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Rekordbeteiligung auf der Schenkenberger Alm - Voltigier-Veranstaltung stößt an Grenzen

Rekordbeteiligung auf der Schenkenberger Alm - Voltigier-Veranstaltung stößt an Grenzen

Delitzsch. Es wurde das erwartete Mammutprogramm. Dennoch ging am Sonnabend das 12. Voltigierturnier auf der Schenkenberger Alm ohne nennenswerte Verspätungen, vor allem aber auch ohne Verletzungen an Mensch und Tier über die Bühne - im konkreten Fall war es eher der Zirkel mit einem Durchmesser von 22 Meter.

Über 300 Aktive aus ganz Deutschland reisten zum Saisonauftakt-Wettkampf an. Zum Aufeinandertreffen der zwei prominentesten Starter, Vize-Weltmeister Erik Oese und dem Lokalmatador und WM-Teilnehmer Daniel Kaiser, kam es nicht. Oeses Pferd war krank. Der gastgebende Reit- und Voltigierverein Schenkenberg bot allen Aktiven und Zuschauern beste Bedingungen und baute auf die Hilfe zahlreicher Unterstützer.

"Wir haben die besten Voltigiereltern der Welt" postete der Verein auf seiner Internetpräsentation, die übrigens nicht nur einen Besuch wert ist. Gleichwohl räumt der Veranstalter ein, an die Grenzen von Platz und Personal gestoßen zu sein. Man werde sich für künftige Turniere etwas einfallen lassen (müssen), damit die Situation "wieder etwas gemütlicher" wird. Kritik, dass die Atmosphäre dem Wettbewerb abträglich gewesen wäre, wurde allerdings nicht laut.

Bereits um 7.30 Uhr stand das Einzelvoltigieren in der Leistungsklasse L (leicht) auf dem Programm. Für die Gastgeber hieß es damit zeitig aufstehen. "Sonst hätten wir es nicht geschafft", verriet Tanja Mazur, die trotz der frühen Stunde schon hellwach schien. Da wurde Stunden vorher im Stall gewerkelt, ebenso wie im Umfeld und in der Halle alles Nötige platziert. Alles wurde rechtzeitig fertig.

"Für uns alle ist es der erste Turniervergleich, nachdem wir zahlreiche Lehrgänge bereits absolviert haben", erklärte Peter Wagner die Bedeutung dieses besonderen Termins auf der Alm. Wagner musste an diesem Tag seine Augen und Ohren im wahrsten Sinne des Wortes in Doppelfunktion nutzen. Zum einen betreute er die Teams des heimischen Vereins, andererseits war er als Landestrainer unterwegs. Diese Doppelbelastung machte dem studierten Tierarzt offenbar nichts aus. "Völlig entspannt" sah es zumindest auch Ehefrau Katja Wagner nach reibungslosen Verlauf des Vormittags und klopfte, "weil es helfen soll" vorsichtshalber auf Holz.

Den ersten Auftritt der Gastgeber gab es in der Juniorgruppe. Schenkenberg III mit Longenführer Gerhard Kluger und Pferd Wotan trat zu Pflicht an, bekam 4,65 Punkte und landete auf

Rang acht. Schenkenberg II, in völlig neuer Besetzung, kam mit den Anforderungen besser zurecht, obgleich die Nervosität vor dem ersten Wettkampf zu spüren war. Acht Pflichtelemente waren zu absolvieren, die von drei Kampfrichtern bewertet wurden. "Wir haben extra keine sächsischen Kampfrichter genommen, weil wir wissen wollten, wo wir momentan im Vergleich stehen", so Peter Wagner. So kamen zwei aus Hamburg, einer aus Thüringen, einer aus Bayern.

Betreut wird das zweite Juniorteam von den zwei Wagners, aber auch von Tanja Mazur und Jeanette Stelzer. Alle vier waren sich darin einig, dass "sich das Team fürs erste Mal gut geschlagen" hat. Mit sich selbst nicht so im Reinen war Lisa Marie Wagner. "Ich glaube, ich habe mich bei der Mühle verzählt", reflektierte sie später ihre Übung. Die jungen Mädchen stellen hohe Anforderungen an sich selbst, sprühen förmlich vor Begeisterung und Ehrgeiz. Das sieht auch Vereins-Urgestein Gerhard Kluger gern. Er ist Rentner und im Verein nach wie vor eine wichtige Stütze und profunder Meister seines Faches. Tochter Kathleen übernahm mittlerweile die Vereinszügel als Vorsitzende. Nichttestotrotz nimmt sie auch die "Minis" unter ihre Fittiche. Bei einer Schau zeigte sich schon mal, was sie drauf haben.

Mit neuem Pferd Neo startete Schenkenberg I in den Wettkampf. Die Athletinnen zeigten sich bereits in bestechender Form und kassierten 6,33 Punkte in der Pflicht - Platz eins. Peter Wagner war "sehr zufrieden" mit den Leistungen seiner Schützlinge. Allerdings klang es eher danach, als wenn er es genau so erwartet hatte. Sichtlich überrascht schien er allerdings von Anne Pradel (6,8 Punkte) und Josephine Potyralla (6,49). Die beiden belegten Platz zwei beziehungsweise Rang sechs in der Einzelkonkurrenz. Einmal mehr werde so der Fleiß beim Training belohnt. Nach dem Turnier ist bekanntlich vor dem Turnier. Die nächsten Ziele sind bereits anvisiert. Unter anderem das CVI-Turnier Ende Juni in Krumke. Aber auch offene Landesmeisterschaften in Berlin/Brandenburg und in Sachsen-Anhalt stehen im Kalender. Nicht zuletzt sind es aber die Deutschen Meisterschaften, auf die sich die Schenkenberger gezielt vorbereiten. Der Vollständigkeit halber sollte an dieser Stelle nicht vergessen werden, dass auch Starterinnen und Mannschaften aus Hohenroda, Reibitz und Löbnitz im Turnierzirkel agierten, Pflicht und Kür absolvierten. Landesbeste L-Gruppe wurde zum Beispiel der RVV Reibitz I, an der Longe Christina Otto.

Beim Einzelvoltigieren in der S-Gruppe lief alles voraussehbar, dennoch aber überraschend knapp ab. Es gewann Favorit Daniel Kaiser (RFV Löbnitz/8,27 Punkte) vor Ulrike Posselt (RVV Schenkenberg/7,53 Punkte). Dritte wurde Constanze Schwarz (RV Eichkamp Berlin/6,84 Punkte). "Es wäre sicher sehr spannend und interessant geworden, wenn Erik Oese den Wettkampf hätte wahrnehmen können", verriet Peter Wagner noch.

Schenkenberg III: Leonie Krasa, Lea Friedrich, Antonia Rosenmeyer, Zoe-Nives Pflugbein, Tia Nürnberger, Lisa Marie Wagner, Amy Rühl. Schenkenberg II: Natali Essig, Marie Beutel, Natilie Helm, Daniel Gläser, Sophie Peterson, Belinda Heinemann. Schenkenberg I: Anne Pradel, Leonie Krasa, Josephine Potyralla, Janika Kirchner, Kim Amelie Bechstedt, Vanessa Marx.

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 28.04.2014

Kasel, Beatrice

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