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Delitzsch Schenkenberger fordern Tempo 30
Region Delitzsch Schenkenberger fordern Tempo 30
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10:00 10.11.2018
Für die Rödgener Straße fordern die Bürger per Petition ein Tempolimit von 30 Stundenkilometern. Quelle: Wolfgang Sens
Delitzsch/Schenkenberg

Lärmbelästigung, Abgasgestank, Lkw und Raserei. Elke Wipper reicht’s. Die Schenkenbergerin ist Anwohnerin der Rödgener Straße und kann den Verkehr so nicht mehr hinnehmen. So wie der allergrößte Teil ihrer Nachbarn. Sie haben bei der Stadtverwaltung eine Petition für den beschaulichen Delitzscher Ortsteil eingereicht und fordern damit ein Tempolimit für ihre Straße.

Verkehrsberuhigung gewünscht

Die Anwohner, 150 und damit etwa 90 Prozent der Haushalte, haben unterzeichnet, wünschen sich eine Verkehrsberuhigung für die Straße – am besten mit dem Tempolimit von 30 Stundenkilometern. Die Petition allerdings wurde abgelehnt, bald darauf auch das Durchfahrtverbot für Fahrzeuge über 7,5 Tonnen aufgehoben. Das Unverständnis bei den Bürgern ist groß. Immerhin nutzen nun einige Lkw, unter anderem die der nahen Unteroffizierschule gerne den kurzen Weg durch Schenkenberg. „Gerade die 40-Tonner belasten uns Anwohner ziemlich“, so Elke Wipper, „zwei davon können auf der Straße auch kaum aneinander vorbeifahren.“ Etliche Pkw rauschen ohnehin durch die Rödgener Straße. „Wir haben fünf Bushaltestellen, Sport- und Spielplatz, Kirche, Friedhof und Gaststätte entlang dieser Straße“, rechnet Elke Wipper vor, „mit weniger Tempo wäre mehr Sicherheit geboten.“ Eine 30er-Zone, so die Argumentation und Hoffnung der Anwohner, könne ja auch zeitlich begrenzt eingerichtet werden – etwa am Vormittag, um den Lkw-Lärm wenigstens etwas zu mildern.

Stadt hält dagegen

In der Stadtverwaltung kontert man mit etlichen Paragrafen gegen den Wunsch der Bürger, die Entscheidung wurden nach geltender Rechtslage getroffen. Das heißt unter anderem: Die Rödgener Straße sei eine Durchfahrtsstraße, die Bundesstraße 184 und Kreisstraßen verbinde. Eine streckenbezogene Geschwindigkeitsbegrenzung auf 30 km/h könne nur erfolgen, wenn dies aus Gründen der Verkehrssicherheit oder Lärmschutzgründen geboten sei. Unfallzahlen müssten dafür sprechen, tun es momentan aber nicht. In einem Zeitraum von drei Jahren haben sich sechs Unfälle ereignet, nur einer davon lag an zu hohem Tempo.

Verkehrszählung gelaufen

Zudem hat die Stadt eine Verkehrszählung durchgeführt und eine durchschnittliche Verkehrsbelastung von 1784 Fahrzeugen pro Tag ermittelt. 109 davon waren Schwerlastfahrzeuge. Auf Grund des geringen Aufkommens und auch weil Straßenzustand, -breite und die Übersichtlichkeit ausreichen, könne man kein Verbot für Fahrzeuge über 7,5 Tonnen halten, so die Argumentation nach Paragrafen. Die Zahl der Fahrzeuge steige ab 5 Uhr morgens an und halte sich bis zirka 17 Uhr recht konstant, zwischen 22 und 6 Uhr zählte man im Schnitt 220 Fahrzeuge – damit sei die Verkehrsbelastung als gering zu bewerten. Zudem hätten nur 15 Prozent der gesamten Fahrzeuge die zulässige Geschwindigkeit von derzeit 50 km/h überschritten. Einer gesonderten Lärmmessung bedürfe es nicht. Auch eine hohe Fußgänger- und Fahrradverkehrsdichte sieht man in der Rödgener Straße nicht und auch weil sie eine Vorfahrtsstraße ist, könne keine 30er-Zone erfolgen.

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Die Anwohner der Rödgener Straße wollen das nicht so einfach hinnehmen und weiter für ihr Anliegen kämpfen. Zudem hoffen sie, dass all die Durchfahrenden Verständnis für ihre Situation aufbringen und freiwillig vom Gas gehen und Lkw den regulären Weg wählen.

Von Christine Jacob

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