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Roitzschjora an der Muldenaue

Unterwegs in Roitzschjora an der Muldenaue

Roitzschjora allein auf den bekannten Flugplatz zu reduzieren, werde dem Ort nicht gerecht, weiß Andreas Ethner, Einwohner des knapp 300-Seelen-Dorfes. Vor allem die Nähe zur Muldenaue mache den Ort so lebenswert. Dass keine Dorffeste mehr stattfinden, bedauert Ethner, dafür gibt es jetzt gepflasterte Gehwege.

Der Campingplatz am alten Muldearm ist vor allem für Dauercamper und Naturgenießer ein Anziehungspunkt.

Quelle: Ditmar Wohlgemuth

Roitzschjora. . Roitzschjora, der Löbnitzer Ortsteil mit seinen knapp 300 Einwohnern, wird zumeist in Verbindung mit dem unmittelbar angrenzenden Flugplatz genannt. Für die Anwohner ist er mitunter ein Fluch, vor allem dann, wenn der Flugbetrieb auf Hochtouren läuft. Mit dem With-Full-Force-Festival hatten sich die meisten über die Jahre arrangiert. Jetzt fehlt es einigen vielleicht sogar.

Freundschaftlicher Umgang

Roitzschjora hat aber viel mehr zu bieten als das und es würde dem Ort auch nicht gerecht werden, ihn nur darauf zu reduzieren. Andreas Ethner wohnt in Roitzschjora sozusagen auf eigener Scholle mit einem Häuschen drauf. „Da gibt es immer etwas zu tun“, sagt der Geschäftsmann. Er weiß aber auch, dass Roitzschjora vor allem eins ist: ein liebenswertes Dorf, in dem der soziale Kontakt noch stimmt. „Natürlich kennt man fast jeden im Dorf und das ist auch etwas Besonderes. Wo gibt es das heute noch. Der Umgang ist freundlich, sogar freundschaftlich“, beschreibt er das Verhältnis untereinander. Alteingesessene und Hinzugezogene kämen gut miteinander aus. Dass es seit geraumer Zeit kein Dorffest mehr gibt, bedauert er allerdings. Dafür gibt es seit einiger Zeit gepflasterte Gehwege. Noch nicht überall, aber der Anfang ist gemacht. „Wenn wieder Geld da ist, geht es weiter“, verspricht der Löbnitzer Bürgermeister Axel Wohlschläger (CDU). Auch ein neuer Spielplatz ist entstanden, in der Siedlung auch neue Häuser.

Pure Natur in unmittelbarer Nähe

Das Markenzeichen für das Dorf und auch ein Grund, warum es dort so lebenswert sei, ist die unmittelbare Nähe zur Muldenaue. Der alte Muldearm sei eine Paradies für Genießer der puren Natur, sagt Andreas Ethner. Er selbst hält sich dort oft auf, schließlich ist er Angler. Auch wer den Biber beobachten, mal den Eisvogel sehen will, sei in der Aue genau richtig. Für Vogelkundler biete die Aue ein ideales Terrain. Nicht zuletzt kommen die Störche regelmäßig in den Ort. Auf einem Schornstein am Ortsrand ist ihr Zuhause.

Das Dorf Roitzschjora wurde von dem verheerenden Hochwasser der Mulde verschont. „Wir liegen einfach höher als Löbnitz“, weiß Andreas Ethner. Vor allem die Gärten unterhalb des Ortes habe es damals erwischt. Mittlerweile sind sie wieder schmuck hergerichtet, manche aber auch aufgegeben worden.

Einst zwei Orte

Roitzschjora ist ein typisches Straßendorf. Entlang der Hauptstraße, die An der Muldenaue heißt, grenzen die meisten Grundstücke an. Übrigens: Ursprünglich gab es zwei Orte - Roitzsch und Jora. Seit 1836 heißt es einheitlich Roitzschjora.

Von Ditmar Wohlgemuth

Roitzschjora. 51.5897454 12.4872495
Roitzschjora.
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