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Delitzsch Schenkenbergerin Karin Nadler ist die Vorleserin
Region Delitzsch Schenkenbergerin Karin Nadler ist die Vorleserin
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13:35 05.10.2016
Bücher machen ihr einfach gute Laune und das gibt Karin Nadler gerne weiter. Quelle: Christine Jacob
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SCHENKENBERG

Ihre Stimme ist warm und weich, das Buch liegt ruhig in der Hand, wenn sie vorliest. Und schaut sie von den Buchstaben auf, huscht immer wieder ein Lächeln über ihre Lippen. Karin Nadler ist in ihrem Element. Schon als Kind hat sie ihren Puppen Unterricht gegeben und ihnen aus Büchern vorgetragen, heute ist die einstige Lehrerin die Vorleserin von Schenkenberg. Man darf sie auch Lese-Omi nennen. Das geht auch in Ordnung, findet sie.

Karin Nadler organisiert zusammen mit den anderen Landfrauen des Delitzscher Ortsteils das Lesestübchen, sie gehören damit zur gerade blühenden Leselandschaft der Loberstadt. Bislang fand es immer mal statt, nun soll es sich zu einem festen monatlichen Angebot etablieren und am letzten Mittwoch des Monats um 15.30 Uhr im Vereinshaus „Zur Schule“ vorgelesen werden.

1975 startete in der Schenkenberger Dorfschule die Laufbahn der Lehrerin Karin Nadler. Deutsch und Geschichte hat die heute 63-Jährige unterrichtet. „Vom ersten Tag an ging es mir um mehr als nur Unterricht“, sagt sie. Nicht nur an ihrer letzten Station im aktiven Schuldienst, der Artur-Becker-Oberschule, hat Karin Nadler Projekte wie Theater und eigene Schulbücherei angeschoben, hat die Kinder auf Wettbewerbe wie die der Lene-Voigt-Gesellschaft vorbereitet und sie dort weit nach vorne begleiten können.

Schenkenbergerin will Liebe zur Sprache vermitteln

„Nicht der Unterricht bringt uns die Schüler näher, sondern das darüber hinaus“, betont die stolze Großmutter. Sie wollte nie einfach nur an der Tafel stehen und Frontalunterricht machen. Sie wollte ihren Schülern was fürs Leben geben. Die Liebe zur Sprache, zum Beispiel. „Bücher waren immer meine Leidenschaft“, erzählt sie und strahlt. Literatur, das weiß sie, kann mehr als nur den einzelnen unterhalten. Das Lesestübchen, fünfmal fand es schon statt, ist in Schenkenberg zu einem Ort der Begegnung geworden. Die Gäste, denen sie was vorliest, kommen ins Gespräch miteinander und dem Austausch über die Literatur folgt der über Gott und die Welt. „Schokolade für die Seele“ ist das für Karin Nadler.

Mit dem Treff fördern die Landfrauen die Seniorenarbeit im Ortsteil. Eine kleine Bücherei, geöffnet immer mittwochs von 17 bis 18 Uhr, ist eingerichtet und soll nach Möglichkeit räumlich noch wachsen. Vorerst in der obersten Etage des Vereinshauses können kostenfrei Bücher ausgeliehen werden. „Viele Menschen kommen von alleine nicht zur Literatur“, weiß Karin Nadler – sie will den Weg dorthin möglichst einfach gestalten, das Leben anderer mit den Schätzen des gedruckten Wortes bereichern.

Und Karin Nadler hat sich ein weiteres Ziel gesteckt. Speziell für Kinder soll im Vereinshaus ein Angebot aufgebaut werden, auch ihnen Lesestunden und noch mehr Bücher in der kleinen Bibliothek geboten werden. Die Lese-Omi macht das schon.

Von Christine Jacob

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