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Delitzsch Schenkenberger Wehrleiter will mehr Lehrgänge für seine Spezialisten
Region Delitzsch Schenkenberger Wehrleiter will mehr Lehrgänge für seine Spezialisten
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13:01 07.04.2017
Fahrzeuge der Feuerwehr mit Spezialausrüstung. Quelle: Victoria Gütter
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Schenkenberg

Schenkenbergs Ortswehrleiter Christian Hinkefuß ist stolz auf seine Truppe. Sie stellt eine Komponente einer Spezialfeuerwehreinheit (atomare, biologische, chemische Gefahrenabwehr) für den Landkreis Nordsachsen. Dafür konnte im Jahr 2012 ein gebrauchtes Löschfahrzeug übernommen werden, die Besatzung stellt sich den hohen Anforderungen in der Ausbildung. Zu 8 von 23 Einsätzen insgesamt wurden die Schenkenberger mit dem Alarmstichwort ABC-Abwehr im vergangenen Jahr beordert, doppelt so viel wie noch 2015. „Doch es hätten durchaus noch mehr sein können“, ist sich Hinkefuß sicher. Das Potenzial dazu hätte die Wehr aus seiner Sicht gehabt. Er sieht die Gründe vor allem darin, dass Einsatzleiter „nicht den gesamten Zug anfordern, sondern nur einzelne Komponenten“. Die Schenkenberger würden dadurch nicht immer berücksichtigt, könnten das Erlernte dadurch nicht in der Praxis festigen und erweitern. Kreisbrandmeister Ingo Weber sieht darin kein Problem. „Der Einsatzleiter vor Ort entscheidet, welche Kräfte und Mittel angefordert werden müssen.“ Stets den gesamten Zug mit der gesamten Technik und mit zwei Dutzend Leuten zu alarmieren, hält er für übertrieben und fachlich auch nicht gerechtfertigt. „Es ist finanziell auch nicht vertretbar“, sagte Weber weiter. Beispielsweise kostet ein Gerätewagen für Gefahrgut plus Personal mindestens 100 Euro pro Stunde. Einzelne Komponenten anzufordern, ist natürlich billiger. Wenn einzelne Komponenten ausreichend sind, um spezielle Gefahren abzuwenden, sollten die auch nur geordert werden. Das Landratsamt Nordsachsen steht in ständigem Kontakt mit der Integrierten Regionalleitstelle Leipzig, um Einfluss auf die Optimierung der Alarmierungsroutine zu nehmen.

Verteilung von Mitteln und Lehrgängen in der Kritik

Kritisch sieht Wehrleiter Hinkefuß die Verteilung von Mitteln und Lehrgängen. „Die Gefahrenabwehrzüge sollten dabei gezielt berücksichtigt werden.“ Aus Sicht von Kreisbrandmeister Weber ist genau das in den vergangenen Jahren so geschehen. Die ABC-Speziallehrgänge sind nur an die drei Standorte Delitzsch, Oschatz und Torgau verteilt worden, da an diesen Standorten die Gerätewagen-Gefahrgutwagen stehen. Von den 128 Gruppenführerlehrgängen für ABC-Einsätze, die an der Landesfeuerwehr- und Katastrophenschutzschule in Nardt für das Jahr 2017 sachsenweit beantragt wurden, hat die Schule nur lediglich 20 Lehrgangsplätze verteilt. „Natürlich braucht die hochkomplexe neue Technik auch bestens ausgebildetes Personal, das wissen wir und dem tragen auch Rechnung“, so Weber. Er würdige auch das hohe Engagement, das diese Feuerwehrmänner an den Tag legen. Um auch weiterhin eine wichtige Stütze für die Gefahrenabwehr der Stadt Delitzsch und des Landkreises zu sein, werden sich die Schenkenberger Kameraden weiterhin gezielt weiterbilden, betonte Hinkefuß. Drei Lehrgänge wurden im vergangenen Jahr an der Landesfeuerwehrschule in der Kategorie ABC-Einsatz II mit Erfolg absolviert.

Verschlissene Ausrüstung wird schnell ersetzt

Hinkefuß mahnt in dem Zusammenhang die Bevorratung von dringend benötigter Schutzausrüstung an. Sie solle ausschließlich von den Gefahrgutzügen verwendet werden. „Die vorhandenen Fahrzeuge, die im Übrigen vom Bund und vom Land finanziert wurden, verfügen über die erforderliche Ausstattung. Eine Bevorratungen ist heute nicht mehr zeitgemäß. Verschlissene Ausrüstung und Ausstattung werde im Rahmen der Ersatzbeschaffung schnellstens erneuert“, bemerkte der Kreisbrandmeister.

Die Delitzscher Ortswehr hat derzeit 24 aktive Kameraden. Vor allem in der Zeit von 7 bis 15 Uhr fällt es ihnen, wie vielen anderen Ortswehren auch, schwer, ausreichend Einsatzkräfte zusammenzubekommen. „Viele Kameraden arbeiten außerhalb von Schenkenberg“, so Hinkefuß. Eine der Situation angepasste Ausrückeordnung helfe zwar, das vorhandene Defizit auszugleichen, doch dürfe das „kein Ruhepolster sein“, betonte der Wehrleiter. Es müsse deshalb darüber nachgedacht werden, noch mehr Anreize für die ehrenamtliche Mitarbeit in den Feuerwehren zu schaffen – beispielsweise mit Vergünstigungen beim Besuch von städtischen Einrichtungen wie Freibad oder Museum. Außerdem müsse noch intensiver mit den örtlichen Arbeitgebern gesprochen werden.

Von Ditmar Wohlgemuth

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