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Russen haben Gashahn zugedreht - Schowkwa braucht Holz-Heizkessel

Russen haben Gashahn zugedreht - Schowkwa braucht Holz-Heizkessel

Delitzschs Energie-Parnerstadt Schowkwa braucht Unterstützung. Russland hat der Ukraine wie berichtet den Gashahn zugedreht. Die Kreiszeitung steht mit dem Rathaus in Kontakt und wollte wissen, wie die Situation in der westukrainischen Stadt ist, welche Auswirkungen befürchtet werden für den nächsten Winter ohne Gas.

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Marke Eigenbau: Mit diesem Holzverbrennungsofen versorgt die Stadt Schowkwa ihre fünf Neubaublöcke. Der Ofen wird ausschließlich mit Holz gefüttert.

Quelle: Frank Pfütze

Schowkwa/Delitzsch. "Diese Situation ist kritisch und wird heftig diskutiert. Alle Ukrainer haben Angst. Besonders dort, wo das System der Zentralheizungen faktisch zerstört wurde", teilt Energieeffizienz-Managerin Olena Klak auf Anfrage mit. Und doch ist die Situation nicht völlig hoffnungslos. Denn Schowkwa hat bereits 2002 aus der Not heraus eine Lösung entwickelt, eine eigene Art der Energieversorgung per Holzöfen. Um die steigenden Gaspreise abzufedern und um Wärme zu erzeugen. Denn in der Ukraine gibt es immer noch den Winterbefehl, ähnlich wie bei der Nationalen Volksarmee damals. Da wird der Gashahn erst am 15. Oktober aufgedreht. Auch wenn es vorher bitterkalt ist. Zumindest die Bewohner der fünf Neubaublöcke müssen dann jedoch nicht frieren, weil Schowkwa ein zweites Heizsystem selbst errichtet hat. Dabei handelt es sich um einen selbst geschweißten Ofen, der ununterbrochen mit Holz gefüttert wird. Die Wärme wird über eine Rohrleitung in die Neubaublöcke geleitet. Wenn Gas da ist, wird umgeschaltet. Die Delitzscher Delegation hat sich das beim Besuch im Oktober 2013 angesehen.

Schowkwa will seine Energieversorgung revolutionieren: Die Bausubstanz ist so marode, dass von 100 Kubikmetern Gas nur 21 effektiv genutzt werden können, der Rest fällt Leitungsverlusten und den löchrigen Bauten zum Opfer. Von 165 kommunalen Häusern sind 76 Prozent Schrott. Und auch der Rest befindet sich in einem grenzwertigen Zustand. Die Häuser wurden zum Teil bereits in den 1960er-Jahren gebaut. Die Ukrainer sollen sich mehr mit ihrem Wohneigentum identifizieren, finanzielle Verantwortung übernehmen, selber sanieren und erhalten, so die Idee. Schowkwa (13 000 Einwohner) hat den Ostausschuss der Deutschen Wirtschaft hinter sich, das Kompetenzzentrum Großsiedlungen aus Berlin und Delitzsch als Partner.

"Wir haben unser Zentralheizungssystem mit Öfen am Leben erhalten. Das größte Problem sind die Schule und der Kindergarten sowie alle Wohnungen, die nicht an das zentrale System angeschlossen sind", so Klak. Dazu braucht die Stadt noch einige Holzkessel. Geld dafür ist nicht vorhanden. Das Netz soll dennoch erneuert oder neu gebaut werden. Viele Einwohner hätten das Problem individuell gelöst und sich selber was gebaut. Es gab inzwischen aber auch Gespräch mit der Leitung der Bank in Lviv, um günstige Kredite für die privaten Haushalte zu ermöglichen. Bürgermeister Petro Vykhopen sagt, dass er und sein Stadtrat vor der großen Herausforderung stehen, einen neuen Holzkessel für die Kita, in die 260 Mädchen und Jungen gehen, zu kaufen oder zu besorgen. Schowkwa hat inzwischen drei Holzöfen in Betrieb. "Es wäre die Rettung und wahnsinnig toll, wenn wir vielleicht einen gebrauchten Kessel aus Delitzsch bekommen könnten", teilt die Energiemanagerin mit. Die Kreiszeitung gibt den Hilferuf gern weiter. Benötigt wird ein ziemlich großer Ofen/Kessel, auch gebraucht, zum Verbrennen von Holz, der geeignet ist, beispielsweise ein großes Haus wie eine Schule zu erwärmen.

Fragen und Angebote bitte an die Stadt Delitzsch, Ansprechpartner ist Energieeffizienz-Manager Tillman Bruns, vorzugsweise per E-Mail: eem@delitzsch.de

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 27.06.2014
Frank Pfütze

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