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Werbeliner See: Rundweg wird bis Oktober geschlossen

Bauvorhaben brauchte zehn Jahre Werbeliner See: Rundweg wird bis Oktober geschlossen

Gute zehn Jahre hat es gedauert, bis das Vorhaben in die Tat umgesetzt werden konnte. Die Verträglichkeit mit dem Vogelschutzgebiet wurde von der Behörde sehr gründlich geprüft. Bis Ende Oktober soll das noch fehlende Teilstück des Rundweges um den Werbeliner See fertiggestellt sein. Es kostet insgesamt 250 000 Euro.

Der Rundweg um den Werbeliner See wird geschlossen. Das fehlende Teilstück von 1300 Metern soll bis Oktober fertig sein.
 

Quelle: Ditmar Wohlgemuth

Delitzsch.  Nach mehr als zehn Jahren zähen Ringens, etlicher Debatten und ebenso vieler naturschutzrechtlicher Untersuchungen ist es nun doch geschafft: Der 14 Kilometer lange Rad- und Wanderweg um den Werbeliter See wird endlich geschlossen. Das bislang fehlende 1300 Meter lange Teilstück soll bis Ende Oktober fertig sein. Die Bauarbeiten sind bereits angelaufen. Der Radweg ist Bestandteil des regionalen Radwegenetzes.

Weg für Radfahrer und Wanderer

„Es wird ausschließlich ein Radweg gebaut, der natürlich auch von Wanderern genutzt werden kann“, erklärte Bernd Knoblich vom gleichnamigen Zscheppliner Büro, das die Bauüberwachung übertragen bekam. Nur diese Art des Weges sei überhaupt im Sinne der Paragraf-IV-Maßnahmen (Bergbaufolgelandschaften) förderfähig gewesen. Der Weg, der mit Barrieren versehen und nur Radfahrer passieren lassen wird, wird nördlich des Denkmals Schaufelrad in Gerbisdorf bis in den Ostraum von Zwochau verlaufen und dort auf die bereits vorhandenen Wege südlich des Zwochauer Sees stoßen. Das Gesamtvorhaben hat einen finanziellen Umfang von etwa 250 000 Euro, die Gemeinde Wiedemar musste sich mit einem Eigenanteil am Bau beteiligen, erwarb auch die erforderlichen Grundstücke, die knapp 11 000 Quadratmeter groß sind. Das Landesamt für Straßenbau und Verkehr unterstützte dabei. Im Rahmen einer Flurneuordnung wurden die Weggrundstücke bereits separat vermessen.

Erst nur ein Pfad

Der neue Weg wird dem Verlauf der Grenze des Betriebsgeländes der Mitteldeutschen Umwelt- und Entsorgung GmbH (MUEKG) folgen. Die Mueg hatte bislang das Zugeständnis gemacht, dass ein schmaler Pfad entlang des Zaunes zu Fuß oder per Rad genutzt werden kann.

Wie Bernd Knoblich mitteilte, werde der Weg eine Asphaltdecke erhalten. Aus Erfahrungen früherer Wegebauvorhaben in ehemaligen Tagebaugebieten werden auch sogenannte Wurzelvorhänge in den Boden eingebracht. Sie seien aus einem besonderem Kunststoff, der die Durchwurzelung der Wege verhindert. „Wenn es dann doch vielleicht eine Wurzel schaffen sollte, dann wurzelt sie so tief, dass von ihr keine Gefahr mehr ausgeht“, ist sich Knoblich sicher. Die Vorhänge bieten dauerhaften Schutz, seien allerdings auch teuer. „Aber es lohnt sich, dafür tiefer in die Taschen zu greifen“, betonte der Landschaftsplaner. Nicht nur Sanddorn-, auch Pappelwurzeln würden dadurch abgehalten. Zudem seien im Abstand von drei Metern zu beiden Seiten des künftigen Weges der Sanddorn gerodet worden. Momentan werde von Norden und von Süden gleichzeitig mit dem Wegebau begonnen.

Start des Vorhabens verschoben

Ursprünglich hätte das Vorhaben bereits im Herbst 2015 starten sollen, dann hätte es aber auch im Februar aus Naturschutzgründen fertig sein müssen. Auf eine Ausnahmegenehmigung habe sich die Naturschutzbehörde nicht eingelassen. Das war der Gemeinde Wiedemar zu unsicher, sie verlegte den Ausschreibungstermin der Leistung und startete jetzt im August.

Behörde prüft lange Verträglichkeit

Das Gelände, indem jetzt der Weg gebaut wird, liegt in einen SAP-Terrain (Special Protection Area), einer speziellen Schutzzone für wildlebende Vogelarten. „Die Untere Naturschutzbehörde musste das Vorhaben deshalb prüfen“, erklärte Seenkoordinator Eckhard Müller. Und die Behörde prüfte lange und gründlich, sah letztlich aber keine Schutzziele verletzt, das Vorhaben sei verträglich.

Von Ditmar Wohlgemuth

Gerbisdorf 51.439998 12.290522
Gerbisdorf
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