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Delitzsch Risse in Selbener Kirche: Bergbausanierer winkt ab
Region Delitzsch Risse in Selbener Kirche: Bergbausanierer winkt ab
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Der Boden in der Selbener Kirche hat sich abgesenkt Gemeinsam mit Pfarrer Daniel Senf diskutieren Mitglieder der Gemeinde über die ersten Maßnahmen zum Erhalt und zukünftigen Nutzung der Kirche. Quelle: Alexander Prautzsch
Selben

Das hat der Bergbausanierer jetzt dem Delitzscher Oberbürgermeister auf dessen Schreiben geantwortet. In diesem hatte Manfred Wilde (parteilos) die LMBV gebeten, nochmals zu prüfen, ob die Senkungserscheinungen in der Kirche im Zusammenhang mit dem Wiederanstieg des Grundwassers im Zuge der Braunkohlenförderung stehen.

Wie Uwe Steinhuber, Pressesprecher der LMBV, der LVZ mitteilte, könne auch durch neuere Untersuchungen aus den Jahren 2010 bis 2012 "keine potenzielle Betroffenheit durch den bergbaulichen Grundwasserwiederanstieg in der Region hergeleitet werden". Vielmehr liege die Selbener Kirche geologisch gesehen in der vormaligen Flussaue des Strengebaches. Bei seinen Untersuchungen habe der Bergbausanierer die historischen Grundwasserstände von 1967 mit den jetzigen Ist-Werten verglichen. "Im Bereich Selben lagen dabei die historischen Grundwasserstände nur 20 bis 25 Zentimeter über den heutigen Werten", schreibt Steinhuber. Wie er weiter erklärt, verlaufe laut diesen Werten und einer Modellierung in einem Hydrodifferenzplan zufolge südlich der Kirche eine 25-Zentimeter-Höhenlinie.

Die LMBV bekräftigt damit ihre 2005 nach gutachterlicher Prüfung gefällte Entscheidung, den Antrag auf Bergbauschaden abzulehnen. 2006 fand dann auch der Antrag, die Sanierung der Kirche als sogenannte Paragraf-drei-Gefahrenabwehrmaßnahme zu deklarieren, beim Sächsischen Oberbergamt keine Bewilligung.

Steinhuber betont, dass die Ablehnung als Bergbauschaden keine subjektive Entscheidung von LMBV-Mitarbeitern sei, sondern klaren Richtlinien zur Gefahrenabwehr beim Grundwasseranstieg folge, die die Financiers von Bund und Länder dafür getroffen haben. Als Bundesunternehmen könne die LMBV nicht wie ein Mäzen tätig werden.

Thomas Steingen