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Delitzsch Sachsens Polizisten setzen Radfahrausbildung fort
Region Delitzsch Sachsens Polizisten setzen Radfahrausbildung fort
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00:20 19.01.2016
Polizeibeamte als Verkehrserzieher. Sie vermitteln Grundschülern das Einmaleins des Fahrradfahrens.Foto: Andre Kempner
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Delitzsch

So schnell wird umgelenkt: Gerade noch stand die Radfahrausbildung für Grundschüler auf dem Spiel, weil sich die sächsische Polizei von diesem Bereich ihrer Tätigkeit mit dem auslaufenden Schuljahr trennen wollte (wir berichteten). In einem Ausschreibungsverfahren suchte sie nach einem Nachfolger, fand aber offenbar keinen geeigneten. Das rief wiederum die Landesverkehrswacht Sachsen auf den Plan, die seit Jahren aufs Engste mit der Polizei in Sachen Verkehrserziehung und – aufklärung zusammenarbeitet. „Bis Ende 2011 gab es auch in Delitzsch eine sogenannte Gebietsverkehrswacht. Bis zu ihrer Auflösung hat sie auch bei der Radfahrausbildung erfolgreich mitgewirkt“, erklärte Helmut Büschke, Geschäftsführer der Landesverkehrswacht Sachsen. Daran wolle man wieder anknüpfen und arbeite deshalb an der Wiederbelebung der hiesigen Strukturen.

An der Gründung einer Gebietsverkehrswacht Delitzsch/Eilenburg werde gearbeitet, gut ein Dutzend Interessenten konnte Büschke bereits gewinnen. „Üblicherweise rechnen sich diese örtlichen Strukturen ab 50 Mitglieder, besser wären um die 100“, sind Büschkes Erfahrungen. Das die nicht sofort zusammenkommen, sei ihm bewusst, ein Anfang müsse jedoch gemacht werden. Zudem bekräftigte er seinen Aufruf: „Wer sich in Sachen Verkehrssicherheit engagieren möchte, kann sich bei uns melden.“

Die Möglichkeiten seien da, die materiellen Voraussetzungen könnten mit Unterstützung des Dachverbandes in Dresden wieder geschaffen werden, betonte Büschke. Er berichtete auch von Scheitern der Ausschreibung der Polizei. „Angeblich hat kein wirtschaftliches Angebot vorgelegen“, sagte er und betonte, dass die Landesverkehrswacht ein solches abgegeben habe, bei dem Prämissen wie beispielsweise der Mindestlohn beachtet worden seien. Unabhängig davon werde man sich in der Radfahrausbildung der Grundschüler weiter engagieren. Erst jüngst würdigte Sachsens Innenminister Markus Ulbig (CDU) das Engagement des gemeinnützigen Vereins: „Die Landesverkehrswacht ist für uns ein verlässlicher Partner, und das ist die wichtigste Basis einer langfristigen und guten Zusammenarbeit. Daher wird die Qualität der Radfahrausbildung auch in Zukunft gesichert sein.“

Der sichere Umgang mit dem Drahtesel im Straßenverkehr ist ein wichtiger Bestandteil des Lehrplans der dritten und vierten Schulklassen. Die praktische Ausbildung erfolgt in mobilen Verkehrsschulen. Diese Fahrzeuge sind mit dem vollständigen Equipment für den Aufbau einer Verkehrsschule, wie Ampelanlagen, Verkehrszeichen und Fahrrädern, ausgestattet. Betreut werden sie vor Ort von Beamten, von Verkehrserziehern und Verkehrswächtern gleichermaßen. „Wir haben auf den Fahrzeugen zwölf Fahrräder, die von den Kinder kostenfrei genutzt werden können, zudem erhält jeder Teilnehmer für die Zeit des Trainings einen Helm“, teilte Helmut Büschke mit. Er weiß, dass aus Kostengründen nicht jedes Kind ein eigenes Rad hat und ohne Leihgefährt vielleicht nicht teilnehmen könnte. „Wir schaffen so gleiche Bedingungen für alle.“

Von Ditmar Wohlgemuth

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