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Delitzsch Sanddorn schlitzt Wege an Delitzscher Tagebauseen auf
Region Delitzsch Sanddorn schlitzt Wege an Delitzscher Tagebauseen auf
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Am Seelhausener See, unweit der Schutzhütte "Alter Seelhausener Weg", ist der Asphaltbelag des Rundweges aufgerissen und verworfen. Quelle: Thomas Steingen
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Rund um den Seelhausener See ließ die Lausitzer und Mitteldeutsche Bergbauverwaltungsgesellschaft (LMBV) mehrere solcher Stellen beseitigen, indem auf den Wirtschaftswegen neuer Asphalt aufgetragen wurde. Laut LMBV war das notwendig geworden, weil die Verkehrssicherheit - unter dem Fokus eines Wirtschaftsweges – nicht mehr gewährleistet war. Allerdings zeigt sich an einigen der reparierten Bereiche bereits wieder das altbekannte Problem, wölbt sich der Asphalt erneut oder reißt auf. Zugleich weist der Bergbausanierer darauf hin, dass Seen-Rundwege – sofern noch keine Übertragung an die Kommunen erfolgt ist – Wirtschaftswege der unter Bergaufsicht stehenden Folgelandschaften sind. "Die Wegebereiche am Seelhausener See sind nach wie vor Wirtschaftswege der LMBV und werden als solche genutzt. "Sie sind von der LMBV weder als Radweg noch als für Skater geeignet ausgewiesen. Ihre Nutzung erfolgt daher auf eigene Gefahr", sagt Claudia Gründig von der Pressestelle. Für den Bereich Seelhausener See läuft derzeit ein Flurneuordnungsverfahren. Nach dessen Abschluss wird die Kommune Löbnitz gegebenenfalls Eigentümer des Weges und wäre dann für die Verkehrssicherungspflicht zuständig.

Wie die LMBV weiter mitteilt, ist der Sanddorn in unserer Region Wildwuchs. Nur am heutigen Ferropolissee seien mit ihm in den 1990er-Jahren einige Böschungsabschnitte bepflanzt worden. Wegen seiner schnellen Verbreitung durch Wurzelausläufer und Vögel habe er dann bei der Rekultivierung der Tagebaue keine Verwendung mehr gefunden. Durch Vögel und Erdmassenbewegungen bei der Sanierung sei er jedoch als Wildwuchs an die hiesigen Seen gelangt. Aus Sicht des Naturschutzes stellt der Sanddorn allerdings im Winter für Vögel eine gute Nahrungsquelle dar.

Ihn zurückzudrängen bleibt ein Problem. Am Schladitzer See wurden zwei Probestrecken in den Randbereichen der Wege auf jeweils fünf bis sechs Meter Breite freigeschlagen: Einmal chemisch, was gut funktioniert habe. Allerdings seien dabei alle anderen Pflanzen mit abgestorben, was eine Neubegrünung erforderlich macht. Der andere Versuch erfolgte mechanisch mit einem Schredder, der den Bewuchs klein häckselte. Dort zeigte sich eine sofortige Wiederbegrünung. Als künftige Vorzugsvariante wird das Schreddern gesehen. "Wobei noch nicht feststeht, wie oft die Maßnahme wiederholt werden muss und ob sie sich an allen Standorten umsetzen lässt", teilt die LMBV mit.

Eine andere Alternative, dem Problem Herr zu werden, wären sandgeschlämmte Wege statt Asphaltwege, weil auf ihnen das Wurzelwerk automatisch abgenutzt werden würde. "Allerdings ist diese ökologische Variante pflegeintensiver und von den Kommunen, die die Wege später übernehmen, in der Regel nicht gewollt gewesen", so die LMBV-Sprecherin.

Thomas Steingen

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