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Delitzsch Schatzsuche in den Ruinen
Region Delitzsch Schatzsuche in den Ruinen
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18:12 25.03.2010
Das historische Ladenportal an der Halleschen Straße 24 wird abgebaut. Quelle: Manfred Lüttich
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Delitzsch

Laut und staubig geht es im Moment zu in den Gebäuden Nummer 20 bis 26. Mitarbeiter des beauftragten Abrissunternehmens bereiten die Häuser für ihr letztes Stündlein vor. Mit Hammer und Brecheisen wird vorab herausgeholt, was sich gesondert entsorgen lässt. Doch zwei der Männer vor Ort gehen behutsamer vor. Dietmar Mansfeld und Fredo Schindler sind gekommen, um wertvolle Substanz zu retten. Ihr Arbeitgeber ist das Bergelager Trebsen, wo kulturhistorische Bauteile aus dem gesamten Großraum Leipzig aufbewahrt werden.Schon gestern Mittag, wenige Stunden nach Arbeitsbeginn, ist der Kleinlaster der Berge-Männer gut gefüllt. Dietmar Mansfeld zeigt auf Fenster, Riegel, Türschlösser und -bänder. Zwar sind die Stücke nicht so alt wie die Gebäude, die aus der Zeit um 1660 stammen, doch hundert Jahre und mehr haben die meisten bereits überdauert. „Das sind Bauteile, die sehr selten sind und deshalb nicht verlorengehen dürfen“, erklärt Mansfeld.Den Auftrag für die Sicherung hat die Denkmalschutzbehörde im Landratsamt gegeben – „eine Auflage für die Abrissgenehmigung“, sagt André Planer, Geschäftsführer der Wohnungsgesellschaft der Stadt Delitzsch, die Bauherr ist. „Ein Denkmalschützer war im Vorfeld vor Ort und hat in einem Gutachten genau festgelegt, was erhalten werden soll.“Zu den größten Stücken gehört das historische Ladenportal am Haus Hallesche Straße 24. Das Relikt aus der Zeit um 1900 war mit dem Fachwerk vernagelt, ist gestern Vormittag geborgen worden. Es soll nun an anderer Stelle in Delitzsch wieder angebracht werden.Ausladend ist auch eine originale Holzbalkendecke, die heute komplett mit Tragwerk und Schalung aus der ersten Etage geholt werden soll – allerdings in numerierten Einzelteilen. Der neue Besitzer, ein Dresdner, organisiert den Abtransport.Wohin jedoch all die anderen kleinen Schätze aus dem Delitzscher Altstadt-Ensemble gebracht werden, steht noch nicht fest. „Einiges werden wir in Trebsen in der Fabrikstraße 5 ausstellen“, kündigt Dietmar Mansfeld an. „Dort unterhält der Förderverein für Handwerk und Denkmalpflege ein Museum.“ So manches werde aber auch im angeschlossenen Bergelager untergebracht – und steht zum Beispiel für künftige Bauvorhaben zur Verfügung. „Wenn etwa irgendwo ein Gebäude restauriert wird und es fehlt ein historisches Bauteil, dann sind wir der Ansprechpartner“, so Mansfeld.Nicht zu retten sind allerdings die einst schicken Stofftapeten im früheren Ladenlokal in der Nummer 24, die teilweise eine Zwischentür verdeckten. Alte Zeitungsausschnitte dahinter verkünden das Tapezier-Datum: Juli 1925. Das nächste Mal renoviert wird an dieser Adresse voraussichtlich im Frühling nächsten Jahres. Dann soll das Bauvorhaben der Wohnungsgesellschaft, ein Komplex mit 24 Wohnungen, kurz vor dem Abschluss stehen (wir berichteten).

Kay Wuerker

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