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Delitzsch Reinhard Zänkers Givebox ist der Renner in Delitzsch
Region Delitzsch Reinhard Zänkers Givebox ist der Renner in Delitzsch
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18:08 07.06.2017
Kaum ist die Givebox von Reinhard und Hannelore Zänker (hinten) frisch bestückt, kommen die ersten Passanten. Quelle: Manuel Niemann
Delitzsch

„Ich könnte jetzt wirklich nicht sagen, was noch nicht dagestanden hat“, sagt Reinhard Zänker. Gerade hat er die Givebox, die er 2015 auf seinem Grundstück in der Erzbergerstraße 10 a angebracht hat, wieder bestückt. Das macht er mit seiner Frau zwar regelmäßig, aber mittlerweile hat sich das simple System durchgesetzt. Das ist denkbar einfach: Wer etwas Ausgedientes, aber noch Brauchbares hat, kann es auf der Ablagefläche, die in die Grundstückhecke eingelassen ist, abstellen. Wer Gefallen an einem der abgelegten Stücke hat, nimmt es mit.

Treffpunkt für Passanten und Nachbarn

Auch heute lassen die Passanten, die vom Stadtpark die Straße passieren, nicht lange auf sich warten. Neugierig werden die möglichen Trophäen begutachtet. Neben Gläsern, Töpfen, Bleikristall, ganzen Besteckkästen stehen auch eine Standuhr, Ranzen, Spielzeuge oder ein Elefant aus Porzellan abholbereit. Zänker weiß, manches davon wird bei der Wertstoffsammlung zur Münze gemacht. Aber er hat kein Problem damit, solange nicht Intaktes wie Elektrokabel von Geräten abgeschnitten werden. Die üblichen Verdächtigen dafür kennt er. Vom Fenster aus beobachtet er manchmal das Treiben, während seine Frau auch das Gespräch sucht. Die Givebox ist auch ein Ort des Austauschs.

Nette Gespräche an der Hecke

Ungezwungen kommt man ins Gespräch mit Fremden, neuen und alten Nachbarn. Vom Fenster lassen sich kleine Studien betreiben, die über die Bevölkerungsgruppen in der Stadt Aufschluss geben. So sagt Zänker, dass jüngere Leute sich leichter von Dingen trennen. Das liege an anderen Gewohnheiten: Ein mehrteiliges Ess- oder Kaffeeservice halten die nicht mehr bereit, man gehe weg zu bestimmten Anlässen. „Die Alten können sich von nichts trennen“, schmunzelt er. Für manchen Rentner, sagt er, sei die Box aber auch ein Anziehungspunkt, um beim Spazieren ein Ziel zu haben. Ähnlich ist es bei Silvia Wenzel, sie sucht in Parknähe Futter für ihre Kleinnager und kommt so zwangsläufig immer mal wieder an der Givebox vorbei. Wie viele schaut sie dann nach, was es gibt. Auch sie habe schon schöne Sachen mitgenommen, anderes, an dem sie sich zuhause satt gesehen hat, dann dagelassen. „Manchmal geht‘s hier zu wie im Taubenschlag“, sagt sie.

Freude wiegt Arbeit auf

Reinhard Zänker sieht die Arbeit, die die Box auch macht, etwa wenn etwas zu Bruch geht, gelassen. Der 66-Jährige sagt: „Ich schaffe hier dreifach Freude. Der, der etwas abstellt, ist froh. Der, der etwas mitnimmt auch. Und wenn der, der etwas abgestellt hat, sieht, dass das weg ist, freut ihn das noch einmal.“

Von Manuel Niemann

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