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Delitzsch Ruhe auf dem Arbeitsmarkt
Region Delitzsch Ruhe auf dem Arbeitsmarkt
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16:45 25.02.2010
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Laut den gestern von der Bundesagentur für Arbeit in Nürnberg bekanntgegebenen Zahlen waren genau 9030 Menschen im Altkreis arbeitslos. 114 mehr als vor vier Wochen. Die Quote stieg im Vergleich zum Vormonat deutschlandweit von 8,6 auf 8,7 Prozent und im Altkreis von 15,3 auf 15,5 Prozent. In Nordsachsen sind 16993 Menschen arbeitslos, steht die Quote bei 16,4 Prozent.

„Trotz Winter, Krise und Konjunkturschwäche können wir von einem moderaten Anstieg sprechen. Die Zahlen sind nicht so dramatisch wie befürchtet“, fasste die Delitzscher Agentur-Chefin Erika von Scheven zusammen. In ihrem Bereich gab es einen Anstieg um nur 0,1 Punkte. 4949 Betroffene gibt es damit in den Regionen Delitzsch und Schkeuditz. Leichte Zugänge stehen bei den Jugendlichen (542) und bei den Anträgen für Kurzarbeitergeld in der Statistik. Kurzarbeit ist noch bis Ende des Jahres möglich.

Aber auch Minusbereiche offenbart die jüngste Auswertung. Wobei der hohe Fachkräftemangel ein Dauerbrenner auf dem Arbeitsmarkt ist. Die Geschäftsstellenleiterin nannte die Berufe Altenpfleger, Gesundheits- und Sozialpfleger. Dort werde besonders nach qualifizierten Mitarbeitern gesucht. Auf 151 offene Lehrstellen kommen in Delitzsch 169 Bewerber. Dennoch sei es schwer, die Ausbildungsplätze zu besetzen, weil auch hier qualifizierte Jugendliche fehlen oder die Bewerber andere Berufsvorstellungen haben. In der Geschäftsstelle Eilenburg (verantwortlich für Eilenburg und Taucha) gibt es aktuell 4081 Betroffene und damit 92 mehr als im Vormonat. Agentur-Chefin Catrin Jubeh nannte die Sparten der unter 25-Jährigen (+41 auf 522) und der über 55-Jährigen (+16 auf 684) als Schwerpunkte. „Der Anstieg ist sicherlich überschaubar. Dennoch fühle ich mich verhalten optimistisch, denn die Signale aus der Wirtschaft bleiben aus“, so Jubeh.

Frank Germer, Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft aus Landkreis und Agentur (Arge) bestätigte die geringe Nachfrage. In seinem Haus – die Arge betreut alle Betroffenen, die länger als zwölf Monate ohne Job sind – gab es die meisten Zugänge, von den 114 entfallen 112 auf die Arge und nur zwei auf die Agenturen, die sich in den ersten zwölf Monaten um Arbeitslose kümmern. Germer erhofft sich ein Zeichen aus den Kommunen und von den Maßnahmeträgern, die bisher verhalten auf geförderte Angebote reagieren.

Im Altkreis gibt es aktuell 7933 (+120) Bedarfsgemeinschaften. In diesen Bedarfsgemeinschaften (einzelne Personen oder Familien, die Hilfe bekommen) leben 14188 Menschen und damit 241 mehr als vor vier Wochen. Von diesen Hilfebedürftigen erhalten 10903 Arbeitslosengeld II (Hartz IV) und 3285 Sozialgeld.

Frank Pfütze

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