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Schenkenberger wollen Haus erhalten

Alte Schule Schenkenberger wollen Haus erhalten

Das alte Schulgebäude im Delitzscher Ortsteil Schenkenberg gehört zum Ortsbild und muss erhalten bleiben. Darin ist sich eine Initiativgruppe von Schenkenbergern einig. Das Haus soll gekauft, saniert und umgenutzt werden. Eine Genossenschaft könnte dafür die Basis bilden. Entscheidend ist jedoch die Höhe des Sanierungsbedarfes. Der soll jetzt geprüft werden.

Das Backsteingebäude der alten Schule in Schenkenberg soll erhalten werden. Eine Genossenschaft könnte es kaufen.

Quelle: Ditmar Wohlgemuth

Schenkenberg. Die Schenkenberger starten eine Initiative zum Erhalt der alten, ehemaligen Schule im Dorf. Der Gruppe um Ralf Schumacher und Pfarrer Matthias Taatz geht es dabei vor allem darum, dass der ortsbildprägende Klinkerbau in der Rödgener Straße auch künftig stehen bleibt. Und sie gehen dafür ungewöhnliche Wege. Sie wollen eine Genossenschaft gründen, das Haus sanieren und damit auch Platz für das Einkaufseck schaffen, das den jetzigen Standort verlassen muss.

Gutachten zum Zustand

Kürzlich stellten die Initiatoren das Vorhaben im Ortschaftsrat vor. „Wir können das Haus erhalten, wenn wir es anders nutzen“, erklärte Matthias Taatz. Noch sind die Vorschläge dazu allerdings ganz am Anfang. „Wichtig ist, dass das Haus an dem Standort erhalten bleibt.“

Für die Stadtverwaltung ist indes klar: Wenn es Fördermittel gibt, wird es abgerissen. Für dieses Jahr sind die aber nicht in Aussicht. Ein Gutachten, wonach nur ein Abriss in Frage kommt, soll im Rathaus vorliegen. Eine Alternative wäre der Verkauf. Doch bislang sind entsprechende Ausschreibungen ins Leere gelaufen. Es gab keine Angebote.

Private Nutzung

Jetzt könnte es den Käufer geben, wenn es denn zur Gründung einer Genossenschaft kommt. Die könnte dann das Haus für einen Euro kaufen, es komplett sanieren und schließlich privat umnutzen. „Die jetzigen Deckenhöhen lassen offenbar nichts anderes zu. Vielleicht sogar als Wohnung“, erklärte Ralf Schumacher. Genossenschaften, die sich solcher Projekte annehmen, gäbe es in Sachsen noch nicht so viele. Im Chemnitzer Raum habe man den Schritt schon gewagt. Die dortigen Erfahrungen wolle die Initiativgruppe gern aufgreifen.

Schadensbild prüfen

Bis dahin müsse jedoch noch einiges geklärt werden. Zum Beispiel muss bekannt sein, wie das derzeitige Schadensbild des Gebäudes aussieht. Ein Gutachten liegt der Stadt offenbar vor. Das und weitere Bauunterlagen wollen die Initiatoren jetzt schnell einsehen. Obgleich es nicht ganz so schlecht um das Haus stehen muss, denn 2006 hatte die LMBV im Zuge der Maßnahmen gegen die Folgen des Grundwasseranstiegs erheblich in das Haus investiert, den Keller verfüllt und einen Anbau für die neue Heizanlage errichtet. Das wäre möglicherweise nie passiert, wenn der Abriss des Hauses wegen seiner schlechten Substanz eine Alternative gewesen wäre.

Fördermittel finden

Als nächste müsste eine detaillierte Kostenschätzung der notwendigen Arbeiten erfolgen. Würden die Kosten den Rahmen sprengen, sei das Projekt an der Stelle bereits gestorben.

Für die Gründung der Genossenschaft werden vor allem Mitglieder benötigt. Taatz und Schumacher stellen sich vor, dass von den etwa 500 Haushalten in Schenkenberg und Ortsteilen vielleicht die Hälfte dafür Interesse zeigt. Ein Anteil könnte vielleicht 25 Euro kosten. 6250 Euro wären dann zwar noch nicht viel Geld für das Vorhaben, aber zunächst ein Anfang. „Fördermittel, zum Beispiel aus dem Topf Vitale Dorfkerne gibt es“, teilte Matthias Taatz mit.

Was die Nutzung des Hauses betrifft, sind jetzt Ideen gefragt. Vorstellbar sind Probenräume, auch der Einzug einer Verkaufsstelle für regionale Produkte. Für Gabriele Kroke vom Einkaufseck ist die Idee aber noch „zu weit weg“. Sie bezog am Wochenende bereits neue Räume.

Von Ditmar Wohlgemuth

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