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Sausedlitzer entwerfen Pläne, wie sich ihr Dorf bis zum Jahr 2030 verändern soll

Dorfentwicklung Sausedlitzer entwerfen Pläne, wie sich ihr Dorf bis zum Jahr 2030 verändern soll

Sausedlitz blickt bis ins Jahr 2030. Der Löbnitzer Ortsteil will seine Zukunft nicht dem Zufall überlassen und ist dabei, ein Entwicklungskonzept zu erarbeiten. Bei verschiedenen Veranstaltung hat Planerin Christine Schiemann die Wünsche der Sausedlitzer gesammelt und will sie mit den übergeordneten Planungen in Übereinstimmung bringen.

Sausedlitz, ein Ortsteil von Löbnitz, schaut in die Zukunft 2030. Hier ein Beispiel für Lückenbebauung.

Quelle: Ditmar Wohlgemuth

Sausedlitz. Wer nicht weiß, was er will, muss nehmen, was er bekommt. Mit diesem Sprichwort würzte Christine Schiemann das erste von mittlerweile fünf Treffen, bei denen es um die Zukunft von Sausedlitz ging. Die 260 Einwohner des Löbnitzer Ortsteiles wollen es nicht darauf ankommen lassen, sondern lieber selber mitbestimmen, wo die Zukunft ihres Ortes liegen soll. Dass die Sausedlitzer zudem noch einen Planungsexperten auf diesem Gebiet in ihrem Dorf wohnen haben,ist kein Nachteil. Christine Schiemann hat mittlerweile 25 Jahre Erfahrungen auf dem Gebiet der Dorfentwicklung, die heute vielfach auch als Dorfumbauplanung benannt wird. „Wir wollen unser Dorf aber nicht umbauen, sondern das Vorhandene mit dem Neuen weiterentwickeln“, betonte sie. Deshalb gefalle ihr der Begriff Dorfentwicklung deutlich besser.

Neu-Sausedlitz am Strand

Den Anstoß für den Blick in die Zukunft des Dorfes, der bis 2030 reicht, gab es im letzten Jahr. „Der Bereich nördlich von Sausedlitz, am Seelhausener See, sollte entwickelt werden, zwei, drei Investoren stellten sich bereits vor und entwarfen die Idee von einem Neu-Sausedlitz am Strand“, schilderte Christine Schiemann. Dabei schien das Werden und Wachsen des ursprünglichen Sausedlitz fast vergessen zu werden. Gemeinsam mit den Einwohnern wollte sie etwas für das Dorf tun, Ideen sammeln, aufzeigen, wo es hingehen könnte.

Hohes Interesse

Die Beteiligung an den Gesprächen zur Zukunft des Dorfes war seit November überraschend hoch. Gut zehn Prozent der Einwohner beteiligten sich an den Treffen im Bürgerhaus, bei denen mitunter erstaunliche Dinge zum Vorschein kamen. Zum Beispiel beim Demografie-Check zeigte sich, dass der Anteil der Rentner an der Bevölkerung insgesamt nur bei 15 Prozent liegt, im Nordsachsendurchschnitt sind es 24 Prozent. Die Einwohnerzahlen sind seit 1990 steigend, gegenwärtig gleichbleibend und damit gegen den Trend. Nur wenige Orte dieser Größe könnten darauf verweisen, bemerkte die Planerin. Auch im wissenschaftlichen Vergleich im Rahmen des Demografie-Checks mit ähnlichen Orten in Deutschland belegt Sausedlitz einen mittleren Platz, punktete vor allem im Bereich bürgerschaftliches Engagement. Typisch für Sausedlitz sind die Mehrgenerationshaushalte. Der Zusammenhalt der Familie wäre dadurch besonders ausgeprägt. Zirka 75 Prozent der Einwohner seien Alteingesessene oder verwandt mit Alteingesessenen, ein Viertel Hinzugezogene.

Visionen entwickeln

Christine Schiemann kam es in den Treffen im vergangenen Halbjahr vor allem auch darauf an, Visionen für die Zukunft zu entwickeln. Worauf sollten die Schwerpunkte für die Zukunft gelegt werden? Die Mitarbeit der Leute war gefragt und sie kam offensichtlich auch gut in Gang. So soll der Leerstand abgebaut werden. Insbesondere vier Immobilien haben die Sausedlitzer im Blick, auch schon erste Kontakt mit den Besitzern aufgenommen. Die leer stehenden Gebäude stören das Ortsbild, den Charakter des Dorfes. Innerörtliche Bauflächen gibt es nur vereinzelt in Form von Lückenbebauung. Um noch mehr Zuzug zu ermöglichen, könnte, so die Idee, eine kleine Wohnbebauung als Ortsrandabrundung südlich des Kreisels entstehen. Auch einer Renaturierung der Leine standen die Leute aufgeschlossen gegenüber. Die Attraktivität des Dorfes steige auch mit einer örtlichen Badestelle. „Eine Größenordnung wie an der Schladitzer Bucht ist nicht gewünscht“, informierte die Planerin. Haupthandicap des Dorfes ist die Erreichbarkeit. Per Pkw sei das kein Problem, Leipzig ist in 40 Minuten erreichbar. Der Busverkehr am Wochenende und in den Ferien sei aber erheblich eingeschränkt.

Konzept soll im Oktober vorliegen

Die Wünsche und Pläne der Sausedlitzer werden allerdings auch durch übergeordnete Planungen insbesondere in den Bereichen Naturschutz und Hochwasser eingeschränkt. Nichtsdestotrotz soll, nach dem der Gemeinderat darüber informiert wurde, voraussichtlich im Oktober das Konzept Sausedlitz 2030 vorliegen.

Von Ditmar Wohlgemuth

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Sausedlitz
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