Volltextsuche über das Angebot:

20 ° / 10 ° wolkig
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland RND

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Russen haben Gashahn zugedreht - Schowkwa braucht Holz-Heizkessel

Russen haben Gashahn zugedreht - Schowkwa braucht Holz-Heizkessel

Delitzschs Energie-Parnerstadt Schowkwa braucht Unterstützung. Russland hat der Ukraine wie berichtet den Gashahn zugedreht. Die Kreiszeitung steht mit dem Rathaus in Kontakt und wollte wissen, wie die Situation in der westukrainischen Stadt ist, welche Auswirkungen befürchtet werden für den nächsten Winter ohne Gas.

Voriger Artikel
Gellert - gestrichen, geblasen, gelesen
Nächster Artikel
SDR Biotec - "Von den gelagerten Abfällen geht keine Gefahr aus"

Marke Eigenbau: Mit diesem Holzverbrennungsofen versorgt die Stadt Schowkwa ihre fünf Neubaublöcke. Der Ofen wird ausschließlich mit Holz gefüttert.

Quelle: Frank Pfütze

Schowkwa/Delitzsch. "Diese Situation ist kritisch und wird heftig diskutiert. Alle Ukrainer haben Angst. Besonders dort, wo das System der Zentralheizungen faktisch zerstört wurde", teilt Energieeffizienz-Managerin Olena Klak auf Anfrage mit. Und doch ist die Situation nicht völlig hoffnungslos. Denn Schowkwa hat bereits 2002 aus der Not heraus eine Lösung entwickelt, eine eigene Art der Energieversorgung per Holzöfen. Um die steigenden Gaspreise abzufedern und um Wärme zu erzeugen. Denn in der Ukraine gibt es immer noch den Winterbefehl, ähnlich wie bei der Nationalen Volksarmee damals. Da wird der Gashahn erst am 15. Oktober aufgedreht. Auch wenn es vorher bitterkalt ist. Zumindest die Bewohner der fünf Neubaublöcke müssen dann jedoch nicht frieren, weil Schowkwa ein zweites Heizsystem selbst errichtet hat. Dabei handelt es sich um einen selbst geschweißten Ofen, der ununterbrochen mit Holz gefüttert wird. Die Wärme wird über eine Rohrleitung in die Neubaublöcke geleitet. Wenn Gas da ist, wird umgeschaltet. Die Delitzscher Delegation hat sich das beim Besuch im Oktober 2013 angesehen.

Schowkwa will seine Energieversorgung revolutionieren: Die Bausubstanz ist so marode, dass von 100 Kubikmetern Gas nur 21 effektiv genutzt werden können, der Rest fällt Leitungsverlusten und den löchrigen Bauten zum Opfer. Von 165 kommunalen Häusern sind 76 Prozent Schrott. Und auch der Rest befindet sich in einem grenzwertigen Zustand. Die Häuser wurden zum Teil bereits in den 1960er-Jahren gebaut. Die Ukrainer sollen sich mehr mit ihrem Wohneigentum identifizieren, finanzielle Verantwortung übernehmen, selber sanieren und erhalten, so die Idee. Schowkwa (13 000 Einwohner) hat den Ostausschuss der Deutschen Wirtschaft hinter sich, das Kompetenzzentrum Großsiedlungen aus Berlin und Delitzsch als Partner.

"Wir haben unser Zentralheizungssystem mit Öfen am Leben erhalten. Das größte Problem sind die Schule und der Kindergarten sowie alle Wohnungen, die nicht an das zentrale System angeschlossen sind", so Klak. Dazu braucht die Stadt noch einige Holzkessel. Geld dafür ist nicht vorhanden. Das Netz soll dennoch erneuert oder neu gebaut werden. Viele Einwohner hätten das Problem individuell gelöst und sich selber was gebaut. Es gab inzwischen aber auch Gespräch mit der Leitung der Bank in Lviv, um günstige Kredite für die privaten Haushalte zu ermöglichen. Bürgermeister Petro Vykhopen sagt, dass er und sein Stadtrat vor der großen Herausforderung stehen, einen neuen Holzkessel für die Kita, in die 260 Mädchen und Jungen gehen, zu kaufen oder zu besorgen. Schowkwa hat inzwischen drei Holzöfen in Betrieb. "Es wäre die Rettung und wahnsinnig toll, wenn wir vielleicht einen gebrauchten Kessel aus Delitzsch bekommen könnten", teilt die Energiemanagerin mit. Die Kreiszeitung gibt den Hilferuf gern weiter. Benötigt wird ein ziemlich großer Ofen/Kessel, auch gebraucht, zum Verbrennen von Holz, der geeignet ist, beispielsweise ein großes Haus wie eine Schule zu erwärmen.

Fragen und Angebote bitte an die Stadt Delitzsch, Ansprechpartner ist Energieeffizienz-Manager Tillman Bruns, vorzugsweise per E-Mail: eem@delitzsch.de

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 27.06.2014
Frank Pfütze

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Delitzsch
  • Zeitungsküken 2017 gekürt

    Zum elften Mal suchte die Delitzsch-Eilenburger Kreiszeitung das Zeitungsküken. Mit der Aktion steht der Nachwuchs der Region im Fokus. Sehen Sie h... mehr

  • LVZ-Fahrradfest 2017
    Logo LVZ-Fahrradfest

    Das 13. LVZ-Fahrradfest lud am 14. Mai 2017 wieder Radler ein, gemeinsam in die Pedalen zu treten. Fotos, Videos und Infos finden Sie in unserem Sp... mehr

  • Zeitung in Schulen

    Herzlich willkommen bei den Schulprojekten der Leipziger Volkszeitung und ihrer Regionalausgaben. mehr

  • LVZ Sommerkino im Scheibenholz
    LVZ Sommerkino im Scheibenholz: Alle Infos zu Filmen, Ticketverkauf und dem Rahmenprogramm.

    Sehen Sie hier einen Rückblick auf das LVZ Sommerkino im Scheibenholz vom 14. Juli - 3. August 2016. mehr

Blättern Sie in der prall gefüllten Veranstaltungsbeilage und entdecken Sie die Termine aus den Städten und Gemeinden. mehr

22.05.2017 - 11:04 Uhr

Die Muldestädter unterliegen im vorletzten Heimspiel der Saison dem VfL Pirna-Copitz mit 1:2. 

mehr
  • Gutes von hier

    Das regionale Schaufenster mit Produkten und Dienstleistungen aus dem Leipziger Raum - von traditionell bis innovativ. Gutes von hier eben! mehr

  • Auf dem Lutherweg

    Spannende Entdeckungsreise mit Martin Luther: Die LVZ pilgert zum Jubiläumsjahr der Reformation 2017 auf dem Lutherweg. mehr

  • Sparkassen Challenge
    Logomotiv der Sparkassen Challenge 2017

    "Sport frei!" heißt es auch 2017 bei zahlreichen Wettkämpfen der Sparkassen-Challenge. Alle Events mit vielen Fotos finden Sie hier! mehr

  • Schau! Das Leipziger Museumsportal
    Schau! Das Leipziger Museumsportal

    Alle Informationen zu den Museen in Leipzig, ihren Ausstellungen und Events auf einen Blick im Special der LVZ. mehr