keinen Ärger mit den Reibitzern“, beteuerte er. Es gebe keine Probleme. Ein Problemjunge habe längst den Ort verlassen, alles sei geklärt worden.

Es stimme, es würden tatsächlich immer weniger Jungs, die die Einrichtung nutzen. „In Kürze bekommen wir aber drei junge Männer aus Afrika zugewiesen, dann sind wir wieder bei 15 Bewohnern“, teilte Wittig mit. Trotzdem komme der Trägerverein seinen finanziellen Verpflichtungen gegenüber der Gemeinde weiter im vollen Maße nach. Die Kostensatzverhandlung stellten sich allerdings schwierig dar.

Belegungszahlen nicht erreicht

Statt der erhofften 90-prozentigen Belegung, die eine auskömmliche Finanzierung gesichert hätte, läge sie derzeit bei 75 Prozent. „Wir haben die erhofften Belegungen nicht erreicht“, stellte Wittig ernüchternd fest. Damit sei es auch nicht gelungen, dass Geld für zusätzliche, eigentlich geplante Investitionen wie beispielsweise für die Sanierung der Sporthalle, aufzubringen. „Wir konnten zwar dieses Geld nicht erwirtschaften, aber kommen ohne ein Minus trotzdem hin“, betonte er weiter. Das Reibitzer Heim werde weiterhin als Flüchtlingsunterkunft genutzt werden müssen, weil andere Heime zwischenzeitlich in Nordsachsen schließen würden.

Mutter-Kind-Heim ausgeschlossen

Dass es in der Zukunftsplanung dann ein Mutter-Kind-Heim werde, schloss Heiko Wittig nahezu aus. Erste Prüfungen hätten ergeben, dass nochmals erhebliche Investitionen nötig wären. Die Grundrisse der Räume müssten verändert werden. „Für Mütter mit ihren Kindern sind sie einfach zu klein.“ Von „schwererziehbaren Kindern“, habe er nie gesprochen.

Bürgermeister Axel Wohlschläger (CDU) griff den Gedanken Heimbeirat auf und kündigte in einer nächsten Gemeinderatssitzungen an, dass Thema auf die Tagesordnung zu setzen.

Von Ditmar Wohlgemuth

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