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Delitzsch Reibitzer Tagelöhnerhaus könnte zum Dorf-Wohnzimmer werden
Region Delitzsch Reibitzer Tagelöhnerhaus könnte zum Dorf-Wohnzimmer werden
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07:00 06.11.2018
Auf dem kleinen Gehöft wachsen die Büsche. Ines Pleger will das Tagelöhnerhaus in Reibitz mit der Scheune nebenan wieder als Dorfzentrum beleben. Quelle: Heike Liesaus
Reibitz

Eigentlich waren das alte Reibitzer Tagelöhnerhaus und die dazugehörige Lehmscheune bereits von der Gemeinde zum Abriss freigegeben. Doch Ines Pleger engagiert sich für dessen Erhaltung: „Es gibt einfach kaum noch alte Bausubstanz im Ort.“ Die will sie unbedingt erhalten. Eine Möglichkeit wäre es, den Hof zu einer Art Dorf-Wohnzimmer zu machen. Und deshalb hat sie die Gemeinde davon überzeugt, am aktuellen Sächsischen Ideenwettbewerb für den ländlichen Raum teilzunehmen. Denn Kommunen, die sich dabei bewerben, bekommen höhere Preisgelder. Vielleicht ließe sich damit das Projekt stemmen.

Dornröschen-Hof

Schließlich gehört das Grundstück immer noch der Kommune. Und der Allgemeinheit sollen Haus und Scheune, wenn es nach Ines Pleger geht, auch weiterhin zur Verfügung stehen. Es gibt nebenan zwar den Seniorentreff und Gerätehaus aber viel Platz zum Zusammenkommen ist dort nicht.

Was hätte das Tagelöhnergehöft zu bieten? Ines Pleger öffnet die Hoftür: Die Fläche dahinter ist schon mit niedrigen Sträuchern überwuchert. Ein Dornröschen-Hof. Das Haus steht seit mehr als 30 Jahren leer, zwischenzeitlich wurde es als Domizil für die Kräfte der Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen der Gemeinde genutzt. Aber auch das ist schon mehr als zehn Jahre her.

Durchblick

„Der Hof sollte geöffnet werden“, zeigt Ines Pleger. Die Scheunenwände, auf die dann der Blick vom Dorfplatz her fällt, sollten mit riesigen Glasfenstern so gestaltet werden, dass sie den Durchblick in Richtung des grünen Kreuzgangs freigeben. Den hat die 50-Jährige bereits eigenhändig hinter der Kirche angelegt. Die Buchen müssen nur noch wachsen. Im Mittelpunkt und damit in Sichtachse soll das Metall-Kreuz stehen, dass einst den Kirchturm bekrönte. Früher war dort Komposthaufen, Unkraut, auch Müll – kurz Unland. Mitsamt dem gestalteten Tagelöhnergehöft bekäme das Dorf eine gewisse Sehenswürdigkeit.

Kochen, reparieren, gärtnern

In der Scheune könnten sich die Reibitzer treffen, Feste feiern. „Ich weiß auch von zwei drei älteren Damen, die kochen gut und vor allem gern. Doch für sich allein lohnt es nicht. Sie würden es gern für mehrere tun. Auf der anderen Seite gibt es sicher ältere Reibitzer, die eben nicht kochen können“, entwickelt die Ines Pleger Ideen. Vielleicht würden auch Trucker anhalten und sich beköstigen lassen. Schließlich gibt es den Imbiss an der Kreisstraße in Reibitz nicht mehr. Es könnte auch ein Reparatur-Café entstehen. Denn es gibt im Ort auch Senioren, die gerne werkeln und ihre Kenntnisse weitergeben. Das Tagelöhnerhaus selbst könnte als Übernachtungsmöglichkeit ausgebaut werden, die bei Feiern gefragt sind. Ines Pleger denkt aber auch an die Bewegung der „Stillen Gärten“. Davon gibt es 400 weltweit, aber erst einen in Deutschland. Am Reibitzer Tagelöhnerhaus könnte der zweite entstehen.

Gemeinde-Bewerbung

All diese Ideen hatte die 50-Jährige vor einigen Tagen im Gemeinderat vorgestellt. Normalerweise hat die Kommune natürlich kein Geld für solche Projekte. Die Sanierungskosten werden mit sechsstelligen Beträgen angesetzt. Aber mit einem Preisgeld beim Ideenwettbewerb könnte das gesichert sein. Über Vermietungen nicht allein für Feiern, sondern zum Beispiel auch für Seminare könnten die Betriebskosten gedeckt werden. Am Ende ließen sich die Räte überzeugen: Die Bewerbung kostet nichts, ist unkompliziert und wird abgeschickt.

Von Heike Liesaus

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