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Delitzsch Scheune bei Delitzsch eingestürzt – Einsätze auch in Eilenburg und Bad Düben
Region Delitzsch Scheune bei Delitzsch eingestürzt – Einsätze auch in Eilenburg und Bad Düben
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10:46 30.10.2017
Die Scheune soll vorher schon nicht im besten Zustand gewesen sein. Quelle: Christine Jacob
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Delitzsch

Der Sonntag verlief stürmisch in ganz Nordsachsen. Das Sturmtief „Herwart“ hat mit seinen starken Böen auch massive Spuren in Delitzsch, Eilenburg, Bad Düben und der Umgebung hinterlassen. Über die Höhe der Schäden gibt es noch keine Aussagen. Die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehren in den Städten, Gemeinden und Ortsteilen waren stundenlang im Einsatz. Hier ein Überblick, der aber keinesfalls den Anspruch auf Vollständigkeit erheben kann:

Scheune eingestürzt und massive Dachschäden

Den größten Schaden musste man im Delitzscher Ortsteil Poßdorf verzeichnen. Dort kam es in den frühen Morgenstunden zum Einsturz einer alten Scheune. Diese soll dem Vernehmen nach schon vorher nicht im besten Zustand gewesen sein. Die Ziegel des eingestürzten Gebäudes verteilten sich weit über die Leinestraße. Verletzt wurde durch den Einsturz zum Glück aber niemand. Über die Höhe des Sachschadens ist nichts bekannt. Die Straße durchs Dorf musste vorerst gesperrt werden.

Das Dach der Wohnstätten wurde massivst beschädigt. Quelle: Christine Jacob

Ein Teil der Dachkonstruktion der Wohnstätten für Menschen mit Behinderung in der Erzbergerstraße am Delitzscher Park wurde durch die orkanartigen Böen abgerissen. Auch dabei wurde nach ersten Erkenntnissen niemand verletzt, der genaue Sachschaden muss noch ermittelt werden.

Das Dach der Diesterweg-Grundschule hat es regelrecht abgerollt. Quelle: Feuerwehr

Auch das Dach der Diesterweg-Grundschule in der August-Bebel-Straße in Delitzsch wurde beschädigt, ein großer Teil des Flachdachs wurde regelrecht aufgerollt. Die Straße musste aus Sicherheitsgründen gesperrt werden. Was aus dem Schulbetrieb nach dem Ferientag am Montag und dem Feiertag am Dienstag wird und wie hoch der Schaden genau ist, ist zur Stunde nicht bekannt.

Gemeinden ebenfalls betroffen

Auch in anderen Ortsteilen und der Loberstadt selbst kam es zu einigen Schäden wie umgeknickten Bäumen und abgestürzten Ästen. Vor allem aber wurden in fast allen Stadt- und Ortsteilen Dächer in Mitleidenschaft gezogen und stürzten Dachziegel herab. In der Karl-Marx-Straße wurde ein großes Trampolin auf die Fahrbahn geschleudert. Eine Tanne stürzte in Delitzsch auf die Bahnstrecke Halle-Eilenburg, die deshalb zeitweise gesperrt war. Etliche Aufträge galt es den gesamten Sonntag über bis in den späten Nachmittag abzuarbeiten – am Ende waren es 52 Unwetter-Einsätze.

Am 29. Oktober 2017 kam es durch „Herwart“ zu massiven Schäden in der Region. Dächer wurden abgedeckt, eine Scheune stürzte ein und Bäume fielen um.

Auch in vielen umliegenden Land-Kommunen wurden etliche Schäden verzeichnet. Die Feuerwehren der Gemeinde Wiedemar – beispielsweise – waren im Einsatz wegen mehrerer umgestürzter Bäume, die auch auf Straßen landeten. In Lissa stürzte eine Tanne auf einen parkenden Pkw, zudem wurde im Dorf eine Scheune beschädigt. In den Gemeinden Schönwölkau, Löbnitz, Krostitz und Rackwitz gab es ein ähnliches Schadensbild mit vielen beschädigten Bäumen auf Straßen oder an Gebäuden. In Mockrehna, Gräfendorf, Langenreichenbach und Wildschütz war die Feuerwehr seit kurz vor 6 Uhr im Einsatz. Auch hier ging es vor allem um umgestürzte Bäume, die zum Teil Straßen versperrten.

Stress auch für die Einsatzkräfte in Eilenburg und Bad Düben

Seit 6.30 Uhr am Morgen waren die Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Eilenburg im Dienst. Alarmiert wurden sie vor allem wegen umgestürzter Bäume und heruntergefallener Äste. „Und das im gesamten Stadtgebiet sowie im Umfeld beispielsweise in der Gemeinde Laußig“, so Wehrleiter André Zimmermann am Mittag. Immer wieder drohten Dachziegel herunterzufallen, so in der Torgauer Landstraße oder von einem Wohnhaus am Markt, wo im Dach ein großes Loch klaffte. Sturmtief Herwart hatte noch einiges mehr im Stadtgebiet durcheinander gewirbelt. Baustelleneinrichtungen wie in der Straße der AWG sind umgefallen, auch im Außenbereich der Bäckerei am Kornmarkt stehende Möbel mussten gesichert werden, weil sie umhergeflogen waren. Im Bürgergarten gab es ebenso etliche Schäden zu beklagen, der Sturm hatte Bäume gefällt, die dann Wege versperrten, beispielsweise nahe der Gartenanlage. Bis zum Nachmittag waren es 21 Einsätze, zu denen die Eilenburger ausrückten. Dabei wurde die Drehleiter der Muldestadt auch zu Einsätzen nach Thallwitz und Bennewitz im Landkreis Leipzig gerufen. Hier drohten Bäume auf Wohnhäuser zu stürzen.

Am Markt in Eilenburg beschädigte der Sturm ein Dach. Die Feuerwehr sicherte den Gefahrenbereich. Quelle: Kathrin Kabelitz

Knapp 20 Einsätze mussten die Kameradinnen und Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr Bad Düben abarbeiten. Einsatzleiter Tobias Volkmann koordinierte vom Bad Dübener Gerätehaus in der Bitterfelder Straße die Einsätze seiner Kameraden. „Allein am Vormittag hatten wir 14 Einsätze. Aber die Leipziger Rettungsleitstelle hängt noch hinterher. Wir rechnen im Laufe der nächsten Stunden noch mit einigen Arbeiten“, sagte Volkmann. Die Einsatzliste ist lang. Sie reicht von losen Dachziegeln am Bad Dübener Paradeplatz über Bäume, die auf Häuser fielen bis hin zu einem von einem Baum beschädigten Fahrzeug am Finkenherd und haufenweise umgeknickten Bäumen auf Landstraßen, die von den Feuerwehrleuten beseitigt werden mussten.

Beim Sturm kippte dieser Baum auf ein Wohnhaus in der Wellauner Waldsiedlung. Quelle: Steffen Brost

Aufenthalt im Freien vermeiden

Den ganzen Tag über galt die Warnung: Aufenthalte und Wege im Freien sollte man vermeiden und besser in der Wohnung oder im Haus bleiben, weil Gefahr von Bäumen und Dächern ausgeht. Am Nachmittag beruhigte sich die Wetterlage. Vor nicht einmal einem Monat wurde die Region bereits durch das Sturmtief „Xavier“ heimgesucht.

Von Christine Jacob/Steffen Brost/Kathrin Kabelitz

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