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Rettungsschwimmer fehlen im Delitzscher Freibad

Freibadsaison Rettungsschwimmer fehlen im Delitzscher Freibad

Es fehlt an Rettungsschwimmern für die Absicherung der Freibad-Saison in Delitzsch. Aus der Sicht von DLRG und DRK-Wasserwacht sind Rettungsschwimmer in den Ortsgruppen vorhanden, doch für einen dreimonatigen Einsatz im Elberitzbad nicht zu haben. Sie sind entweder berufstätig oder noch zu jung.

Ist ein Rettungsschwimmer im Einsatz, können Badbesucher beruhigt ihre Bahnen ziehen.

Quelle: Christine Jacob

Delitzsch.. Händeringend und mit vergleichsweise großem Aufwand suchte und sucht die Delitzscher Stadtverwaltung nach Rettungsschwimmern, um die Freibadsaison im Elberitzbad abzusichern. Bislang erfolglos. Die Verwaltung muss reagieren und Konsequenzen ziehen.

Rettungsschwimmer längst woanders gebunden

„Es stimmt, die Stadtverwaltung hat mit uns Kontakt aufgenommen, auch das Gespräch gesucht“, bestätigte Frank Eitzen, Vorsitzender der DLRG Delitzsch. Doch aus seiner Sicht „vielleicht ein wenig zu spät“. In der DLRG Delitzsch sind zwar 100 Mitglieder organisiert, aber nur etwa noch 20 als Rettungsschwimmer aktiv tätig. Frank Eitzen relativiert dann aber die Zahlen. „Alle sind berufstätig, nur zwei sind Studenten. Die würden überhaupt nur in Frage kommen“, hieß es. Allerdings sind die in der Sommerzeit, in die auch die Semesterferien fallen, längst gebunden. Einer ist an der Ostsee im Einsatz, der andere in einem Ferienlager. „Das stand schon im Januar fest“, sagt der Vorsitzende. Also noch davor hätte die Stadt die Suche aktivieren sollen. Deshalb gab es offenbar auch einen Korb von DHfK-Studenten. Auch auf diesem Weg hatte die Stadt versucht, Personal zu finden.

Ehrenamtliche Dienste nur im Ausnahmefall

Von den Rettungsschwimmern, die im Beruf stehen, wird keiner seinen Job zeitlich unterbrechen, um im Elberitzbad Dienst zu tun. „Bei uns ist keiner arbeitslos und darüber sind wir froh“, betonte Eitzen. Er schließt keineswegs aus, dass seine Leute, wenn mal Not am Mann ist, als Ersatz einspringen würden. Das hätten die DLRG-Mitglieder auch die vergangenen Jahre schon gemacht. Doch völlig ehrenamtlich wollen und können sie ihre Dienste auch nicht anbieten. Zum einen ist die Ausbildung zum Rettungsschwimmer nicht ganz ohne, bedarf eines intensiven Trainings, um überhaupt die Prüfung zu schaffen. Zudem übernehme man einen Berg Verantwortung. Im Elberitzbad dürften ohnehin nur über 18-Jährige selbstständig arbeiten. Die müssten dann auch mindestens das Deutsche Rettungsschwimmerabzeichen in Silber vorweisen können. „Natürlich ist der Bedarf an Rettungsschwimmern da, deshalb bilden wir sie auch regelmäßig aus, doch wo er oder sie dann ihr Wissen und Können anbieten, ist jedem selbst überlassen“, erklärte Frank Eitzen. Im Frösi-Kinderferienlager in Priepert am Zwirnsee zum Beispiel, organisiert von Matthias Rössler, werden drei DLRG-Rettungsschwimmer aus Delitzsch ehrenamtlich aktiv sein. Die Zusammenarbeit auf dieser Basis gibt es seit Jahren.

Aus der Situation lernen

Sylke Schlegel, Leiterin der DRK-Wasserwacht Delitzsch, konnte sich nicht erinnern, eine Anfrage der Stadtverwaltung erhalten zu haben. Das sei auch nicht das Problem. Es komme jetzt darauf an, aus der Situation zu lernen, die richtigen Schlussfolgerungen zu ziehen. Die Delitzscher Wasserwacht gibt es seit Februar 2013, sie hat derzeit etwa 30 Mitglieder, davon 14 Erwachsene, die anderen sind unter 16 Jahre alt. „Auch wir bilden regelmäßig Rettungsschwimmer aus und qualifizieren sie weiter“, so Sylke Schlegel. Bei einem kürzlich angebotenen Test für die Prüfung war die Resonanz allerdings verhalten. Nur Cora Rommel (50) aus Delitzsch wollte es versuchen. In den vergangenen Jahren war sie als Betreuerin im Freibad tätig. Die Prüfung für das Silberabzeichen hat sie sich als persönliche Herausforderung vorgenommen.

Von Ditmar Wohlgemuth

Delitzsch Elberitzstraße 51.518941251264 12.341595558752
Delitzsch Elberitzstraße
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