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Delitzsch Restauratoren verhelfen Renaissance-Portal im Delitzscher Schloss zu neuem Glanz
Region Delitzsch Restauratoren verhelfen Renaissance-Portal im Delitzscher Schloss zu neuem Glanz
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01:00 13.10.2011
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. Die überarbeitete Flügeltür wurde am Dienstag eingebaut.

Seit Mitte Juli arbeiten die Fachleute am Hofportal des Schlosses. Mit den Steinmetzarbeiten ist Diplomrestauratorin Birgit Menzl aus Leipzig beauftragt. Derzeit ist sie damit beschäftigt, an den Sandsteinteilen des Portals Ergänzungsarbeiten mit Mörtel durchzuführen. Ursprünglich war geplant, die Restaurierung bis Ende September abzuschließen. Jetzt sei Ende Oktober ein realistisches Ziel, sagt Menzl.

Obwohl der Zustand des Portals nach dessen Reinigung sich besser als erwartet herausgestellt hatte, nahm die Entsalzung des Sandsteins dann doch mehr Zeit in Anspruch als vorher gedacht. Hinter einer dicken Schicht aus Zementfarbe, die bei der Restaurierung in den 1960er-Jahren aufgetragen worden war, hatte sich Salz gebildet, das Schädigungen im Sandstein verursachte. „Stück für Stück mussten Kompressen aus Zellstoffflocken aufgelegt werden, die das Salz aus dem Stein herauszogen. Nach dem Auftragen der Kompressen, muss man zwei bis drei Wochen warten. Zudem ist das Ganze witterungsabhängig, denn wenn es viel regnet, trocknet es langsamer", erklärt die Leipzigerin. Die schadhaften Stellen an den Leibungen des Portals und seinen beiden Sitznischen bessert sie mit selbst gefertigten und auf Festigkeit getesteten Sandsteinmörtel aus. Damit könne sie „viel von der Originalsubstanz erhalten". Und auch der Mörtel braucht seine Zeit zum Aushärten.

Und so mussten die Holzrestauratoren ausharren, bis die Steinarbeiten vorangeschritten waren. Am Dienstag bauten Gregor Bauer und Uwe Härtig die beiden überarbeiteten Flügel der Tür ins Portal wieder ein. „Es war keine schöne, aber mit im Rahmen des zur Verfügung stehenden Budget eine komplizierte Arbeit", besschreibt Bauer den Auftrag. Nicht nur Holz-, sondern auch Metallteile wie Haspen oder Bänder waren zu ersetzen. Unter anderem wurden Schlitze in der Füllung mit sechs Millimeter breiten Spänen beseitigt. Zum Schluss erhielt die Tür einen braunen Anstrich, der die Maserung des Holzes betont und sich farblich an den anderen Türen im Schloss orientiert.

Nach den Steinarbeiten wird auch das Portal noch einen Anstrich erhalten. Weil „keine Farbreste gefunden wurden, ist entschieden worden, das Portal in einem Grauton zu halten", informiert Birgit Menzl. Rund 32 000 Euro soll die Restaurierung, die der Freistaat über den Kulturraum Leipzig finanziert, kosten.

Thomas Steingen

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