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Schenkenberger Sonnentor wird restauriert

Friedhofseingang Schenkenberger Sonnentor wird restauriert

Sachsens letztes Sonnentor steht in Schenkenberg bei Delitzsch und verschließt dort den hiesigen Friedhof. Momentan liegt es jedoch bei Tischlermeister Ast in Zschernitz. Der restauriert das gut 250 Jahre gute Stück und will soviel Substanz wie möglich erhalten. Bis Ende Juli werden sich die Arbeiten hinziehen.

Der große Holzstern auf den beiden Flügel der Tür. Im Vordergrund sind die Auswaschungen im Holz zu sehen.

Quelle: Ditmar Wohlgemuth

Schenkenberg. Der Schenkenberger Friedhof steht derzeit ohne Tor und Tür da. Die Begründung ist einfach: Die Restaurierung des 250 Jahre alten sogenannten Sonnentores hat in der Werkstatt von Tischlermeister Marco Ast in Zschernitz begonnen. Es ist in Sachsen einmalig, in Deutschland sehr selten. Wie der 45-Jährige berichtete, war vor allem das Ausheben des Läufertores ein besonderer Kraftakt. „Wir haben die Flügel nicht gewogen, aber 200 Kilogramm wiegt einer bestimmt“, sagt der Meister. Die sibirische Lerche hat eben ihr Gewicht, auch wenn der Zahn der Zeit deutlich an dem Material genagt hat. An einigen Stellen wurden auch Ausbesserungsarbeiten sichtbar. Marco Ast schätzt, dass die letzten Anfang der 1990er-Jahre stattgefunden haben. „Nicht sehr professionell“, sieht der Meister auf den ersten Blick.

Neubau vom Tisch

Seit 1988 ist er in der Branche, machte 1997 seinen Meister in seinem Fach. Tatsächlich sind die Unterschiede im Holz zu sehen. Das Originalholz ist von Wind und Wetter gezeichnet, Bestandteile wurden herausgelöst. Es bildeten sich Rille entlang der Maserung des Holzes. Auf den Fichtenbrettern, die im Austausch verwendet wurden, sind die Spuren nicht so deutlich. Aber es passt einfach zueinander, weiß der Meister und auch der Denkmalschutz besteht auf einen Wechsel. Sie werden komplett ausgetauscht.

Der Denkmalschutz spricht bei der Restaurierung ohnehin ein gehöriges Wort mit. Er hatte vor allem ein komplettes Veto gegen einen Neubau eingelegt. Das war zumindest die ursprüngliche Idee der Initiativgruppe, die von einer Schenkenberger Familie maßgeblich angeregt wurde. „Der Neubau ist aber vom Tisch“, betont Marco Ast. Für ihn steht jetzt im Vordergrund, die hohen Denkmalschutzanforderungen umzusetzen. Er rechnet mit mindestens bis Ende Juli, bis alle Arbeiten erledigt sind. Momentan muss das Holz komplett durchtrocken, liegt deshalb bei den hohen Temperaturen im Freien. „Ist das passiert, geht es an die Farbe. Die muss komplett runter“, so der Experte und nimmt kurzentschlossen eine Kupferdrahtbürste zur Hand, um zu demonstrieren, wie es passiert. Mit der Bürste würden jedoch nur die nicht mehr so festen Bestandteile entfernt, für die anderen wird Heißluft verwendet. Teils gibt es mehrere Schichten Farbe übereinander. Der heiße Luftstrahl dürfe wiederum nicht zu heiß sein, damit die Harzbestandteile nicht aus dem Holz gelöst werden. Das passiert ausschließlich in Handarbeit und mit viel Vorsicht, erklärt Ast.

5500 Euro Kosten

Nach jetzigen Stand werden die bereits erfolgten Auswaschungen am Holz nicht geglättet. Das heißt, dass die jetzige Oberfläche in ihrer Form erhalten bleibt. Nachdem die Farbe komplett entfernt ist, kommt das Holz mit heißem Öl in Berührung. Es wird solange auf das Holz gegossen, bis der Tischlermeister der Auffassung ist, dass es tief in die Poren eingedrungen ist. Nach dem Trockenprozess erhält das Tor einen Ölfarbenanstrich. Vermutlich in dem bereits vorhandenen gelben Farbton. Aber auch da will der Denkmalschutz nochmals Rücksprache nehmen.

Die Restaurierung kostet einschließlich der kleinen Nebentür etwa 5500 Euro. Die Initiative will den Betrag ausschließlich mit Spendengeld zusammenbekommen. Noch ist das Ziel nicht erreicht, Spenden deshalb weiterhin willkommen. Spendenkonto: Kreiskirchenamt IBAN DE42350601901551586029, Code Friedhofstor Schenkenberg.

Von Ditnmar Wohlgemuth

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