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Rettende Lösung? Wiedemar will eine Grundschule mit zwei Standorten

Rettende Lösung? Wiedemar will eine Grundschule mit zwei Standorten

Eltern aus Wiedemar sehen nicht nur ihren Schulstandort in Wiesenena gefährdet, sie haben auch Sorge, dass das ländliche Leben in diesem Teil der Gemeinde nachhaltig beeinträchtigt wird.

Wiedemar. "Wir favorisieren deshalb die Variante eine Grundschule mit zwei Standorten", erklärt Thomas Kleinstäuber gegenüber der LVZ. Mit diesem Vorschlag sollte die Verwaltung in Dresden beim Kultusministerium vorstellig werden und um Zustimmung bitten. Alle anderen Varianten würden ihrer Meinung nach nicht das Ziel erreichen: "Es geht in erster Linie um die Kinder, aber auch um die Region", bekräftigt Stefanie Bley. Dass das derzeitige sächsische Schulgesetz diese Variante nicht vorsieht, will Thomas Kleinstäuber so nicht hinnehmen. "Dort steht nicht, dass eine Grundschule keine zwei Standorte haben darf." Es sei wichtig, "Chancen auszuloten, wie die Schule in Wiesenena erhalten bleiben kann".

Das Hindernis: Es existiert ein Beschluss des Gemeinderates vom Mai 2013, der die gleitende Schließung des Schulstandortes Wiesenena ab dem Schuljahr 2017/2018 vorsieht. Ab August 2019 sind die Schüler nur noch an einem Standort zu unterrichten. Diesen Kompromiss ist damals die sächsische Bildungsagentur eingegangen, um der Kommune Zeit einzuräumen. Welcher Standort es sein wird, darüber wird seit etwa Oktober vergangenen Jahres im Gemeinderat und in den Elternvertretungen intensiv diskutiert.

Thomas Kleinstäuber sieht durchaus das Bemühen der Verwaltung, ein durchdachtes Schulkonzept hinzubekommen. "Wir wollen den Kindern unnötige Busfahrten ersparen, diese Zeit fehlt den Schülern für die Bildung", stellt er fest. Auch Stefanie Bley will keine Generation Rücksitz. "Die Schule ist auch kulturelles Zentrum des Dorfes", sagt die junge Wiedemarerin. Ist die Schule weg, fehlt der Hort, damit ist auch das Vereinsleben gefährdet.

Der Sportverein Shintai hat seinen Sitz in Wiesenena und punktet vor allem mit der einfachen Erreichbarkeit für Kinder und Jugendliche. Ronny Mehnert aus Wiedemar weiß, dass der Verein auch die Hortkinder am Nachmittag mit Sportangeboten beschäftigt, ihnen soziale und Lebenskompetenz vermittelt, sie auch in ihren motorischen Fähigkeiten weiterbringt. Nach Vereinsangaben gibt es etwa 250 Mitglieder. "Die Schule macht Wiedemar attraktiv für Familien mit Kindern", fügt Melanie Thomas hinzu. Ist sie weg, erwägen Familien sogar umzuziehen. "Das kann nicht in unserem Interesse sein", betont Kleinstäuber und präsentiert einen Lösungsansatz. Beide Standorte zu erhalten, bedeutet zu investieren, die Sporthalle zu sanieren. Die Verwaltung hatte darauf verwiesen und durchgerechnet. "Es gibt jetzt privates Interesse, eine neue Sporthalle zu bauen, die dann für Vereins- und Schulsport genutzt werden kann", so Klein-stäuber. Der Verein Shintai habe bereits Vorarbeiten geleistet, die Machbarkeit geprüft. Zudem sollten beide Schulstandorte jeweils nur einzügig laufen, die Klassenstärken wären vertretbar. "Es gäbe eigentlich nur Gewinner in der Sache", resümiert er. Die Gemeinde muss nicht investieren, die Fahrzeiten der Kinder wären reduziert, der Unterricht fände in kleineren Klassen statt. Jetzt müsse nur noch Dresden zustimmen. Ende März ist der Termin. © Kommentar

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 16.03.2015

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