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SDR Biotec - "Von den gelagerten Abfällen geht keine Gefahr aus"

SDR Biotec - "Von den gelagerten Abfällen geht keine Gefahr aus"

"Von den gelagerten Abfällen geht keine Gefahr aus", lautet die wichtigste Antwort aus dem Delitzscher Landratsamt auf die grünaufgefrischten erneuten Vorwürfe aus Dresden.

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Seit 1. Januar 2012 ist das Tor geschlossen, hat die Firma SDR Biotec in Pohritzsch den Geschäftsbetrieb eingestellt.

Quelle: Ditmar Wohlgemuth

Pohritzsch. Die Tore der ehemaligen Pohritzscher Firma SDR Biotec sind seit 1. Januar 2012 geschlossen, der Betrieb eingestellt. Ruhe ist deswegen immer noch nicht eingekehrt. Nach wie vor hetzen die Grünen gegen die Behörden und den Betreiber. Eine Razzia im März 2011 stand im Zusammenhang mit Ermittlungen gegen die beiden 66 Jahre alten Geschäftsführer der Pohritzscher Firma. Sie standen im Verdacht, tonnenweise giftige Abfälle nicht korrekt behandelt und falsch deklariert auf Deponien in Mitteldeutschland geschafft zu haben. Seitdem ermittelt die Staatsanwaltschaft. Und weil es ein laufendes Verfahren ist, gibt es dazu auch keine Informationen.

Die SDR Biotec Verfahrenstechnik GmbH Pohritzsch hat den Betrieb ihrer Behandlungsanlage für gefährliche und nicht gefährliche Abfälle einschließlich Nebeneinrichtungen schließlich eingestellt (wir berichteten). Mit Schreiben vom 17. Januar 2012 zeigte die Firma die Betriebseinstellung dem Umweltamt an. Es folgte die Insolvenz (wir berichteten). "Über den Ermittlungsstand der Staatsanwaltschaft wird unser Umweltamt nicht informiert", bestätige Landkreis-Sprecher Rayk Bergner. Auf dem ehemaligen Betriebsgelände am Standort Pohritzsch lagern seitdem in einem Gebäude noch 717,6 Tonnen Abfälle. Bei diesen Materialien handelt es sich um gefährlich eingestuften, teilweise stabilisierten Abfall, teil das Landratsamt auf Anfrage mit. Das ist jedoch nichts Besonderes, denn die Firma war schließlich auf die Beseitigung solcher Abfälle spezialisiert. Das Landratsamt bemühe sich um eine Beräumung der auf dem Betriebsgelände verbliebenen Restmengen und hat im Dezember 2012 eine Nachsorgeanordnung erlassen. Das heißt, dass der Betreiber aufgefordert wurde, diese Abfälle ordnungsgemäß und schadlos zu entsorgen. Gegen diese Auflage sei der Insolvenzverwalter von Biotec in Widerspruch gegangen, seither ruht der Vorgang, hat das Landratsamt keine rechtliche Handhabe, die Entsorgung durchzusetzen. Denn aufgrund der Einlegung entsprechender Rechtsmittel, ist das Verfahren noch nicht abgeschlossen. Der stellvertretende Landrat und Umweltdezernent Ulrich Fiedler (SPD) gab jedoch Entwarnung und sprach davon, dass die Lagerung in dem Gebäude keine Gefahr darstelle: "Da die genannten Abfällen in einem Gebäude auf einer befestigen Fläche lagern, besteht derzeit kein Handlungsbedarf im Sinne einer Gefahrenabwehr." Dennoch wolle das Landratsamt mit entsprechenden Zwangsmitteln die Entsorgung weiter durchsetzen, vor allem aber versuchen, mit dem Insolvenzverwalter schnell eine Lösung herbeizuführen.

Grünen-Umwelt-Frontmann Johannes Lichdi behauptete im Landtag unter anderem, dass nun fast 500 000 Tonnen unzureichend behandelte Biotec-Abfälle auf Deponien lagern, die dafür nicht vorgesehen sind. Die Landesregierung sieht auch das anders. "Es wird unterstellt, dass die angestrebte Stabilisierung von Schwermetallen - also die chemische Bindung, so dass sie nicht mehr durch Wasser herausgelöst werden können - bei keiner einzigen Charge funktioniert hat. Dafür gibt es aber keinerlei Beweis! Außerdem: Bis auf eine Ausnahme verfügen die Deponien, an die die Abfälle aus Pohritzsch geliefert wurden, über eine Basisabdichtung. Das heißt: Falls dort Schadstoffe herausgewaschen werden, dann können sie trotzdem nicht ins Grundwasser geraten", antwortet darauf Sachsen Umweltminister Frank Kupfer (CDU).

Aus der Leipziger Volkszeitung vom 28.06.2014
FRank Pfütze

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