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Delitzsch Russisches Weihnachten in Delitzsch
Region Delitzsch Russisches Weihnachten in Delitzsch
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10:00 06.01.2019
Vertraute Süßigkeiten: Die Pralinen sind in Russland hergestellt. Quelle: Wolfgang Sens
Delitzsch

Ist denn jetzt noch Weihnachten? Bei Angela Klassen wäre das zu erwarten. Sie hat Ende vorigen Jahres im Delitzscher Norden das Magazin mit russischen Waren eröffnet. Und in Russland wird doch das Weihnachtsfest am 7. Januar gefeiert. Läuft jetzt also in dem kleinen Laden im Dienstleistungsgeviert an der Straße der Jugend der große Endspurt auf die Festtage? Die 32-Jährige muss da lächelnd Illusionen zerstören: „Hier in Deutschland feiern wir das Weihnachtsfest auch ab dem 24. Dezember. Das war in Russland aber anders.“ Sie kann sich noch gut erinnern. Sie kam erst 2004 mit ihren Eltern nach Deutschland. Seit einem Jahr lebt sie in Delitzsch.

Geschenke und Salate

Das wichtigste Fest dieser Tage sei Silvester. Dann sitzt die ganze Familie zusammen, es gibt jede Menge Salate. Zu einer traditionellen Feier gehört zum Beispiel der Fleischsalat Stolitschnij. Auch der „Hering im Pelzmantel“ kommt auf den Tisch. Das ist ein Schichtsalat mit Fisch und Roter Beete. Das Allerwichtigste für die Kinder: Es gibt die Geschenke.

Familientreff

Der Tag des orthodoxen Weihnachtsfestes, der in Russland Feiertag ist, wird nun eher zum Anlass genommen, sich in der Familie zum Kaffee zu treffen. Er ist also kein Grund für einen aktuellen Weihnachtstrubel im „Magazin“. Im Geviert im Delitzscher Norden gab es in den vergangenen Jahren schon Läden ähnlicher Ausrichtung, die zwischenzeitlich aufgaben. Aber Angela Klassen ist zufrieden: Es ist gut angelaufen. Sie und ihr Partner Sergej Bär hätten lange überlegt. „Aber es hat geklappt. Wir müssen es jetzt ankurbeln.“ Die Größe der Gemeinschaft, die mit russischen Waren aufgewachsen ist, schätzt sie in Delitzsch und Umgebung auf 500 Familien. Die finden hier zu Bespiel vertrautes Gebäck, die eingelegten Melonen oder das „Gewürz für die Suppe Rassolnik“. Im Regal fällt auch Speisesalz in rustikaler Verpackung auf. „Grob“ steht drauf. „Die russischen Frauen machen Sauerkraut selbst und das brauchen sie dafür.“ Es gibt aber auch das Maisknabberzeug, das hier süß und nicht salzig schmeckt. Alles, was länger haltbar ist, kommt von Herstellern aus Russland, der Ukraine oder Litauen. Kurzlebigeres,wie die tiefgekühlten Pelmeni, Fisch und Molkereiprodukte, werden von Produzenten aus Deutschland bezogen.

Von Heike Liesaus

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